Und
wieder stehen wir um 06.30 auf. Der Anker ist gleich heroben und um 06.50
fahren wir ab. Um 07.40 sind wir an der südlichen Kanaleinfahrt und schneller
als geplant in Lefkas. Die Brückenöffnung um 08.00 schaffen wir nicht mehr,
deshalb fällt um 08.20 der Anker im
Hafenbecken. Auf der fahrt nach Preveza haben wir alte Wellen von der Seite. Es
schaukelt, aber nicht so viel wie auf den wenigen kleinen Monos, die uns
entgegen kommen. Um 10.45 legen wir längsseits an der Hafenmauer in Preveza an
und füllen die Wassertanks auf. Sie waren nicht mal zur Hälfte leer. Brot und
Milch wird eingekauft, mehr bekommen unsere Gäste nicht vorgesetzt. Hier im
Hafenbecken werden endlich die ersten Turtels gesichtet, mindestens zwei
verschiedene tauchen immer wieder auf. Auf der Fahrt in die Schweinebucht
überholen wir ohne es darauf angelegt zu haben 3 Segler. Außer dass sie ihre
Beiboote hinter gezogen haben waren ihre Segel richtig getrimmt. Einer hatte
sogar einen Blister gesetzt. Trotz gutem 4er Wind hatten wir sie bis zur
Abzweigung nach Vonitsa überholt. Mit einer Maschine und 1900 U/min waren wir
sehr sparsam unterwegs. In der Bucht lagen ein Segler und ein kleines Motorboot
vor Anker, wir hatten die freie Auswahl für unseren Ankerplatz. Ein kleiner
Belgier und ein Kat mit 6 Russen kamen im Lauf des Tages dazu. Alle führten
sich brav und anständig auf. Kurz vor Mitternacht meldete sich der
Schiffs-Klopfer wieder. Ein dunkler Schatten wurde gesichtet und
Schnaufgeräusche gehört. Mit dem Scheinwerfer waren die Mädels zu langsam, das
Wesen aus der Dunkelheit zu holen. Die Russen hatten wohl einen eigenen
Klopfer, da sie ebenfalls mit dem Scheinwerfer immer wieder ins Wasser
leuchteten.
Dienstag, 29. Juli 2014
Montag 28.07.2014
Der
Morgen begrüßte uns mit vielen Wolken. Nach einer kurzen Lagebesprechung
entscheiden wir, schon heute in die One Tree Bay zu fahren. Mit etwas
Rückenwind sind wir in 2,5 Stunden da. Kurz vor 12.00 ist der perfekte
Zeitpunkt für die Ankunft. Die Übernachter sind gerade weg, die neuen noch
nicht da. Kaum liegt unser Anker, fallen die Flottillen ein, erst Sunsail, dann
Neelson, dann Happy. Draußen im Binnenmeer sind unzählige Segel unterwegs. Der
Wind bei uns am Ankerplatz hält sich in Grenzen. Am Abend sind wir von drei
anderen Seglern umkreist. Zumindest die Musik von der Beach-Bar wird nach
Sonnenuntergang abgedreht.
Bild
des Tages: Fahrt zur One Tree Bay
Montag, 28. Juli 2014
Sonntag 27.07.2014
Und
wieder durften wir früh aufstehen. Um 06.30 wurde klar Schiff gemacht, um 07.00
legten wir ab. Die Gäste wachten erst nach Passieren des Fahrwassers auf. Um
08.00 sahen wir drei Schiffe aus dem Kanal kommen. Es sah aus, als wären wir
gleich an der Einfahrt, aber es dauerte etwas länger. Um 20 Minuten vor der
Brückenöffnung waren wir doch schon so nah an der Brücke, dass wir die
Geschwindigkeit reduzierten. Pünktlich waren wir vor der Brücke und fuhren als
erste ein. Die entgegenkommenden Schiffe hatten wohl Angst vor unserer Breite
und trauten sich nicht losfahren, worauf der Brückenwärter zu hupen begann und
heftig schimpfte. 50 Minuten dauerte die Kanaldurchfahrt. In Lefkas wehte ein
kräftiger Ostwind, im Kanal wurde er schwächer. An Lefkas entlang frischte er
wieder auf gut 4 Bft. auf. Kaum einer fuhr mit uns in Richtung Süden. Drei
Segler lagen in der Desimi-Bucht, als wir nach insgesamt 4,5 Stunden ankamen.
Auf 7 Meter legten wir den Anker und fuhren ihn ein. Er hielt, aber beim
Tauchen war er schräg eingegraben. Wir gaben 10 Meter mehr und ließen es gut
sein. Es wird schon kein 5er Wind aus Süd in der Nacht kommen. Neben Clausis
Campingplatz stehen zwei neue Häuser, mit Swimmingpool und Poolbar, sonst ist
alles wie vor einem Jahr. Ein paar wilde Ankermanöver werden uns geboten, wie
auch nicht haltende Anker. Zum Abendessen fahren wir an Land. Zuvor musste der
neue Außenborder trotz Winterservice der Marina mit Nachdruck überzeugt werden,
zu starten.
Bild
des Tages: Desimi-Bucht
Samstag, 26. Juli 2014
Samstag 26.07.2014
Heute
hieß es früh aufstehen, da der Flieger der Mädels schon um 09.00 landete. Nach
einem kurzen Einzug in die Kabine fuhren wir zum Acharon. Wir folgten dem
Wegweiser und wurden kreuz und quer über die Dörfer geführt. Auf einmal war die
Straße aus und wir fuhren über Feldwege und Schotterpisten weiter. Am Acharon
war die Kühle sehr angenehm. Wir wanderten bis zur ersten Quelle. Bei der
sprudelte eiskaltes Wasser aus der Wand. Eine Luft wie aus dem Kühlschrank
schlug einem entgegen. Längere Zeit setzten wir uns direkt am Bach in ein
Lokal. Einige Schlauchbootfahrer trieben vorbei, einige Reiter wurden durch den
Bach geführt. Als im Laufe des Nachmittags einige Leute mehr eintrudelten,
kamen die vier Bedienungen ins Rotieren. Bei der Rückfahrt wollten wir es
schlauer angehen und wählten ab Gliki die breitere Straße. Die wurde bald enger
und endete wieder als Schotterpiste. Wieder fuhren wir ein paar Mal hin und
her, bis wir auf der Hauptstraße landeten.
Video
des Tages: Acharonquelle
Freitag 25.07.2014
In
den frühen Morgenstunden dringen Geräusche zu uns, als würde wieder einmal ein
Frachter anlegen. Weit gefehlt, ein Kleiner Kreuzfahrer hat an der Hafenmauer
festgemacht und lädt seinen Müll ab.
Wir
brechen zum Großeinkauf auf, da morgen die Mädels landen. In der Apotheke
kosten 30 Stück Aspirin 1,10 €. In der Putzmittelabteilung des Massoutis finden
wir heute ganz spezielle Mittelchen. Salzsäure, 1,5 Liter, 4 €. Oxalsäure, 1,5
Liter 6 € und Phosphorsäure, 1,5 Liter 8 €. Alles frei verkäuflich, rezeptfrei…
Der
Mantel meines Radels hat sich in der Sonne aufgelöst und ich durfte einen neuen
aufziehen. Nach 5 Jahren in der Backskiste wurde er endlich seiner Bestimmung
übergeben. Bei einer Probefahrt zum neuen Hafen kam ich nur bis zur versperrten
Zufahrt. Ein ganz neuer Hafen, mit Strom und Wasser, keiner nutzt ihn, er darf
einfach so verfallen. Da freuen wir uns doch, dass es der EU-Kommission
gelungen ist, Griechenland beim Abrufen von Fördergeldern nachhaltig zu
unterstützen.
Abends
werden wir Thalia untreu. Wir wollen eine neu eröffnete Pizzeria (Al Forno) ausprobieren. Die Bestellung wird modern mit
Tablett aufgenommen. Carola war mit der kleinsten Version gut bedient, mit der
mittleren Größe hätte ich Schwierigkeiten gehabt, wenn nicht Thalia
vorbeigekommen wäre, um sich ein Stück zu stibitzen. Eine kleine Tochter des
Hauses durfte beim Bedienen helfen und stellte sich um Welten geschickter an
als der Grobmotoriker beim Panos.
Ein
auf alt getrimmter griechischer Gullet (Iraklis L) lag direkt vor uns.
Putztechnisch war die Besatzung sehr schlampig. Einer wischte mit ein und dem
selben Lappen wahllos über Scheiben, Bordwand und Holz.
Freitag, 25. Juli 2014
Donnerstag 24.07.2014
Als
erstes wird das Deck abgespritzt, da der Regen wieder viele Flecken mit
zusammen gespültem Dreck zurückgelassen hat. Wäsche wird gewaschen und
Kleinkram umgeräumt. Als ich am Nachmittag (18.00 Uhr) in die Stadt radle um
einen Liter Milch zu kaufen will ich gleichzeitig eine Postkarte einwerfen. Die
Post sieht geschlossen aus, wie auch die ganze Stadt ausgestorben ist. An der
Türe der Post stehen die Öffnungszeiten, 07.30 bis 20.30. Tatsächlich ist die
Türe offen. Weder vor noch hinter den Schaltern steht ein Mensch, alles ist wie
ausgestorben. Als ich schon wieder gehen wollte, taucht aus dem Hintergrund
eine Frau auf und nimmt mir meine Postkarte ab. Im Vorbeifahren sehe ich, dass
es bei Cosmote ähnlich aussieht. Drei Angestellte stehen an ihren Schaltern,
keine Kunden in Sicht.
Ein
weiteres elektrisches Geheimnis beschäftigt uns. Wenn wir in der Ankerbucht den
Kühlschrank über Nacht um eine Stufe zurückstellen läuft er in sparsamem
Dauerbetrieb und das Gefrierfach im Kühlschrank taut ab. Mit Landstrom schaltet
er sich auf dieser Stufe immer wieder ab, taut aber nicht auf. Ohne Landstrom
auf höchster Stufe schaltet er sich ebenfalls immer wieder ab und taut
ebenfalls ab.
Bild
des Tages: Blue C I, ehemals Blue Clipper
Mittwoch, 23. Juli 2014
Mittwoch 23.07.2014
Die
erste angekündigte Regennacht haben wir ohne einen Tropfen überstanden. Dafür
haben wir Rantanplans Bruder entdeckt, zumindest im Geiste. Der Köter hier
bellt genauso hirnfrei ohne jeden Anlass. Er hat ebenfalls eine Hundehütte und
verkriecht sich gerne unter den Wohnwagen seines Herrchens, um dort im Liegen
weiter zu kläffen. Sein Herrchen hat an den Marinastegen einige Charterschiffe
liegen, die gelegentlich genutzt werden.
An
unserem Steg hat ein Wiener Motorboot die Stromversorgung geschrottet. Das Paar
Wiener von stattlichen Ausmaßen bewohnt mit Sohn und Freundin ein höchstens
vier Meter langes Motorboot. Aber mit ganz dickem Stromkabel. Damit haben sie
nicht die Sicherungen raus springen lassen, sie haben sie geschmolzen.
Tatsächlich
beginnt es am Vormittag zu tröpfeln. Nicht so viel, dass man von einem Schauer
sprechen könnte, aber das Deck ist immerhin nass. Da an den anderen Stegen
Plätze frei wurden, nutzen wir die Gelegenheit und verlassen Köter und Wiener.
Der Wind bläst uns aus der einen Parklücke raus und in die nächste, nicht viel
längere, hinein.
An
der Hafenmauer hat der Dreimaster Blue Clipper festgemacht, allerdings haben
sie die Buchstaben so überstrichen, dass er jetzt Blue C I heißt. Im
Hafenbecken treiben sich wieder der Turtels herum, und diesmal erwisch ich
sogar eine für ein Photo. Vor der Marina stehen auf einmal viele italienische
Wohnmobile. Eigentlich ist das keine sehr ansprechende Umgebung. Dann kommt die
Erleuchtung. Die meinen, sie sind auf dem Oktoberfest. Sie sind einfach den
Lichtern des kleinen Riesenrads gefolgt, das sich hier den ganzen Sommer über
dreht.
Am
Nachmittag hängen die dicken Gewitterwolken über Vonitsa, wir haben Sonne.
Abends wird diese Trennung schärfer. Wie mit einem Lineal gezogen verläuft über
uns die Grenze zwischen Sternenhimmel und dunkler Nacht. Links von uns blitzt
und donnert es unterbrochen. Irgendwann in der Nacht fallen auch bei uns ein
paar Tropfen.
Bild
des Tages: Turtel
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