Donnerstag, 29. Oktober 2015

Mittwoch 28.10.2015

Feiertag. Die Griechen feiern sich, weil sie wie so oft früher mal mit Nein gestimmt haben.
Thalia hat heute zu. Sie hat an diesem tag zweimal zu viel eingekauft und dann ist wegen schlechtem Wetter niemand gekommen. Jetzt macht sie gar nicht erst auf.
Ich belade das Auto, wobei diesmal Schichtungskünste gefragt sind, um alles unterzubringen. Über 25 Teile wollen die Leiter runter und in den Golf verpackt werden.
Heute am Feiertag sind sie auf den Fähren auf einmal fleißig. Da wird wie wild geflext und geklopft.
Und jetzt haben sie mir auch noch das WLAN der Ionian abgedreht. Es wird Zeit, das ich hier wegkomme.

Bild des Tages: Wieder ein volles Auto

Dienstag 27.10.2015

Kaum zu glauben, Sofia war heute da. Sie wollen pro Monat 100 € mehr. Weil mein Boot nur mit dem großen Travelllift gefahren werden kann und somit einen Platz vorne belegt. Was nicht ganz stimmt, da sie es schon zweimal mit dem Schlitten spazieren gefahren haben. Und der Mast wird wieder gestellt. Für zwei Monate wollen sie trotzdem 600 €. Bei Barzahlung entfällt die Mehrwertsteuer. Und für die Marina die Steuerabgabe… Und sie haben ein neues Konto….
Ich bereite noch die Beschläge an Deck für das Maststellen vor und fahre danach Richtung Berg. Der eine da, hinter Vonitsa, mit den vielen Antennen drauf. Wo Antennen sind müsste eigentlich eine Straße hinführen, war der Plan. Schon die Abzweigung von der Hauptstraße ist sehr versteckt. Eigentlich ein Feldweg. Das erste Stück ist schön zu fahren. Immer wieder zeigen sich schöne Ausblicke auf den Golf. In Thirio wird es wieder interessant. Hier laufen zwar Menschen rum, deren Anblick ist jedoch nicht unbedingt beruhigend. Die Autos haben alle keine Nummernschilder. Die Straßenschilder sind von Schrotladungen durchlöchert. Und die Straße wird abenteuerlich. Da kann der Golf zeigen, dass er eigentlich für die Berge gebaut ist, mit Allrad und einigem an PS. Trotzdem geht es irgendwann nur mehr im ersten Gang weiter. Und dann lasse ich es lieber bleiben. Die Straße scheint sich aufzulösen… Richtig befestigt war sie eh nie. Vor allem in den Kurven war sie regelmäßig unterspült. Dann wieder mal von Felsabbrüchen überdeckt. Der ganze Berg ist nicht massiv, ein einziger Schotterhaufen. Und streckenweise ist die Straße so vollgeschissen, dass es rutschig wird wie auf einer Schneefahrbahn. Schafe, Ziegen und Schweine. Im Gegensatz zur Schweinebucht dürfen hier die Viecher frei herumlaufen. Sie kommen zutraulich näher und wollen den Photo fressen. Über Korpi und Monastiraki geht es zurück nach Vonitsa. In Korpi hat sich Nestle die Wasserproduktion unter den Nagel gerissen. Da kommen mir auf der engen Straße auf einmal LKWs entgegen. Wie die sich durch die engen Gassen der Dörfer schlängeln??? Zum Mountainbiken wäre die Strecke eine Herausforderung. Von 0 auf 1800 m.
Zurück in der Marina ist eine Mail von Sofia im Eingang. Das Stellen des Mastes soll ich doch bitte selbst mit Way Point ausmachen. Das hatten wir doch schon beim Legen…
In Preveza ist auch am Abend vor dem großen Feiertag nichts los. Kaum vorstellbar, dass sich im Sommer hier die Leute drängeln. Und Thalia erzählt so nebenbei, wie sie geholfen hat, zwei Kinder aus Pakistan aus dem Gefängnis zu holen. Die angeblich 13-jährigen Burschen seien ihr aber deutlich älter erschienen. So etwas über 18. Und sie kann sich nicht vorstellen, warum die so glücklich waren, weil sie nach Thessaloniki hätten fahren dürfen. Von da geht doch kein Schiff nach Italien. Von der Balkanroute hat sie noch nichts mitbekommen.
Bilder des Tages: Der Ambrakische Golf von oben




Schweine am Wegesrand













Das Ende der Straße

Dienstag, 27. Oktober 2015

Montag 26.10.2015

Da stehe ich um 11.00 Uhr vor Sofias Büro und nur Blondie ist da. Es tut ihr ja so leid, aber Sofia ist heute nicht da. Morgen um die gleiche Zeit?? Die Erfahrung hat ja gelehrt, dass es so läuft. Trotzdem ist es immer wieder überraschend, wie vorhersehbar es ist.
So bleibt Zeit, das Schiff zu saugen, Backskisten mit Tesamoll gegen einlaufendes Wasser zu sichern und eine letzte Schablone von einer Bugkammernscheibe anzufertigen.
Ich hätte es nicht verschreien sollen. Vormittags war es noch da, jetzt ist es weg. Das WLAN vom Marina-Restaurant. Und alle belagern jetzt das Ionian-Netz, das entsprechend langsam ist.
Da berücksichtige ich extra die Zeitumstellung und den früheren Sonnenuntergang, gehe früher zum Duschen, um den Sonnenuntergang beim Panos zu erleben. Und dann hat der zu. Das hätten sie ja gestern irgendwie ankündigen können. Dabei lief das Geschäft gut und auch jetzt bin ich nicht der einzige, der vor der verschlossenen Türe steht. Thalia würde sich über so einen Andrang freuen. Die besuche ich dann auch. Wobei sie zu Hause geblieben ist und Mann mit Tochter arbeiten lässt. Es ist ja auch nichts los. Zwei Gäste außer mir sitzen verloren rum. Das sind allerdings 3 mehr als nebenan beim Symposion. Der Aufgang des Vollmondes ist leider durch tiefe Wolken verdeckt, aber später lässt er das Meer silber glänzen.

Bild des Tages: Sonnenuntergang vorm Panos

Montag, 26. Oktober 2015

Sonntag 25.10.2015

Bis auf die Schiffsuhr an der Wand haben sich alle automatisch umgestellt.
Es ist kühl und trocken, weniger Wind als die letzten Tage. Die Moskitonetze werden heute vom Dreck befreit. Dabei lässt der Tank sein letztes Plong erklingen und ich darf zwischendurch Wasser nachfüllen. Die Netze der Luke kommen auf  den Wäscheständer, die großen für den Eingang und die Kabinen auf die Drahtwäscheleinen der Marina. Alle sind frei. Es scheint eh, als wäre ich der einzige Mensch in der Marina. Kein Werkzeug stört die Stille, kein Mensch lässt sich blicken. Auch das Marina-Restaurant ist vernagelt. Sie waren allerdings so freundlich, ihr WLAN nicht auszuschalten.
Abends bin ich dann doch etwas überrascht, als die Sonne schon untergeht während ich vom Duschen zurückkomme. 18.00 Uhr und es ist Nacht…
Schon den ganzen Nachmittag schallt griechische Musik aus dem Stadion von Preveza herüber. Ich hoffe mal, denen geht bis zum Einschlafen die Luft aus.
Beim Panos war der Warmhalteschrank mit den Tagesgerichten leer. Es scheint, auch er will seinen Laden in nächster Zeit schließen. Dabei war es voll wie lange nicht mehr. Viele Engländer, ein paar Holländer und Italiener.

Bild des Tages: Moskitonetztrocknung

Sonntag, 25. Oktober 2015

Samstag 24.10.2015

Die Nacht über wehte ein kräftiger Ostwind. Es war kalt, dafür blieb das Deck trocken. Der Ostwind zaubert hier Föhnwolken an den Himmel, bringt aber sehr kalte Luft mit, im Gegensatz zu uns daheim.
Heute will ich in der Dusche einen neuen Wasserhahn einbauen. Der alte war undicht und das Wasser lief immer daneben raus. Auch die zuführenden Schläuche und Kopferröhren waren wohl mal undicht. Von Franzmann wurden die in seiner üblichen Art zunächst mit einer schwarzen klebrigen Pampe verschmiert und dann mit Isolierband überklebt. Nicht nur, dass beim Entfernen dieses Zeuges die Hände schwarz verkleben, auch die Werkzeug werden eklig dreckig. Da alle Gewinde fest gerostet sind, bleibt die schrittweise Zerstörung der Armatur als einige Lösung. Wieder kommen fast alle Werkzeugkisten zum Einsatz. Sanitär und Grundausrüstung ist klar. Es folgen Bolzenschneider, Zangen, Schraubenschlüssel und zuletzt die Bohrmaschine. Für die neue Armatur ist die alte Öffnung natürlich zu klein. Zwischendurch besuche ich immer wieder mal Saki, um Teile wie einen Schlauch zu kaufen. Dieses italienische Billigteil stellt sich als sehr windig heraus. Zieht man die Schlauschellen so fest an, dass kein Wasser mehr raustropft, ist der Schlauch durchbohrt. Ein alter Schlauch aus der Werkzeugkiste. Hilft als Ersatz.
Trotz Sonnenschein ist es draußen kühl. Bei Thalia sitze ich in der Fleecejacke draußen. Die Wellen des starken Ostwinds schwappen über die Hafenmauer, wie damals, als wir vor dem Prevere längsseits lagen und glaubten, uns zerschlägt es das Schiff.
Bilder des Tages:  Französische Rohrverklebung




















Die neue Armatur 

Samstag, 24. Oktober 2015

Freitag 23.10.2015

Heute frage ich doch mal im Marinabüro nach. Blondie ist ganz überrascht, dass sie hätten mit mir reden wollen…
Montag um 1.00 Uhr soll ich nochmals vorbeischauen, dann habe Sofia alles vorbereitet. Wir werden sehen.
Da es nach Regen aussieht, nutze ich den Tag und bringe Sachen zu Thalia. Ich darf gleich ihren neuen Hund bewundern und erziehen. Der beißt in alles, was ihm zwischen die Zähne kommt. Als ich gehe, weiß er, dass er nur in seinen Stoffknochen beißen darf. Fragt sich, wie lange das anhält.
Da ich schon mal auf dieser Seite des Golfes bin, will ich mir diesen vom Festland aus ansehen. Die Landschaft ist so sattgrün, wie bei uns im Frühjahr. Die Straße wird mitten im Nichts auf einmal vierspurig, der Mittelstreifen ist vier Meter breit und begrünt, der Gehweg/Radweg ist eine eigene Fahrspur. Die wird natürlich von den Autofahrern genutzt, um Geisterfahrer zu spielen. Da kommt Louros, ein Ort mit Häusern alleine parallel zu dieser Allee. Zwei Ampeln gibt es, die extra für mich auf rot schalten. Ich bin der einzige, der sich dafür interessier. Alle anderen fahren an mir vorbei. Und die Polizei steht daneben und ratscht. Wahrscheinlich habe ich Glück, keinen Strafzettel wegen Verkehrsbehinderung bekommen zu haben.
Die Straße führt weiter in schönen langen Kurven durch die Hügel. Gebaut mit 15 Mio. € der EU. Irgendwann taucht im Rückspiegel ein Tanklaster auf und kommt langsam näher. „Duell“ von Spielberg lässt grüßen. Und tatsächlich. Er kommt näher und näher, irgendwann verdeckt seine Vorderseite mein ganzes Rückfenster. Und dann, dann drückt er auf die Presslufthupe. Da soll man nicht von der Straße hüpfen.
Zum Glück kommt die Abzweigung, die mich nach Strogili bringen soll und weiter nach Koronisia. Zumindest sah es in der Karte danach aus. Dass im ersten Dorf, durch das ich komme weder Menschen, noch Hunde noch Katzen zu sehen sind, registrier ich mal so. Aber dann kommt noch so ein Geisterdorf. Das Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen, das hier offensichtlich schon länger im Straßengraben hängt, vervollständigt das Bild. Da gab es doch noch so einen Film, mit einem Wohnmobil, und Clooney und einer Bar in der Wüste. Ob die Bewohner hier auch erst zur Nacht aus den Häusern kommen? Eigentlich müsste hier jemand leben, da mir ein Bus begegnete. Aber vielleicht transportiert der die Touristen ja nur in eine Richtung. In den Sumpflöchern neben der Straße könnten jedenfalls viele Autos verschwinden. Immer wieder locken Wegweiser zu einer römischen Villa. Der letzte zeigt ins nichts in den Sumpf. Die Straße wird immer schmaler, irgendwann zur Schotterpiste und endet an einer kleinen Kirche mit Friedhof und vielen frischen Gräbern. Auf dem Weg zurück beginnt es genau in einer Ortschaft zu schütten, dass gleich die ganze Straße unter Wasser steht. Der Scheibenwischer schafft es auch auf höchster Stufe nicht, Sicht zu verschaffen. Da hilft nur abwarten. Irgendwann ist es vorbei und auf der Hauptstraße scheint wieder die Sonne. Auf der anderen Seite des Golfes schau ich kurz in Vonitsa vorbei. Der Golf hat Hochwasser, der Wellenbrecher schaut kaum mehr aus dem Wasser.
Bilder des Tages: Straße ins Nichts












Kirche am Ende der Straße




















Standort der römischen Villa

Freitag, 23. Oktober 2015

Donnerstag 22.10.2015

Kaum aufgestanden, zieht das erste heftige Gewitter über die Marina. Da bleibt nichts, außer den ganzen Tag lang umzuräumen. Das ist damit dann aber auch beendet.
Eine Regenpause wird genutzt, um schnell zu duschen. Mit heißem Wasser. Panos fällt heute ins Wasser, bleibt, die zweite Dose Asiatische Konserve mit Katzenfutter-Anschein zuzubereiten. Pünktlich nach dem Essen hört der Regen auf.

Bild des Tages: Baumfrucht in Preveza. Wer kann sie identifizieren? Die Blätter des Baumes erinnern an einen Gummibaum, sind aber schmaler.