Dienstag, 29. Juli 2014

Dienstag 29.07.2014

Und wieder stehen wir um 06.30 auf. Der Anker ist gleich heroben und um 06.50 fahren wir ab. Um 07.40 sind wir an der südlichen Kanaleinfahrt und schneller als geplant in Lefkas. Die Brückenöffnung um 08.00 schaffen wir nicht mehr, deshalb  fällt um 08.20 der Anker im Hafenbecken. Auf der fahrt nach Preveza haben wir alte Wellen von der Seite. Es schaukelt, aber nicht so viel wie auf den wenigen kleinen Monos, die uns entgegen kommen. Um 10.45 legen wir längsseits an der Hafenmauer in Preveza an und füllen die Wassertanks auf. Sie waren nicht mal zur Hälfte leer. Brot und Milch wird eingekauft, mehr bekommen unsere Gäste nicht vorgesetzt. Hier im Hafenbecken werden endlich die ersten Turtels gesichtet, mindestens zwei verschiedene tauchen immer wieder auf. Auf der Fahrt in die Schweinebucht überholen wir ohne es darauf angelegt zu haben 3 Segler. Außer dass sie ihre Beiboote hinter gezogen haben waren ihre Segel richtig getrimmt. Einer hatte sogar einen Blister gesetzt. Trotz gutem 4er Wind hatten wir sie bis zur Abzweigung nach Vonitsa überholt. Mit einer Maschine und 1900 U/min waren wir sehr sparsam unterwegs. In der Bucht lagen ein Segler und ein kleines Motorboot vor Anker, wir hatten die freie Auswahl für unseren Ankerplatz. Ein kleiner Belgier und ein Kat mit 6 Russen kamen im Lauf des Tages dazu. Alle führten sich brav und anständig auf. Kurz vor Mitternacht meldete sich der Schiffs-Klopfer wieder. Ein dunkler Schatten wurde gesichtet und Schnaufgeräusche gehört. Mit dem Scheinwerfer waren die Mädels zu langsam, das Wesen aus der Dunkelheit zu holen. Die Russen hatten wohl einen eigenen Klopfer, da sie ebenfalls mit dem Scheinwerfer immer wieder ins Wasser leuchteten. 

Montag 28.07.2014

Der Morgen begrüßte uns mit vielen Wolken. Nach einer kurzen Lagebesprechung entscheiden wir, schon heute in die One Tree Bay zu fahren. Mit etwas Rückenwind sind wir in 2,5 Stunden da. Kurz vor 12.00 ist der perfekte Zeitpunkt für die Ankunft. Die Übernachter sind gerade weg, die neuen noch nicht da. Kaum liegt unser Anker, fallen die Flottillen ein, erst Sunsail, dann Neelson, dann Happy. Draußen im Binnenmeer sind unzählige Segel unterwegs. Der Wind bei uns am Ankerplatz hält sich in Grenzen. Am Abend sind wir von drei anderen Seglern umkreist. Zumindest die Musik von der Beach-Bar wird nach Sonnenuntergang abgedreht.

Bild des Tages: Fahrt zur One Tree Bay

Montag, 28. Juli 2014

Sonntag 27.07.2014

Und wieder durften wir früh aufstehen. Um 06.30 wurde klar Schiff gemacht, um 07.00 legten wir ab. Die Gäste wachten erst nach Passieren des Fahrwassers auf. Um 08.00 sahen wir drei Schiffe aus dem Kanal kommen. Es sah aus, als wären wir gleich an der Einfahrt, aber es dauerte etwas länger. Um 20 Minuten vor der Brückenöffnung waren wir doch schon so nah an der Brücke, dass wir die Geschwindigkeit reduzierten. Pünktlich waren wir vor der Brücke und fuhren als erste ein. Die entgegenkommenden Schiffe hatten wohl Angst vor unserer Breite und trauten sich nicht losfahren, worauf der Brückenwärter zu hupen begann und heftig schimpfte. 50 Minuten dauerte die Kanaldurchfahrt. In Lefkas wehte ein kräftiger Ostwind, im Kanal wurde er schwächer. An Lefkas entlang frischte er wieder auf gut 4 Bft. auf. Kaum einer fuhr mit uns in Richtung Süden. Drei Segler lagen in der Desimi-Bucht, als wir nach insgesamt 4,5 Stunden ankamen. Auf 7 Meter legten wir den Anker und fuhren ihn ein. Er hielt, aber beim Tauchen war er schräg eingegraben. Wir gaben 10 Meter mehr und ließen es gut sein. Es wird schon kein 5er Wind aus Süd in der Nacht kommen. Neben Clausis Campingplatz stehen zwei neue Häuser, mit Swimmingpool und Poolbar, sonst ist alles wie vor einem Jahr. Ein paar wilde Ankermanöver werden uns geboten, wie auch nicht haltende Anker. Zum Abendessen fahren wir an Land. Zuvor musste der neue Außenborder trotz Winterservice der Marina mit Nachdruck überzeugt werden, zu starten.

Bild des Tages: Desimi-Bucht

Samstag, 26. Juli 2014

Samstag 26.07.2014

Heute hieß es früh aufstehen, da der Flieger der Mädels schon um 09.00 landete. Nach einem kurzen Einzug in die Kabine fuhren wir zum Acharon. Wir folgten dem Wegweiser und wurden kreuz und quer über die Dörfer geführt. Auf einmal war die Straße aus und wir fuhren über Feldwege und Schotterpisten weiter. Am Acharon war die Kühle sehr angenehm. Wir wanderten bis zur ersten Quelle. Bei der sprudelte eiskaltes Wasser aus der Wand. Eine Luft wie aus dem Kühlschrank schlug einem entgegen. Längere Zeit setzten wir uns direkt am Bach in ein Lokal. Einige Schlauchbootfahrer trieben vorbei, einige Reiter wurden durch den Bach geführt. Als im Laufe des Nachmittags einige Leute mehr eintrudelten, kamen die vier Bedienungen ins Rotieren. Bei der Rückfahrt wollten wir es schlauer angehen und wählten ab Gliki die breitere Straße. Die wurde bald enger und endete wieder als Schotterpiste. Wieder fuhren wir ein paar Mal hin und her, bis wir auf der Hauptstraße landeten.

Video des Tages: Acharonquelle

Freitag 25.07.2014

In den frühen Morgenstunden dringen Geräusche zu uns, als würde wieder einmal ein Frachter anlegen. Weit gefehlt, ein Kleiner Kreuzfahrer hat an der Hafenmauer festgemacht und lädt seinen Müll ab.
Wir brechen zum Großeinkauf auf, da morgen die Mädels landen. In der Apotheke kosten 30 Stück Aspirin 1,10 €. In der Putzmittelabteilung des Massoutis finden wir heute ganz spezielle Mittelchen. Salzsäure, 1,5 Liter, 4 €. Oxalsäure, 1,5 Liter 6 € und Phosphorsäure, 1,5 Liter 8 €. Alles frei verkäuflich, rezeptfrei…
Der Mantel meines Radels hat sich in der Sonne aufgelöst und ich durfte einen neuen aufziehen. Nach 5 Jahren in der Backskiste wurde er endlich seiner Bestimmung übergeben. Bei einer Probefahrt zum neuen Hafen kam ich nur bis zur versperrten Zufahrt. Ein ganz neuer Hafen, mit Strom und Wasser, keiner nutzt ihn, er darf einfach so verfallen. Da freuen wir uns doch, dass es der EU-Kommission gelungen ist, Griechenland beim Abrufen von Fördergeldern nachhaltig zu unterstützen.
Abends werden wir Thalia untreu. Wir wollen eine neu eröffnete Pizzeria (Al Forno)  ausprobieren. Die Bestellung wird modern mit Tablett aufgenommen. Carola war mit der kleinsten Version gut bedient, mit der mittleren Größe hätte ich Schwierigkeiten gehabt, wenn nicht Thalia vorbeigekommen wäre, um sich ein Stück zu stibitzen. Eine kleine Tochter des Hauses durfte beim Bedienen helfen und stellte sich um Welten geschickter an als der Grobmotoriker beim Panos.

Ein auf alt getrimmter griechischer Gullet (Iraklis L) lag direkt vor uns. Putztechnisch war die Besatzung sehr schlampig. Einer wischte mit ein und dem selben Lappen wahllos über Scheiben, Bordwand und Holz. 

Freitag, 25. Juli 2014

Donnerstag 24.07.2014

Als erstes wird das Deck abgespritzt, da der Regen wieder viele Flecken mit zusammen gespültem Dreck zurückgelassen hat. Wäsche wird gewaschen und Kleinkram umgeräumt. Als ich am Nachmittag (18.00 Uhr) in die Stadt radle um einen Liter Milch zu kaufen will ich gleichzeitig eine Postkarte einwerfen. Die Post sieht geschlossen aus, wie auch die ganze Stadt ausgestorben ist. An der Türe der Post stehen die Öffnungszeiten, 07.30 bis 20.30. Tatsächlich ist die Türe offen. Weder vor noch hinter den Schaltern steht ein Mensch, alles ist wie ausgestorben. Als ich schon wieder gehen wollte, taucht aus dem Hintergrund eine Frau auf und nimmt mir meine Postkarte ab. Im Vorbeifahren sehe ich, dass es bei Cosmote ähnlich aussieht. Drei Angestellte stehen an ihren Schaltern, keine Kunden in Sicht.
Ein weiteres elektrisches Geheimnis beschäftigt uns. Wenn wir in der Ankerbucht den Kühlschrank über Nacht um eine Stufe zurückstellen läuft er in sparsamem Dauerbetrieb und das Gefrierfach im Kühlschrank taut ab. Mit Landstrom schaltet er sich auf dieser Stufe immer wieder ab, taut aber nicht auf. Ohne Landstrom auf höchster Stufe schaltet er sich ebenfalls immer wieder ab und taut ebenfalls ab.
Bild des Tages: Blue C I, ehemals Blue Clipper


Mittwoch, 23. Juli 2014

Mittwoch 23.07.2014

Die erste angekündigte Regennacht haben wir ohne einen Tropfen überstanden. Dafür haben wir Rantanplans Bruder entdeckt, zumindest im Geiste. Der Köter hier bellt genauso hirnfrei ohne jeden Anlass. Er hat ebenfalls eine Hundehütte und verkriecht sich gerne unter den Wohnwagen seines Herrchens, um dort im Liegen weiter zu kläffen. Sein Herrchen hat an den Marinastegen einige Charterschiffe liegen, die gelegentlich genutzt werden.
An unserem Steg hat ein Wiener Motorboot die Stromversorgung geschrottet. Das Paar Wiener von stattlichen Ausmaßen bewohnt mit Sohn und Freundin ein höchstens vier Meter langes Motorboot. Aber mit ganz dickem Stromkabel. Damit haben sie nicht die Sicherungen raus springen lassen, sie haben sie geschmolzen.
Tatsächlich beginnt es am Vormittag zu tröpfeln. Nicht so viel, dass man von einem Schauer sprechen könnte, aber das Deck ist immerhin nass. Da an den anderen Stegen Plätze frei wurden, nutzen wir die Gelegenheit und verlassen Köter und Wiener. Der Wind bläst uns aus der einen Parklücke raus und in die nächste, nicht viel längere, hinein.
An der Hafenmauer hat der Dreimaster Blue Clipper festgemacht, allerdings haben sie die Buchstaben so überstrichen, dass er jetzt Blue C I heißt. Im Hafenbecken treiben sich wieder der Turtels herum, und diesmal erwisch ich sogar eine für ein Photo. Vor der Marina stehen auf einmal viele italienische Wohnmobile. Eigentlich ist das keine sehr ansprechende Umgebung. Dann kommt die Erleuchtung. Die meinen, sie sind auf dem Oktoberfest. Sie sind einfach den Lichtern des kleinen Riesenrads gefolgt, das sich hier den ganzen Sommer über dreht.
Am Nachmittag hängen die dicken Gewitterwolken über Vonitsa, wir haben Sonne. Abends wird diese Trennung schärfer. Wie mit einem Lineal gezogen verläuft über uns die Grenze zwischen Sternenhimmel und dunkler Nacht. Links von uns blitzt und donnert es unterbrochen. Irgendwann in der Nacht fallen auch bei uns ein paar Tropfen.

Bild des Tages: Turtel