Dienstag, 31. Mai 2011

Dienstag 31.05.2011


Über 2 Monate sind wir jetzt hier und das Wasser ist immer noch nicht bis zu uns gekommen. Heute gingen wir getrennte Wege. Carola wartete auf dem Schiff auf die Cinderellas um Kisten für den Rücktransport nach Deutschland in Empfang zu nehmen, ich fuhr zum Einkaufen nach Lefkas. Erst kurz zu den Mädels im dortigen Seglershop. Impeller haben sie gerade mal einen übrig, aber einen Keilriemen. Bei der Rush liefere ich Getränke und Tauchausrüstung ab und hole mir von Richard letzte Instruktionen für die Motoren. Die Rush wird diese Woche Richtung Ägäis auslaufen. Auf dem Rückweg gibt es die üblichen Einkehrschwünge bei Carrefour, Interspar und Lidl. Der Sommer ist da. Woran wir das merken? Die Schlangen wandern. Und so mache bleibt auf der Straße. Auf dem Schiff trocknet inzwischen die Wäsche. Es kam leider keine Fee vorbei und hat inzwischen das Getriebeöl gewechselt. Somit bleibt auch der letzte Schritt der Motorwartung an uns hängen. Werkzeug herrichten, Flusher anbringen, Wasser aufdrehen, Motor starten. Ein kurzes Maulen wegen niedrigem Öldruck (wohl normal nach Ölwechsel) und er läuft. Aber auch an diesem linken Motor tauchen jetzt Luftblasen in den Schläuchen auf. Nach den 10 Minuten Motoraufwärmen beschließen wir, auch hier die Seewasserfilter zu wechseln. Gekauft wird der neue heute, eingebaut morgen. mit neuer Pumpe wird das Getriebeöl in Wasserflaschen befördert. Das Motoraufwärmen hat dieses Öl nicht erkennbar erwärmt. Ohne sich drehende Schraube eigentlich klar. Trotzdem lässt es sich leichter abpumpen als das Motoröl. Beim Nachfüllen achten wir schön darauf, dass nicht zu viel im Getriebe ist. Etwas über 2 Liter sind es für jedes Getriebe. Beim zweiten Motor sparen wir uns nach den Erfahrungen mit dem ersten das Warmlaufen. Erst nach dem Wechsel wird er gestartet, da er nach dem gestrigen Motorölwechsel noch nicht gelaufen ist. So nebenbei entsorgen ich einen uralten Wasserschlauch, der hier im Motorraum so vor sich hin gammelte. Nach dem Altöl- und Müllentsorgen ist Feierabend.
Bild des Tages: Motorraumkühlung. Hoffentlich für lange Zeit das letzte Motorbild.

Montag, 30. Mai 2011

Montag 30.05.2011


Fünfter Tag der Motorwartung. Zunächst gab es eine gute Nachricht. Bezüglich des Ölfilters ist doch tatsächlich ein Tiroler Motorradfahrer der einzige, der mir weiterhelfen konnte. Das Bild, das ich unter dem Filter vorgefunden habe, zeigt einen Normalbefund. Die ersten Schritte zur weiteren Motorwartung waren wieder die einfacheren. Unser Shop führte tatsächlich eine größere Auswahl an Seewasserfiltern. Nebenan gab es keine. Dafür traf ich wieder mal Les und der vermittelte einen Abnehmer für unsere Tauchflaschen. Vor Einbau des neuen Seewasserfilters (SWF) steht der Ausbau des alten. Schläuche weg, und dann verließen sie ihn… Es sah so aus, als müssen man den SWF nur nach oben schieben. Fehlanzeige. Die einzige Schraube des Teils, an der Unterseite, löse ich und die beiden Schlauchanschlüsse fallen mir entgegen. Der SWF selbst rührt sich nicht. Letzte Möglichkeit, das ganze Brett an dem er befestigt ist, wird von der Bordwand geschraubt. Und tatsächlich. Von der Hinterseite dieses Bretts hat einer den SWF angeschraubt. Und nicht nur das. Damit das Brett doch noch an die Bordwand passt, hat er die Schraubenköpfe versenkt. Aber so, dass jetzt keine Nuss mehr drauf passt. Also darf ich die Schrauben erstmal frei schnitzen. Auch dann sitzen sie weiter fest, da sie durch Rost blöderweise an Umfang zugenommen haben. Rost abkratzen, dann greift die Nuss. Beim neuen SWF sind natürlich keine Schrauben mitgeliefert. Bedeutet, Schraubenkoffer durchsuchen. Neue Löcher bohren, neuen SWF anschrauben, Brett anschrauben. Schläuche anstecken. Dann der Moment der Wahrheit. Wasserschlauch an Saildrive anschließen, Wasser aufdrehen, Motorstart. Es sind kaum mehr Blasen im Schlauch und die Vibrationen sind deutlich weniger. Längerfristig dürfte es sinnvoll sein, die jetzigen Wasserschläuche gegen welche mit Drahtverstärkung auszutauschen. Der Sog ist so stark, dass es die jetzigen Schläuche richtig zusammen zieht. Womöglich bessert sich das, wenn der Saildrive im Wasser durch 7 Löcher Wasser ansaugen kann und nicht wie jetzt über lediglich 6 per Schlauch versorgt wird. Nachdem sich das Motoröl aufwärmen durfte, darf ich auch. Mich aufwärmen, im warmen Motorraum, das warme Motoröl abpumpen. Diesmal haben wir die Zeit genommen, 3 Liter kosten 45 Minuten. Danach wird pausiert, bis der Motor etwas weiter abgekühlt ist. Der Ölfilter ist genauso hartnäckig wie der andere. Spezialwerkzeug und Seilzug sind erforderlich. Das Bild unter dem Filter ähnelt dem am anderen Motor. Nur hier verläuft die Fräsung durchgehend rundherum um die Schraube. Das sieht irgendwie sinniger aus. Neuer Ölfilter draufgeschraubt. Nächster Punkt, Getriebeöl ablassen. Ist an Land ganz einfach da man die Schraube draußen am untersten Punkt des Saildrives öffnet und das Öl ablaufen lässt. Drecks Schrauben. Bei keinem Motor bekomme ich sie auf. Bleibt das Abpumpen. Aber das wird auf morgen verschoben. Auf beiden Seiten wird das Motoröl aufgefüllt. Und damit ist Schluss für heute.
Bild des Tages: Rückwandverschraubung des alten SWF

Sonntag, 29. Mai 2011

Sonntag 29.05.2011


Unendliche Geschichte Motorwartung. Dabei ging es heute gar nicht so schlecht los. Der Wechsel des Impellers war als erstes dran. Entfernen ließ er sch natürlich nur mit Zangenhilfe. Per Hand oder mit Schraubenziehern rausholen ging nicht. Der Ersatz passte. Deckel drauf geschraubt und fertig. Die angerosteten Drehscheiben des Keilriemens waren der nächste Punkt. Diese Lichtmaschine ließ sich relativ leicht kippen, um den Keilriemen frei zu geben. Auch die verrosteten Räder waren leichter zugänglich. Es folgte der Höhepunkt, der Motorstart. Wasserschlauch über Flusher an den Wassereinlass des Saildrives anschließen, Wasser aufdrehen und Motor starten. Er springt tatsächlich an. Aber er vibriert sehr stark und in den Kühlwasserschläuchen sind viele Luftblasen. Möglicherweise ist der Wassereinlass im Saildrive mit Muscheln oder anderem zugewachsen. Wir lösen den vom Saildrive abgehenden Schlauch im Inneren und stecken ihn in einem Eimer Wasser. Vom Eimer bis zum Seewasserfilter keine Blasen, danach schon. Zumindest wissen wir jetzt, dass im Saildrive alles in Ordnung ist. Schlauch wieder anschließen und Inspektion des Seewasserfilters. Scheint alles in Ordnung zu sein. Der Filter ist sauber, Ein- und Auslassnippel sind durchgängig. Es folgt ein Probelauf ohne Filtersieb. Wieder Blasen nach dem Filter. Dabei rutscht wegen der Vibrationen der Flusher vom Saildrive, es kommt kein Kühlwasser mehr rein. Carola stand zufälligerweise unten und bemerkte das, hechtete an Deck und ins Cockpit und stellte den Motor ab. Im Motorraum sitzend hab ich das natürlich nicht mitbekommen. Nächste mögliche Fehlerquellen. Der Seewasserfilter selbst oder der Schlauch. Könnte ja sein, dass der durch den Unterdruck im Inneren zusammengezogen wird, sich die Strömungsgeschwindigkeit dadurch so erhöht, dass das Wasser Blasen bildet. Ablassschlauch vom Seewasserfilter abgebaut und wieder in einen Eimer gehalten. Und siehe da, keine Blasen mehr. Seewasserfilter hinüber. Da Sonntag ist kriegen wir keinen neuen. Wieder mal ausgebremst. Bleibt das Auffüllen der Kühlflüssigkeit. Der linke Motor scheint ein Leck zu haben, der rechte braucht fast nichts. Und der undichte Dieselvorfilter. Die Suche nach einer passenden Dichtung führt mich wieder in Franzmanns gesammelte Schätze. Um zukünftige Suchen abzukürzen schaffe ich mal ein bisschen Ordnung. Aber welche Ersatzteile sind jetzt für die alten Motoren und welche für die neuen??? Eine passende Dichtung findet sich, der Dieselvorfilter wird mit der üblichen Sauerei ausgebaut, die Dichtung gewechselt und innerhalb der nächsten Stunden leckt nichts. Urplötzlich ziehen von überall dunkle Wolken daher. Schnell zum Duschen und Luken zu. Und dann tröpfelt es nur ganz wenig. Laut Poseidon dreht sich über Griechenland weiter ein Wolkenwirbel. Und der scheint sich hier sehr wohl zu fühlen.
Bild des Tages: Unbrauchbarer Seewasserfilter.

Samstag, 28. Mai 2011

Samstag 28.05.2011


Das Drama Motorwartung geht in die nächste Runde. Der erste Akt war relativ einfach. In den Shop gehen und 2 x Öl- , Diesel- und Dieselvorfilter kaufen. Als nächstes starteten wir den linken Motor. Man glaube es kaum, er sprang an. Nachdem wir davon ausgehen konnten, dass das Öl warm war, stoppten wir den Motor und ich versuchte, das Öl abzupumpen. Blutabnehmen bei einem ausgetrockneten Gerontopatienten ist einfacher. Erst einmal muss man zwei verschieden dicke Plastikschläuche zusammenstecken, diese in das Röhrl vom Ölmessstab stecken und dann pumpen. Es kommt aber nur etwas, wenn der Schlauch exakt weit genug vorgeschoben worden ist. Nicht z weit und nicht zu kurz, sonst kommt nichts. Es kommt überhaupt sehr wenig, Tröpfchen für Tröpfchen. Da soll man nicht an die Urologie denken. Trotz aller Mühen haben wir nur 3 Liter aus der Maschine bekommen. 3,5 sollten es sein. Der fehlende halbe Liter steckt ja vielleicht im Ölfilter. Den abzuschrauben war der nächste Höhepunkt. Er war natürlich kräftig festgeschraubt. Ohne Ölfilterschlüssel keine Chance. Und auch mit war es ei größeres Problem. Der Filter war so gar nicht zugänglich. Den Schlüssel konnte ich gerade so anbringen, aber nicht mit Kraft drehen. Mit einem Schnürl an das Ende des Schlüssel gebunden ging es dann Millimeterweise um die Kurve. Als der Filter weg war, ein Anblick, der mich nahe an die Verzweiflung brachte. Bei einem Filter, denke ich mir so, muss das Öl irgendwo rein, durch den Filter laufen und irgendwo raus. Ich sah aber nur eine Öffnung für den Ölfluss, und zwar aus der Befestigungsschraube. Rund um diese waren zwei Vertiefungen, sonst nichts. Die Wand dieser Vertiefungen fühlte sich massiv an, eigentlich nicht nach zusammen gebackenem Dreck. An einer Stelle fand ich dann eine Öffnung, die in den Motorblock zu führen schien. Vielleicht muss das alles so sein. Sollte sich jemand mit dem Bild auskennen, bitte melden. Vorsichtshalber haben wir kein Öl eingefüllt, solange wir nicht sicher sei können, dass dies alles seine Richtigkeit hat. Ausruhen war trotzdem nicht, wir haben ja einen zweiten Motor zum Spielen. Dieselvorfilter wechseln war der erste Punkt. Diesmal versuchten wir gar nicht, die Wasserablassschraube am montierten Filter zu drehen. Als wir den Filter unten hatten fanden wir eine Plastikschraube, die sich problemlos drehen ließ. Neuen Filtereinsatz mit Dichtungen rein und alles festgeschraubt. Der Dieselfilter war auf dieser Seite noch schlechter zugänglich als auf der anderen. Entsprechend groß war die Sauerei beim Abbauen. Das Reindrehen des neuen Filters war kein Problem. Kühlflüssigkeit ersetzen und Wärmetauscher spülen. Jetzt wusste ich ja schon, wie den Schrauben beizukommen ist, um die Flüssigkeit zum Fließen zu bringen. Bei diesem Motor schien das Spülwasser schneller durchzulaufen. Und beim Nachfüllen der Kühlflüssigkeit war der Pegel schon nach 1 Liter erreicht. Das kann eigentlich nicht stimmen. Vielleicht verteilt sich ja alles später. So nebenbei fiel mir auf, dass der Dieselvorfilter leckte. Natürlich genau die dritte Dichtung, für die wir keinen Ersatz bekommen. Und um die Arbeit erquicklicher zu halten, bekamen wir eine kräftige Hitze, welche die Arbeit in der prallen Sonne so richtig angenehm machte.
Bild des Tages: Befestigungsort des Ölfilters. Der rote Pfeil markiert die Stelle, an der eine Öffnung ins Innere geht. Der grüne Pfeil zeigt auf den Kühlwasserablassnippel. Das schwarze Plastikteil muss man drehen, nicht die schöne Mutter.

Freitag, 27. Mai 2011

Freitag 27.05.2011


Die dunklen Wolken verirrten sich letztlich auch zu uns und wir mussten die Luken schließen. Zum Glück nicht allzu lange. Und tatsächlich war die Luft nach dem Regen etwas kühler. Zwei Luken ließen wir über Nacht offen. Irgendwann frischte der Wind kräftig auf, was uns etwas Sorgen bereitete, da er aus einer Richtung kam, mit der er die Luken ganz aufschlagen konnte. Überhaupt ist Nord hier eine ganz ungewöhnliche Windrichtung. Danach hatte das Wetter ein Einsehen und ließ uns Ruhe bis zum Morgen. da begann es zu regnen. Das hat auch niemand vorhergesagt, außer Carolas Knie. Luken wieder zu und abwarten. Und bei Regen will auch die Internetverbindung nicht mehr funktionieren. Somit blieb uns nichts anderes übrig als zum Einkaufen zu fahren. Zunächst suchten wir in der Fußgängerzone einen Geldautomaten, da dieser Einkauf sicher teuer werden würde. Tatsächlich wurden wir im ersten Shop fündig und bekamen alles. Kühlflüssigkeit (allerdings kein Konzentrat, sondern vorgemischt), Getriebeöl (angeblich kann man jetzt stinknormales Motoröl verwenden), Impeller (auf denen tatsächlich Volvo draufsteht) und ein Seeventil (das alte in der Dusche bewegt sich immer noch nicht). Unseren Frischmilchvorrat stocken wir auf und das wars. Am Schiff packen wir wieder das ganze Werkzeug aus und los. Kaum zu glauben, der Impeller lässt sich einbauen. Papierdichtung drauf, Deckel drauf und zugeschraubt. Der Keilriemen läuft über drei Scheiben, die alle recht angerostet sind. Dass der Rost nicht den Keilriemen beschädigt. Würde ich ihn gerne entfernen. Dazu wäre es nicht schlecht, den Keilriemen zu entfernen. Sollte eigentlich keine große Sache sein. Aber ein Schiff ist kein Auto. Drei Schrauben lösen, jede in einer anderen Größe. Zwei sind Schraube und zugehörige Mutter, trotzdem in verschiedener Größe. Alle Schrauben sind los, aber die Lichtmaschine lässt sich eben nicht wie im Handbuch beschrieben zum Motorblock kippen. Auch WD 40 bleibt erfolglos. Mit der Zeit komm ich drauf, dass man die Stellschraube und eine Befestigungsschraube im Wechsel lösen und anziehen muss, dass sich die Lichtmaschine ein paar Millimeter bewegen lässt. Der Keilriemen kommt langsam frei und ich kann die drei angerosteten Scheiben abbürsten. Keilriemen drauf und das ganze Spiel rückwärts. Und wieder geht es nicht weiter, da der Shop hier zu hat. Ölfilter bräuchten wir. Wir füllen die Kühlflüssigkeit nach und stellen anhand der Konsistenz fest, dass Franzmanns Konzentratrest sicher bereits verdünnt ist. Der Saildrive Gummi wird abgekehrt und gesaugt, so dass er kontrolliert werden kann. auf was steht natürlich nirgends. Der Gummi ist auf jeden Fall noch da. Nebenan kratzt ein Holländer das alte Antifouling von seinem Schiff und trägt neues auf. Alles an einem Tag. Deprimierend.
Bild des Tages: Impeller

Donnerstag, 26. Mai 2011

Donnerstag 26.05.2011


Der zweite Tag der Motorwartung war nicht viel erfolgreicher als der erste. Nachdem ich im Shop ein passendes Schlauchstück gekauft hatte, wurde der Wärmetauscher gespült. Schlauch drauf gesteckt und Wasser reingeschüttet. Indem man den Schlauch hoch hält könnte man mehr Druck aufbauen und so den Spüleffekt verbessern, dachte ich. Ganz schnell lief das Wasser aus dem abgebauten Schlauchteil des Wärmetauschers. Wie man das mit einem Wasserschlauch, wie im Handbuch empfohlen, hinkriegen soll ist mir ein Rätsel. Als nur mehr klares Wasser unten raus kommt mixen wir das Kühlmittel (60 : 40 destilliertes Wasser : Kühlflüssigkeit). Bis wir fertig sind, ist das letzte Spülwasser aus dem Motor getropft. Alle Ablassschrauben verschließen, den eigentlichen Schlauch wieder an den Wärmetauscher anschließen. Die 1700 ml, die man mit einer Originalpackung Volvo Kühlflüssigkeitskonzentrat bekommt, reicht gerade um im Ausgleichsbehälter den Minimum Marke zu erreichen. Sehr schlau von den Herren und Damen bei Volvo. Die Originalkühlflüssigkeit gibt es weder hier im Shop noch nebenan. Man empfiehlt und verkauft ganz normale Kühlflüssigkeit wie fürs Auto. Zum halben Preis des Volvozeugs. Man kann natürlich beide nicht mischen. Nächster Punkt, Getriebeöl prüfen. Das hätten wir mal eher machen sollen. Franzmann hat bis an die Oberkante auffüllen lassen, was laut Handbucht nicht sein soll. In der Seewasserpumpe zum Kühlen des Motors wird das Wasser durch ein Gummirädchen in Bewegung gehalten. Dieses gilt es zu überprüfen und gegebenenfalls zu wechseln. Um es zu überprüfen muss man es ausbauen. Nach dem Abschrauben des Gehäusedeckels findet sich gleich mal kein Dichtungsring, wo er laut Handbuch sein sollte. Man verwendet hier Dichtungen aus Papier. Entfernst Du den Deckel zerreißt Du die Dichtung, brauchst Du neuen Impeller, da Dichtung nur in Verbindung mit diesem verkauft wird. Wenn es überhaupt einen gibt. Im Shop gibt es keinen. Der mir versuchsweise überlassen Johnson-Impeller, der eigentlich die gleichen Maße hat, hat eben doch nicht exakt die gleichen Maße. Der Impeller lässt sich halt nicht auf die Antriebsstange stecken, im Gegensatz zum alten. Der ließ sich übrigens nur mit roher Gewalt entfernen, wodurch er beschädigt wurde und schon deshalb ausgetauscht werden muss. Die Originalteile werden bestellt und sollen in 2-3 Tagen hier sein. Somit sind die weiteren Wartungsarbeiten am linken Motor gestoppt. Am rechten kontrollieren wir die Ölstände, alle sind zu hoch. Das Seewassersieb wird gereinigt und der Luftfilter überprüft. Inzwischen ist es stürmisch geworden, ein Gewitter zieht an uns vorbei. Solange es uns nicht trifft sind wir zufrieden. Wir haben keine Lust, bei geschlossenen Luken in einem Backofen zu schlafen.
Bild des Tages: Das benannte Schiff haben wir bislang vergessen zu zeigen.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Mittwoch 25.05.2011


Ein neues Kapitel in der Arbeitsgeschichte wird eröffnet. Und es ist ein weiteres unerfreuliches Kapitel. Die Motorwartung. Schon im Winter habe ich mir die Wartungsanweisungen aus dem Handbuch zusammengestellt, in einer schlüssigen Reihenfolge angeordnet und die Blätter eingeschweißt. Es liest sich alles ganz einfach. Luftfilterwechsel, Ölwechsel, Dieselfilterwechsel, usw. schon beim ersten Punkt das erste Problem. Luftfilter wechseln. Beim Auto öffnet man dazu ein rundes Gehäuse, nimmt den Filter raus, klopft ihn aus und wenn er zu verschmutzt ist wird er gewechselt. Nicht so hier. Das Plastikgehäuse des Luftfilters kann man ausbauen, an den eigentlichen Filter kommt man nicht ran, da er in das Gehäuse eingeschweißt ist. Man ist also gezwungen, das ganze Teil neu zu kaufen. Ein Blick ins Innere zeigt, dass der Filter recht sauber aussieht. Wir sind ja auch nicht mit dem Schiff über staubige Pisten gebrettert. Beim Ausklopfen fällt kein Dreck raus, also unverändert wieder einbauen. Nächster Punkt Seewasserfilter reinigen. Das scheitert wie so oft am Festsitzen der Verschlussschraube. Irgendwie löst sie sich doch und der Filter wird durch Ausspülen von etwas Grünzeug befreit. Nächster Punkt, Dieselvorfilter. Das bei uns installierte Modell habe ich in keinem Katalog mehr gefunden. Das erste Problem. Das ganze Teil ersetzen will ich eigentlich auch nicht, da ich die zu- und abführende starre Dieselleitung aus Kupfer abschrauben müsste und mir nicht sicher bin, dass ein neuer Vorfilter an die alten Anschlüsse passt. Erster Schritt, Öffnen der Schraube am Unterrand, um Wasser abzulassen. Schraube lässt sich nicht drehen. Weiter zu Schritt zwei, Filter öffnen und Filtereinheit rausnehmen. Dazu geeigneten Behälter darunter stellen, um austretendes Diesel aufzufangen. Was soll das für ein geeigneter Behälter sein, der in den schmalen Raum zwischen Bordwand und Motorblock unter den Filter passen soll. Ein abgeschnittener Kanister hat so ungefähr die rechten Maße. Trotzdem schwappt einiges an Diesel über. Ich starte einen halbherzigen Versuch, eine neue Filtereinheit im Shop zu bekommen und tatsächlich, die Teile scheinen genormt zu sein. Baer manchmal passen sie auch nicht, meint der freundliche Verkäufer. Das merkt man natürlich erst nach dem Einbau. Mit dem Filter bekommt man zwei Dichtungsringe, keine drei, die man eigentlich bräuchte. Und diese Dichtungsringe einzeln haben sie nicht im Shop. Irgendwo in der Werkstatt treibe ich noch einen passenden Dichtungsring auf. So in seine Einzelteile zerlegt können wir mit Zangenhilfe auch die Wasserablassschraube öffnen. Beim Wiedereinbau entdecke ich bei einer (der einzigen) Schraube eine kaputte Dichtung. Dafür ist also der beim neuen Filter beigelegte Dichtungsring gedacht. Steht natürlich nicht im Handbuch… Nächster Punkt, Dieselfilter. Ist natürlich wieder so fest sitzend, dass ich auf ein von Franznmann improvisiert verändertes Teil zurückgreifen muss. Ein Ölfilterabschrauber, der auf die kleineren Maße des Dieselfilters verändert wurde. Neuen Dieselfilter reindrehen, hoffentlich nicht zu fest, aber fest genug, dass nichts undicht ist. Die Angaben hierzu sind natürlich widersprüchlich. Im Handbuch heißt es, wenn die Dichtung anliegt noch eine halbe Umdrehung, auf dem Filter steht eine ganze Umdrehung. Motor entlüften und der Abschnitt Diesel sollte beendet sein. Kühlmittelwechsel und Wärmetauscher reinigen. Auffangbehälter unter zwei Ablassschrauben stellen. Die sind jetzt völlig unzugänglich. Aber freundlicherweise wurden sie mit Nippeln versehen, so dass man Schläuche zum Ableiten anbringen kann. Steht so natürlich nicht im Handbuch. Ich wandere in den Shop, kaufe Gummischlauch. Die Ablassschrauben mit aufgestecktem Gummischlauch aufdrehen. Wie denn, wenn man kaum ran kommt. Nicht mal Japaner dürften so kleine Finger haben. Und Zangen sind auch zu groß. Ratschennüsse gehen nicht wegen Schlauch, bzw. Nippel. Und außerdem sind es keine gewöhnlichen Schrauben. Sie sind aus Plastik und haben keinen richtigen Schraubenkopf. Irgendwie viereckig mit Rundungen nach innen an den Seiten. Mit einem kleinen verstellbaren Schraubenzieher komme ich so gerade ran und das Teil lässt sich nach Kraftakt Millimeter für Millimeter drehen. Es heißt im Handbuch, Einlassöffnung des Wärmetauschers von Schlauchbefreien, dass Flüssigkeit schneller abläuft. Das soll man als erstes machen. Nut läuft in diesem Fall die Kühlflüssigkeit aus dieser Öffnung. Und da lässt sich wirklich nichts drunter stellen. Richtige Reihenfolge, erst die beiden Ablassschrauben öffnen, warten bis etwas Brühe abgelaufen ist, dann das den Schlauch abbauen. Wärmetauscher reinigen. Dazu Schlauch in die oberste Öffnung stecken und spülen, bis unten klares Wasser raus kommt. Wenn man auch nur wenig Wasser oben rein laufen lässt, läuft trotzdem das meiste daneben. Sinnvoll wäre, ein kurzes Schlauchstück oben anzuschließen und in diesen Wasser schütten. Shop hat inzwischen zu und die Sache mit dem Schlauch muss bis morgen warten.
Heute war es sehr heiß. 28° in unserem Schlafzimmer unten. Gewitterwolken sind nur über den Bergen ringsum entstanden.
Bild des Tages: Sämtliche Teile waren natürlich gaaaaanz leicht zugänglich im engen Motorraum.