Dienstag, 13. Oktober 2015

Dienstag 13.10.2015

Der gestrige Besuch bei Panos verlief ohne Zwischenfälle. Abgesehen von einem kitschig roten Sonnenuntergang. Die Nacht war ebenfalls erfreulich ereignislos, allerdings schon deutlich kühler. Erst am Morgen haben die Krähen gestört, die sich wieder Mal in der Sonnenschutzfolie spiegeln wollten.
75 Löcher wurden heute von Silikon befreit. Bis die optimale Arbeitshaltung, Arbeitstechnik und das passende Arbeitsgerät gefunden ist, dauert es leider immer etwas. Bis dahin waren beide Daumenkuppen bereits taub. Da es sich nicht mehr lohnte, was neues anzufangen, drehte ich ein kleine Runde mit dem Rad. Unser Schwesterschiff, die Bonair, liegt in der Aktio. Anscheinend könne die jetzt auch so breite Schiffe kranen. Die Landzunge ist jetzt von einem Kanal durchbrochen. Bis zur Landspitze ist kein Durchkommen mehr.

Bild des Tages: Dieser Anker hat sich nicht eingegraben…

Montag, 12. Oktober 2015

Montag 12.10.2015

Der Nachteil, wenn es beim Essengehen schon dunkel ist, zeigt sich beim Wetter. Unverhofft setzte ein Wolkenbruch ein, als ich beim Panos saß. Innerhalb von Minuten standen überall 10 cm Wasser. Panos musste sich Gummistiefel anziehen.
So ging es die ganze Nacht hindurch. Stündlich ein Gewitter mit Sturm, Blitz, Donner und Platzregen. Letzterer setzte immer schlagartig ein und hörte ebenso auf.
Nach dem letzten Schauer um 07.00 stehe ich auf  und setze das Umräumen fort. Diese Woche will der Juniorchef mit Theo vorbei kommen und die Umbauarbeiten besprechen. Die letzten 5 Fenster sollen zulamiert werden. An ihrer Stelle werden 3 Luken eingebaut. Und weitere 6 Luken sollen im Salon für mehr Durchlüftung sorgen. Die Luken müssen aus dem hintesten Eck der Werkstatt geholt werden. Und die drei großen, aus Franzmanns Beständen, das macht die weitere Erklärung eigentlich überflüssig, bedürfen einer Silikonentfernung. Das ganze Programm ziehe ich ab, Spachtel, Schleifpapier, selbst angeschärftes Zahnarztinstrument und letztlich doch die Bohrmaschine mit Teflon-Fächerscheibe. Natürlich mit Schutzbrille und Atemmaske und mit einer Hand, ständig nach Mücken schlagend. Das Silikon in den Löchern der Rahmen muss bis morgen warten.

Bild des Tages: Von Silikon befreite Lukenrahmen

Sonntag, 11. Oktober 2015

Sonntag 11.10.2015

In einer Regenpause schaffe ich es tatsächlich zum Duschen. Und das Wasser ist tatsächlich heiß. Die Regenpausen sind sehr kurz, deshalb muss Panos auf  meinen ersten Besuch warten. Stattdessen kommem Ravioli auf den Tisch. Die neue Palette mit Dosen hätte ich daheim lassen können, ein ganzes Fach unter der Sitzbank ist voll von Dosen.
In der Nacht frischt der Wind immer wieder kurz auf und bringt Regenschauer. Und warme Luft. Und viel Lärm. Der Wind fährt unter die Sonnenschutzplanen über Küchen- und Navifenstern, hebt diese samt den darauf liegenden Autoreifen an, die Reifen knallen wieder runter auf Deck. In den frühen Morgenstunden beginnt es zu schütten, dass sämtliche Geräusche übertönt werden, Autoreifenknallen und Donner, nichts hört man außer Rauschen. Erfreulich, trotz Starkregen kein Wasser im Schiff.
Am Tag stellt sich Karibik-Wetter ein. Sonne und Regenschauer im Wechsel, manchmal auch Regen bei blauem Himmel. Und warm ist es. Und die Luft trüb von Feuchtigkeit. Und der Regen voller Sand aus Afrika. Das Deck ist wieder versandet. Entgegen den Wetterberichten überwiegt die Sonne. Ich hoffe mal, dass sich die Wetterberichte auch weiter irren. Die kündigen ab Ende nächster Woche lang anhaltenden Regen an.
Ich optimiere erst mal die Moskitonetze. Keine Gardinen mehr, einfache Moskitonetze aus dem Baumarkt. Auf Lukengröße zurechtgeschnitten. Schweres Gardineband um den Rahmen, fertig. Fast fertig. Um zu verhindern, dass der Wind die Netze unter dem Gardinenband hervorzieht und verweht, werden die Bänder mit Klett versehen. Danach wird weiter umgeräumt. Unglaublich, was alles zum Vorschein kommt.

Bild des Tages: Einfache Moskitonetzversion

Samstag, 10. Oktober 2015

Samstag 10.10.2015

Beim Duschen gestern war tatsächlich das Wasser warm und die Mücken hielten sich zurück. In Preveza selbst war es sehr ruhig. Es liefen fast mehr Touristen als Einheimische umher. Bei Thalia war es daher ebenfalls sehr ruhig. Kaum zu glauben, sie war mit der Saison zufrieden. Aber jetzt sei es zu kalt. Dina lief mit langem Pulli und einer Steppweste rum. Viele andere Griechinnen taten es ihr gleich. Im Gegensatz dazu bin ich im T-Shirt draußen gesessen. Immerhin bei fast 20°. Auch hier waren die Mücken in Schwärmen unterwegs. Laut Thalia aber erst seit diesem Tag. Wegen der Wärme… Später, beim Wandern über die Hafenpromenade und durch die Fußgängerzone, waren weiter sehr wenige Leute unterwegs. Wahrscheinlich sitzen alle daheim vor dem warmen Ofen.
Kaum zurück in der Marina begann es zu tröpfeln. Vorsichtshalber habe ich alle Luken geschlossen. Von der Temperatur her war das kein Problem.
Nach dem Frühstück habe ich mich in der Marina gemeldet. Ein Fehler, Junior und Sofia haben mich zum Gespräch gebeten. Sie wollen jett doch Gebühren für das Lagern des Mastes. Und allgemein wollen sie mehr Liegegebühren. Weil ich den großen Kran brauche. Dabei habe ich ihn dieses Jahr gar nicht gebraucht, den Kran.
Der Regen kommt eher als erwartet und steht Innenraumarbeit an. Alte Bücher werden ausgemustert. Da hat sich einiges angesammelt. Um an die letzten Bücher zu kommen ist flach liegend der lange Arm gefordert.
Übrigens liegt die Solarwave schräg hinter uns. Es ist aber keiner an Bord.

Bild des Tages: Leeres „Bücherfach“

Freitag, 9. Oktober 2015

Freitag 09.10.2015

Es war eine sehr ruhige Nacht. Nachdem eine klappernde Deckenverkleidung mit einem eingeklemmten Papier ruhig gestellt worden war. Kein Umherlaufen und Geplappere auf den Gängen, keine Randale in den Nachbarkabinen.
Unschön war der Weckruf um 06.00 Uhr. Kabinen räumen für Passagiere bis Igoumenitsa. Draußen war es Nacht. Rechts sah man die vielen Lichter der Küste Korfus, links
in Albanien war es dunkel. In der ersten Dämmerung legten wir an. Das Rausfahren ging blitzschnell. In fand das Radio bei einem Suchlauf mindestens  Sender, hier war in manchen Tälern völlige Funkstille. Ein Sender kam immer wieder, ein holländischer mit dem bezeichnenden Namen Retro-Radio. Im Tal von Amoudia lag dicker Nebel, der drückte das Thermometer auf 10°. Und außerhalb des Nebels war alles grün und die Luft war klar. Ganz anders als im heißen Sommer.
Beim Lidl dann eine neue Erfahrung, um 09.00 sind alle Brotsorten in großer Zahl vorhanden. An der Kasse hingegen war weiterhin Zeit für ein Schwätzchen mit jedem Kunden.
Die Marina ist voll belegt, zumindest im vorderen bereich mit großen Schiffen. Ein Russen-Motorboot hat sich die Seite aufgeschlitzt.
Die Habanera ist blitzsauber. Man muss einfach geduldig sein und auf heftigen Regen warten, dann löst sich der Dreck von alleine. Der Nachteil des Regens sind die Mücken. Die greifen jetzt am helllichten Tag an. Kaum ist eine erlegt, landet die nächste. Da kann ich es mir jetzt aussuchen, einschmieren mit Autan oder mit Sonnencreme. Im Schiff finde ich kein Wasser, dafür alarmiert mich die immer wieder anspringende Druckwasserpumpe, ohne dass ich einen Hahn aufgedreht hätte. Das Leck ist, wie könnte es anders sein, im Motorraum. Der Druckausgleichsbehälter hat an der Naht einen Riss bekommen. Zum Glück haben wir im Fundus einen Ersatz.

Bild des Tages: Gerissener Druckausgleichsbehälter

Donnerstag 08.10.2015

Um 03.00 Uhr aufstehen muss nicht jeden Tag sein. Und auch nicht bei Regen durch die Nacht fahren. Der begleitet mich bis zum Brenner. PKWs sind kaum unterwegs, dafür ist die rechte Spur mit LKWs voll. Als gäbe es kein Nachtfahrverbot. Bei Bozen um 06.30 Uhr dämmert es. Nach einer Pause in Affi und etwas dichtem Verkehr bei Bologna steigt das Thermometer in der Sonne auf 20°. Im Hafenbüro in Ancona herrscht gähnende Leere. WIFI wäre hier umsonst, wenn man eine kostenlose Nummer anruft. Geht aber nicht, wenn das Handy im Ausland nicht funktioniert. Ohne Wartezeit kann ich ins Schiff fahren und es ist sogar Zeit, mal die Rampe innen zu photographieren. An Deck ist es leer, abgesehen von ein paar italienischen Schulklassen. Niemand liegt in den Gängen. Das Ablegen als Längsseitslieger bei auflandigem Wind gelingt dem Käpten problemlos. Oder lags am Lotsen, der von einem kleinen Schiffchen von Bord geholt wird, sobald wir alle Molen passiert haben?? Kaum zu glauben, das ganze Achterdeck ist leer. Und das bei Sonne, angenehmen Temperaturen und kaum Wind. Im Restaurant werden die italienischen Kinder vorweg abgefüttert. Der ganze Sall ist voll, also werden es an die 200 sein. Nach dem Duschen ruft das Bett. Die klappernde Klotüre verlangt ein kurzes Festklemmen.

Bild des Tages: Rampe in der Fähre
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Mittwoch, 7. Oktober 2015

Viele werden es gar nicht mehr geglaubt haben. Es geht tatsächlich dieses Jahr nochmals auf´s Schiff.
Die Fähre läuft morgen um 14.00 Uhr in Ancona aus, das bedeutet Aufstehen um 03.00 Uhr. 720 km sind es angeblich...
Ins Wasser kommt das Schiff nicht mehr, es wird lediglich auf den Winter vorbereitet.