Nach den letzten kurzen Nächten schlafen wir erst einmal richtig aus. Nach dem Frühstück wird gleich gearbeitet. Der Rost der Ankerkette, der gestern auf Deck bröselte, wird wegge-spült, bzw. gewischt. Danach wird der Sonnenschutz aufgebaut, da die Sonne brutal sticht. Es folgt der Sprung ins Wasser, Schiff unter Wasser putzen. Mit der Spachtel werden die größe-ren Algenbüschel abgekratzt. Mit einer Gewindestange werden die Wassereintrottskanäle am Saildrive bearbeitet. In den Hohlräumen haben sich einige Muscheln angesammelt. Als nächs-tes widme ich mich den im Mast verlaufenden Kabeln. Die haben die letzten Tage nervig zum Klappern begonnen. Zunächst die Bestandsaufnahme. Im Saloontisch ist eine Klappe, hinter der die nach oben laufenden Kabel gebündelt werden. Eines ist für eine Fernsehantenne, ein schwarzes wahrscheinlich für die Funkantennen. Zwei weitere schwarze bleiben unidentifi-ziert. Wahrscheinlich sind sie für Windrichtungs- und Windstärkeanzeige. Die drei grauen Kabel werden durch Multitester und Schalten der Sicherungen identifiziert. Maststrahler, Mo-torlicht und Anker- plus Positionslicht. Frankreich hat sich wieder mal durch abenteuerliche Verkabelung ausgezeichnet. Vier Kabel in eine Öffnung einer Lüsterklemme gequetscht. Beim Bewegen des Kabelsalates, um den Phasenprüfer ansetzen zu können, reißt natürlich eines der vier Kabel aus. Die Schraube der Lüsterklemme ist so verrostet, dass sie nicht auf-geht und ich die Kabel abzwicken muss. Neu miteinander verbunden haben wieder alle Verbraucher Strom. Zumindest bis hierher. Anker- und Positionslicht funktionieren bekann-termaßen nicht. Draußen ist bei den anderen Schiffen ein ständiges Kommen und Gehen. Ir-gendwann sind wir das „dienstälteste“ Schiff am Strand. Zum Abendessen sind es 20 Schiffe. Ein im Dunkeln ankommender Norweger quetscht sich noch an den Rand des Ankerfeldes. Die Nacht wird wieder etwas unruhig, da der Wind sowohl auffrischt als auch wiederholt dreht. Unser Anker hält uns dennoch an unserem Platz. Bild des Tages: Unsere erste Ankerbucht in Griechenland
Um 05.30 ist es für uns genug. Wir packen im ersten Dämmerlicht unsere Fender und Fest-macher ein und holen den Anker auf. Zumindest das funktioniert auf Anhieb. Hätte noch ge-fehlt, dass er sich irgendwo verhakt. Als wir die Südspitze Italiens umrunden geht die Sonne auf. Und auf einmal sind wir von Frachtern umzingelt. Günstigerweise fahren sie alle um uns herum, so dass wir keine Kursänderung durchführen müssen. Ein kurzer Versuch, mit einem ausgerollten Segel die Geschwindigkeit zu erhöhen wird schnell wieder beendet. Zwar wur-den wir um 1 Knoten schneller, dafür mussten wir einen Kurs nach Albanien anlegen. Segel wieder eingerollt und Kurs Griechenland. Frühstück zur Feier des Tages wieder einmal mit Haferflocken und Corn Flakes. Die weitere Fahrt gestaltet sich komplikationslos. Es begegnen uns noch mehrere Schiffe, die große Mehrheit Richtung Italien unterwegs. Schön für uns, mehr freie Ankerplätze in Griechenland. Italien verschwindet im Dunst und etwa später taucht Griechenland auf. Die Gastlandflaggen werden gewechselt. Othoni lassen wir rechts liegen und umrunden die Südspitze von Erikoussa. Es liegen schon einige Schiffe vor Anker. Das beruhigt uns, da der Wind nicht wie vom Wetterbericht angekündigt aus Norden, sondern aus Südwesten kommt und die Bucht lediglich gegen Nordwind Schutz bietet. Die Reihe der be-reits ankernden Schiffe fortsetzend suchen wir uns ein Plätzchen und lassen den Anker fallen. Er hält natürlich nicht. Hochziehen und noch mal von vorne. Jetzt bewegt sich das Schiff bei Vollgas zurück nicht mehr. Luken auf und durchschnaufen. Dann ab ins Wasser. Unglaublich, man sieht unter Wasser von der Bugspitze bis zum Ruder. Und noch weiter. In der Marina habe ich die Bordwand gesehen, wenn ich 20 cm davon entfernt war. Den Anker sieht man wunderbar auf 7 Meter Tiefe. Ob so ein gut eingegrabener Anker aussieht weiß ich leider nicht. Auf jeden Fall zeigt die Spitze nach unten und steckt im Sand. Als wir uns gerade an die Ruhe gewöhnt haben fällt eine kleine Flotte italienischer Schiffe ein, Jugendgruppe auf Reisen. Kaum sind die Anker gefallen geht das Geplärre los. Maurizio!! Maria!! BlaBla!! Da sind wir in Griechenland und was hören wir? Italienisch. Später steigen sie auf ihre Funkgerä-te um, was gar nicht nötig wäre, so wie sie schreien. Jetzt hört man´s halt doppelt. In der Nacht dreht öfters der Wind, aber wir treiben nicht ab. Glück gehabt. Bild des Tages: Segeln in den Sonnenaufgang
Wir sind draußen, wir sind drüben, wir sind weg!!! Jubel!!!
Und jetzt der Reihe nach. Gemäß gestern entworfenem Plan B sind wir heute um 04.30 aufgestanden. Wie erwartet zogen sich Frühstück, Morgentoilette und letzte Vorbereitungen hin, bis es ausreichend hell geworden ist. Motoren an und Leinen los. Da uns der Wind auf den Steg drückt führe ich den Kat per Hand nach hinten und spring auf. Gaaanz langsam geht es auf die Schleuse zu. Nachdem die schon beim ersten Versuch die Bugspitzen nicht den Beton trafen ziehen wir den Kat langsam durch die Schleuse. Dass wir das eigentliche Einfahrtstor nehmen stört keinen. Bei diesem Tor konnten wir sicher sein, dass es breit genug ist, da wir es ja schon einmal passierten. Etwas schneller fahren wir weiter durch den Kanal. Es war nicht vorausberechnet, aber es ist beruhigend, dass Flut ist. Der Tiefenmesser pendelt um die 2 Meter. Nach Passieren der letzten beiden Bojen auf dem Weg zu den äußeren Einfahrtstonnen wird es langsam tiefer. Motor auf Marschfahrt gebracht, Autopilot auf 88° und Aufräumen. Festmacher und Fender verschwinden in den Bugkammern. Der von Gaetano gestern prophezeite Westwind stellt sich nicht ein. Zu wenig Wind für die Segel. Dafür von vorne eine alte Dünung, die immer wieder kräftig von unten gegen das Mittelteil schlägt. Ist man im Schiff glaubt man bei dem Knarzen und Ächzen, dass es jeden Moment auseinander bricht. Aber das gehört wohl so. Schon bald taucht Unterhaltung auf. Ein rotes Gummiboot. Die Besatzung erhebt sich in die Lüfte, als wir uns nähern. Der Müll der uns begegnet ist vielfältig. Bälle, Schwimmflügel und Styroporteile. Letztere sind unangenehm, da gelegentlich an ihnen Netze befestigt sind. Delphine sind ein erfreulicherer Anblick. Einer taucht 2 Meter neben uns auf, leider nur einmal. In der Ferne sehen wir öfters Delphine jagen und ihre Beutefische aus dem Wasser treiben. Wir glauben es kaum, das Meer ist blau. Nicht grün und braun wie das Wasser in der Marina. Ein leuchtendes dunkles Blau, das wir am besten durch unsere Notausstiegsluke sehen. Als wir die Mitte des Golfes erreicht haben, weit weg vom Land, werden wir von Gewittern eingekreist. Ein großes hinten über Punto Alice, eines links und eines vorne. Wir überlegen, zwischen ihnen hindurch zu fahren, können dann den Kurs beibehalten, da sie sich freundlicherweise auflösen. Überraschend ist der geringe Verkehr. Wir hätten mit mehr Frachtern oder Tankern von und nach Taranto gerechnet. Wir begegnen nur einem und drei Fischerbooten. Erst als der Stiefelabsatz in Sichtweite kommt, taucht ein Segelboot auf. Und auch wieder viel Müll.
Wie nicht zu vermeiden holt uns die Dunkelheit ein. Vor Sonnenuntergang waschen wir uns an Deck den Dreck und Sonnencreme ab. Entlang der gut beleuchteten Küste fahren wir weiter Richtung Leuka. Wiederholte Versuche, dem Radar seine alten Funktionen einzuhauchen, scheitern. Weiter im Blindflug und im Vertrauen auf die vorschriftsmäßige Lichterführung der anderen. Die Strecke zieht sich ewig, wobei wir das Leuchtfeuer von Leuka schon ewig sehen. Hat auch eine Tragweite von 25 sm. Bis zuletzt bleibt unklar, ob der Leuchtturm vor oder hinter einer Landzunge steht. Er stand dahinter. Bei den vielen Lichtern an Land haben wir zudem Probleme, die Hafeneinfahrt auszumachen. Schon blöd, wenn man nachts in einen fremden Hafen einlaufen will. Wir ziehen in sicherem Abstand vor der vermeintlichen Einfahrt einige Kreise und bringen Fender und Festmacher an. Ganz langsam tasten wir uns an den Hafen heran. Warum kann nicht jetzt ein anderes, einheimisches Schiff daherkommen und uns voran fahren? Wir treffen tatsächlich die Einfahrt und wie von Peter angekündigt kann man an der rechten Seite festmachen. Da liegt auch schon ein Italiener. Das Anlegen klappt erstaunlich gut, mit den zwei Maschinen kann man sogar seitlich einparken. Leinen fest und ab ins Bett. 23.00 ist es inzwischen geworden. Der Blick zum Schlafzimmerfenster hinaus geht auf eine Mauer. Wie der Blick nach draußen an meinem letzten Arbeitsplatz. Obwohl am Ufer vor dem Hafen eine Disko für viel und laute Musik sorgt, ist es bei uns angenehm ruhig. Bis…
Bis es an den Rumpf klopft und uns ein eher unfreundlicher Mensch klar macht, dass er von der Coast Guard sei und hier festmachen verboten sei. In 10 Minuten sollen wir weg sein oder 340 € Strafe. Da sind wir natürlich vor Ablauf der 10 Minuten verschwunden. Der Italiener wurde bereits weggeschickt und ankert neben den anderen Ankerliegern. Das Ankerfeld liegt wo? Genau vor der Disko. Beim Ankereinfahren sind wir auch nicht vom Glück verfolgt. 4 Versuche braucht es, bis er hält. Dennoch trauen wir der ganzen Sache nicht und gehen abwechselnd Ankerwache. Zweiter Schlafversuch um 02.20. Die Musikbeschallung hält die ganze Nacht an, ab 04.00 zumindest mit reduzierter Lautstärke.
Unser voraussichtlich letzter Tag in der Marina Laghi di Sibari. Wir wollen früh den Wetterbericht einholen, die Rechnung in der Marina bezahlen und letzte(!!) Vorbereitungen auf dem Schiff treffen. Im Lauf des Tages werden wir die Schleusendurchfahrt in Angriff nehmen, draußen ein bisschen rumfahren und alles Testen und dann die Nacht über ankern. Wenn alles so hinhaut, werdet Ihr erst wieder von uns hören, wenn wir in Griechenland sind.
Ein hoffentlich letztes Mal radle ich nach Sibari, um zu kaufen, was wir die letzten Tage vergessen hatten. Auch hier sind keine Leute mehr zu sehen. Wie leergefegt. Michi verabschiedet sich wieder Mal von uns. Vielleicht sind wir ja tatsächlich nächstes Wochenende woanders. Auf jeden fall werden die Fahrräder zerlegt und verstaut. Die brauchen doch einiges an Platz. Nebenbei läuft die letzte Wäsche. Die Befestigung des Sonnensegels wird optimiert. An die Reling gebunden war die Kraftwirkung auf die Relingsstützen erheblich, entsprechend haben diese gequietscht. Wieder läuft eine Pershing ein, 72 Fuß lang. Zunächst, um Passagiere einzuladen, ein paar Stunden später noch mal, um richtig anzulegen. Zumindest versucht es ein Jüngling am Steuer, wohl der Sohn des nicht an Bord befindlichen Besitzers. Nach etlichen Versuchen übernimmt der Schiffsjunge. Sohn springt statt seiner auf den Steg und legt sich flach. Die ihm zugeworfene Leine kann er nicht verknoten. Aber lustig ist es. Das gestern ausgesägte Minigeländer für den Schrank in der Werkstatt wird angeschraubt und dann folgt der Höhepunkt des Tages. Deck schrubben. Die gute Nachricht zuerst. Wir konnten danach kein Wasser im Schiff finden. Allerdings haben wir auf die neuralgischen Stellen mit Vorsicht behandelt. Die Luke zur Werkstatt musste einiges aushalten und das Silikon hat gehalten. Die schlechte Nachricht, das Schiff ist groooooß. Die Schrubberei nimmt kein Ende. Dazu ist der Erfolg mäßig. Für die rauen Stellen ist natürlich der Schrubber besser, auf den glatten hilft nur der Schwamm und Handarbeit. Wir brauchen ein altes Schiffsshampoo auf. Es schäumt kräftig, der Reinigungseffekt überzeugt nicht. Zum Abendessen besuchen uns wie jeden Tag ein paar Wespen. Deren Verhalten ist schon sonderbar. Sie gehen nicht wie bei uns auf das Essen los (ein bisschen schon), sondern interessieren sich hauptsächlich für die Metallrohre der Solarpaneele und des Windgenerators. Und ihre Flugkurven sind so wirr, dass es sehr schwierig ist, sie in der Luft mit der Fliegenklatsche zu treffen. Die heutige Abendmusik ist widersprüchlich. Erst „An other Brick in the Wall“ und „Born to be wild“ auf Hard Rock (wir vermuten, dass der Drummer der Band der Bursche von der Pershing ist), danach „Beo Beo“ für die Kleinen. Als Nachtgeschenk fällt unsere Beleuchtung im Bad komplett aus. Keine der drei Lampen reagiert. Ein kurzer Blick auf die Sicherungsschalter und hinter das Paneel bietet keine Erklärung. Bild des Tages: Ratloser Blick in den Sicherungskasten
Es stehen Vorbereitungen für die Ausfahrt an. Da irgendwann die Räder an Bord müssen, ist Platz zu schaffen in den Bugkammern. Es ist ja nicht so, dass ich die nicht wie so vieles andere bereits mehrfach ausgeräumt habe. Dabei fällt mir auf, dass es natürlich sinnvoll wäre, die Wasserkanister greifbar zu stauen und nicht ganz vorne unten, wo sie platzmäßig wiederum gut hinpassen würden. Gerade als ich alles auf Deck verteilt habe kommt Michi vorbei und will zum Einkaufen fahren. Alles wird schnell wieder eingeräumt und los geht’s im heißen Auto. Zunächst zur Lottoannahmestelle. Michi spekuliert auf den italienischen Jackpot von 146 Millionen. Vor dem Laden parken noch zwei weitere Bamberger, ein dritter kommt dazu. Auf dem Weg zum Auchan ist auf der gesamten Strecke auf der Gegenspur stehender Verkehr. Michi erzählt, dass in Italien die Ferien zu Ende gehen. Schön für uns, dann sind hoffentlich einige Italiener aus den griechischen Ankerbuchten verschwunden. Im Auchan ist kaum was los, wie bei unseren ersten Besuchen im Frühjahr. Wir gönnen uns Pommes, die wir uns besser gespart hätten. Aber nach so langer Zeit Junckfood Entzug.. Für uns überraschend fährt Michi noch zum Lidl. Da ist überhaupt nichts los. Wir sind die einzigen Kunden. Zurück an Bord checke ich nochmals unsere Reiseroute und Alternativen. Wenn wir wie Michi empfohlen hat, zuerst nach Ciro fahren, wird die Strecke nach Leuka zwar um 25 Seemeilen kürzer, dafür haben wir den zu erwartenden Nordwind dann fast von vorne. Das brauchen wir nicht. Das Umräumen der Bugkammern wird fortgesetzt. Außer den Rädern müssen noch alle jetzt außerbords hängenden Fender rein. Ich finde wiedermal was. Ein 50 cm langes Plastikrohr mit 20 cm Durchmesser, an beiden Enden zugeschraubt. Ich hoffte schon auf eine zerlegte Pumpgun, fand dann nur Holzteile. Ein daneben stehendes Holzteil bietet sich als Geländer für den Schrank in der Werkstatt an. Schnell noch mal die Stichsäge raus, dann wieder raspeln und fertig. Vor der Marina sind Stände aufgebaut worden, die Motorradzeugs anbieten. Hildegard, Walter, Claudia und Richard, wo seid ihr, wenn hier was los ist?? Dazu stehen einige heiße Eigenbauten rum. Die werden in regelmäßigen Abständen im Leerlauf hochgedreht. Wir fürchten um unsere Nachtruhe. Vorher wird der Besuch der Dusche zum Abenteuer. Eine Schlange in der Damendusche. Mit dem Wischer wird sie nach draußen befördert. Die große Spinne am Eingang darf zunächst bleiben. Wider Erwarten kommen von der Bühne sehr angenehme Klänge. Chill-out Musik wie in Thailand am Strand. Dann wird’s ein bisschen arabisch, aber nicht unangenehm. Video des Tages: Mal ein Tondokument, unsere Nachtmusik
Wir beginnen diesen Morgen wie jeden anderen mit dem Abdecken der Luken. Dank unseres Sonnensegels müssen wir ein Fenster nicht mehr abdecken. Nach dem Frühstück wird gewaschen und umgeräumt. Plastikbehälter aus dem Vorschiff in die Kammer und gleichzeitiges Umsortieren des Inhalts. Wegen des Sonnensegels müssen die Wäscheleinen umgehängt werden. Danach widmen wir uns dem Kühlschrank. Alles wird ausgeräumt, der Kühlschrank innen ausgewischt und neu eingeräumt. Zur Verstärkung erhält der Kühlschrank fünf im Kühlschrank der Marina tiefgefrorene Kühlakkus. In der Gebrauchsanweisung für das Teil findet sich nichts über unser Problem. Speziell von einem Austausch einer Kühlflüssigkeit ist nicht die Rede. Als nächstes folgt Haarschneiden. Zur Unterhaltung der vorbeifahrenden Italiener auf dem Steg. Nach einer kurzen Pause mache ich mich auf den Weg in die Werft, nach dem Außenborder sehen. Kaum zu glauben, gerade wird das Dingi samt AB hochgehoben. Es wird sogar noch mit dem Dampfstrahler gereinigt. Pasquale, der Mechaniker, erklärt mir, dass beide Vergaser ausgetauscht wurden. Jetzt soll ich reinspringen und losfahren. Fahren geht, aber kein Vollgas. Da stottert er wieder. Also gleich umdrehen und zurück zum fassungslos am Ufer stehenden Pasquale. „Diabolo machina!“ Im Stand läuft alles problemlos, auchmit hoher Drehzahl. Bei weiteren Probefahrten immer das gleiche Spiel. Die Lampe für Temperatur/Öl leuchtet und der Motor stottert. Irgendwann hat Pasquale genug vom Zupfen an Kabeln und Schläuchen und holt zwei Schraubenzieher. Damit behebt er das Problem. Seine Erklärung ist, dass der Fühler für den Ölstand defekt ist. Der meldet zu wenig Öl, obwohl genug drinnen ist und drosselt den Motor. Er hat jetzt den Sensor einfach abgeklemmt, was bedeutet, dass wir per Auge regelmäßig nach dem Ölstand schauen müssen. Aus lauter Freude über den zurückbekommen Motor unternehmen wir eine kleine Ausfahrt auf das große Meer. Nicht viel Wind, kleine Wellen. In der Marina dann kurz Vollgas. Erst steigt der Bug, dann geht’s in Gleitfahrt dahin. Beim Abbremsen überholt uns die Heckwelle und steigt von hinten über den Spiegel ein. Sauerei!! Am späten Nachmittag flicke ich noch einen Radlreifen. Der hat die letzte Ausfahrt zur Kanaleinfahrt nicht überlebt. Ein spitzer Dorn war wohl im Weg. Obwohl die Sonne noch scheint werde ich zweimal von Mücken gestochen. Nur eine konnte ich dafür büßen lassen. Neo und Jane kommen zurück, sie waren mal kurz in Frankreich. Da sei es etwas kühler gewesen. Nach 22 Stunden Fahrt brauchen sie erst einmal Erholung. Über die Bretter, die wir ihnen aufs Schiff gelegt haben, ist Neo sehr erfreut. Auch Michi kommt zurück. Sie hatten eine schöne Segelwoche. Immer Nordwind, was auf dem Weg nach Süden wunderbar, auf dem Rückweg gegenanbolzen bedeutete. Da jetzt alles zum Auslaufen an Bord ist, könnten wir losfahren. Aber… Der Wetterbericht sagt für Sonntag und Montag Starkwind aus Norden an. In den wollen wir nicht reinsegeln. Der Plan wäre somit am Montag die Marina zu verlassen und draußen zu ankern und am Dienstag nach Leuka zu segeln und dort die Nacht verbringen. Am nächsten Tag wollen wir nach Othoni oder Erikoussa, das sind kleine Inseln nördlich von Korfu. Die gehören schon zu Griechenland. Dort wollen wir die Nacht vor Anker verbringen und dann wieder am Tag nach Paxos segeln, in eine kleine Ankerbucht namens Lakka. Da bleiben wir, so lange es uns gefällt, bzw. das Bier reicht. Dann geht es weiter nach Gaios, das liegt ebenfalls noch auf Paxos oder alternativ nach Prevezza. Prevezza ist eine größere Stadt und wir hoffen, uns dort mit allem nötigen ausrüsten zu können. Zunächst heißt es, dass wir die nächsten Tage oder sogar über eine Wochen nicht per Email erreichbar sein werden und auch unsere Homepage nicht pflegen können. In Prevezza hoffen wir all das erledigt zu bekommen, was hier nicht funktioniert hat. Gestell für das Bimini schweißen, Gasanlage überprüfen, neue Spüle für die Küche, neue Armaturen für Küche und Bäder, usw. Dann das zulaminieren der Fenster, das Einbauen der sechs neuen Luken, das Einkleben der undichten Scheiben in die Luken, usw. wir sind noch lange nicht fertig. Bild des Tages: Erweiterter Sonnenschutz
Da wahrscheinlich kaum mehr jemand auf unsere alte Homepage zugreift, haben wir uns entschlossen, die Einführungseinträge erneut hier einzustellen. Sie sind zu finden im März 2011. Es handelt sich um folgende Inhalte:
Unser Vorhaben.
Über uns.
Unser Plan.
Wo ist unser Traumschiff?
Unsere große Habanera.
Die Überführung (Dieser Teil ist neu.
Erster Arbeitsbesuch.