Montag, 7. Juli 2014

Montag 07.07.2014

Nachdem Marco sich so lange Zeit lässt, habe ich gestern zum Werkstatthandbuch gegriffen.
Ein paar Teile lösen, Kühleinsatz rausnehmen und reinigen, das klingt alles ganz einfach. Zumindest so, wie es geschrieben steht.
Das Kühlmittel ablassen beherrsche ich inzwischen im Schlaf. Der Luftfilter ist auch schnell abgeschraubt. Danach wird es schwieriger. Auf der einen Seite des Kühlers soll man den Druckausgleichsbehälter abschrauben, samt Halterung, denn diese ist dem Herausziehen des Kühleinsatzes im Weg. Um die zwei Schrauben der Halterung lösen zu können, muss zuerst der Behälter selbst abgeschraubt werden. Das könnte man sich alles sparen, wenn der Einsatz auf der anderen Seite herausgenommen werden könnte. Aber das wäre zu einfach. Auf dieser Seite muss man lediglich den Auspuffkrümmer abschrauben. Das auch nur, weil in diesen aus dem Kühler ein Schlauch führt, der auf wenige Zentimeter einen 90° Knick macht. Deshalb kann man ihn nicht von seinen zwei Nippeln abziehen. Vom Kühlernippel zieht man ihn ab, indem man den Krümmer samt auf diesem sitzenden Nippel samt auf diesen gesteckten Schlauch wegnimmt. Die 4 Schrauben des Krümmers waren schwer zugänglich, der Schraubenschlüssel musste immer nach ein paar Millimeter gedreht werden. Nach diesen Vorbereitungsarbeiten ging es ans Eingemachte. Die Vorder- und Hinterwand des Kühlers entfernen. Wieder waren die Schrauben das geringste Problem. Aber die Wände saßen fest auf dem Kühler. Als diese glücklich los waren, hieß es, den Einsatz herausziehen. Weil sich der natürlich auf seine 20 cm Länge einfach so ziehen ließ… Aber auch das gelang schließlich. Die Enttäuschung war groß, die Kühlrohre waren fast komplett durchgängig. Das kann nicht die Ursache der Verstopfung gewesen sein. Trotzdem will ich sie in der Werkstatt reinigen lassen.
Auf dem Weg dorthin begegne ich dem lange vermissten Marco. Kein Wort, warum er noch nicht gekommen ist, stattdessen: „Oh, you break everything…“ Das Teil kann ich zum Reinigen in die Werkstatt bringen, aber muss vorher Konstantina im Büro Bescheid sagen. Die hängt entspannt in ihrem Sessel, nimmt mein Anliegen abwesend zur Kenntnis und wedelt mich mit den Hand hinaus. In der Werkstatt sitzen der andere Mechaniker und Grisu vor dem PC, eifrig bei einer Internetrecherche, allerdings nicht zu einem Motorthema. Als ich an der Reihe bin fragt er, ob ich das gleich wieder brauche, oder ob es morgen reicht. Natürlich reicht es morgen, ich seh ja, wie schwer sie gerade beschäftigt sind.
Den Krümmer baue ich auch noch ab und bring ihn zum Reinigen. Marco und der Mechaniker sind einer Meinung, mit Reinigen ist es da nicht mehr getan. Wenn der Wasserauslass im Krümmer zugehen würde, wäre das der Tod des Motors. Also im Shop einen neuen bestellen.

Bild des Tages: Kühlereinsatz Auslassseite

Sonntag, 6. Juli 2014

Sonntag 06.07.2014

Die Griechen gönnen uns kein Ausschlafen am Sonntag. Auf der Danai war Ruhe, dafür donnerte ein Laster nach dem anderen in die Marina und hinaus. Schwarzarbeit am Sonntag??? Den Rest des Tages herrschte Stille in der Marina.

Wäschewaschen und Beiboot putzen stand an. Danach hatten wir unter dem Schiff eine Seenlandschaft. 

Samstag, 5. Juli 2014

Samstag 05.07.2014

Ich fuhr schnell nach Lefkas, das Vorstag abholen. 75 € für alles. Und wieder waren die Astraßen vom Ostblock verstopft. Vereinzelt tauchten italienische, deutsche und österreichische Autos auf, natürlich kleinere und ältere Modelle. Hier wehte ein kräftiger, warmer Wind aus Ost. Zurück in der Marina wurde das Vorstag montiert und bis auf zwei die letzten Innenschienen der Rollanlage entfernt. Die übrigen beiden müssen wohl aufgebohrt werden. Das Lager unterm Schiff wird weiter komprimiert, jetzt habe ich auch eine Plastikplane zum Abdecken. Die provisorische Sonnensegelhochhaltekonstruktion wird durch ein festes Rohr optimiert und das war es für heute.
Nebenan wurde der zweite Rumpf mit Copper Coat gestrichen. Mit großen Rollen waren sie natürlich flott dabei. Und sie strichen einfach über die alten Schichten drüber, egal wie feucht die noch waren.

Und wer kam den ganzen Tag nicht vorbei, Marco. 

Freitag 04.07.2014

Da für heute 33° angesagt waren, legten wir einen weiteren Badetag ein. Das erste Schiff, dass vorbei kam, war die Solarwave. Zugegebenermaßen sah es langsam aus, wie sie daherkam. Aber als sie einem Motorboot mit Mast begegnete, war die Geschwindigkeit zumindest gleich. Nach einem kurzen Stopp in der Kuhbucht verschwand sie wieder Richtung Preveza. Diesmal war kein Kindertag und die Musikbeschallung vom Restaurant hielt sich in Grenzen.

Nach unserer Rückkehr hatte unser Nachbar bereits Copper Coat auf einem Rumpf. Es sah gut aus und war immer noch leicht klebrig.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Mittwoch 02.07.2014

Blondi hatte die Rechnung auch heute nicht fertig. Sie hatte ganz vergessen zu fragen, wann wir denn angekommen sind. Unscharf habe ich im Hinterkopf, dass es letztes Jahr genauso abgelaufen ist.
Den Rest des Tages verbringen wir mit Warten auf Marco. Das kann dauern, wie wir wissen. Blicken lässt er sich nicht. Dass uns nicht langweilig wird, plündern wir die Tauschbibliothek in der Wassermarina. Einige Bücher haben Stempel bekannter Schiffe, die meisten Stempel sind von der Cinderella. Für die Cinderella hat unser Belgier ein Gebot abgegeben gehabt, dass den Vorbesitzern zu niedrig war. Letztlich haben sie etwas später es für weniger hergegeben.
Auch unsere alte Habanera hat einen neuen Besitzer.
Um unser Schiff zu verschönern wird das Steuerrad mit Schnürl überzogen. 25 Meter für einen der fünf Quadranten. Die wollen erst einmal nach und nach um das dünne Rohr gewickelt werden. Sämtliche Moskitonetze werden gewaschen und das alles bei über 30°. Erst am Nachmittag kommt Wind auf, dann aber so kräftig, dass wir die Sonnensegel einrollen müssen.
Bild des Tages: Gewickeltes Steuerrad 

Donnerstag 03.07.2014

Man glaube es kaum, Blondi hat die Rechnung fertig. Ich habe noch ein Guthaben, also müsste ich nichts zahlen. Aber bestimmte Summen sind wohl nicht „steuerpflichtig“ und sind bar zu entrichten. Insgesamt zahle ich pro Monat für den Kat 380 €. Da kann man nichts sagen.
Wir fuhren nach Lefkas zum Einkaufen. Der halbe Ostblock ist eingetroffen, konzentriert beim Lidl. Das Vorstag samt gebrochenem Terminal brachten wir bei den Mädels von CYS vorbei. Ich wurde die Treppe hinauf geschickt, zu einer Holländerin und einem Engländer. Beide sehr freundlich, hilfsbereit und wissend. Der Engländer meinte gleich, den Terminal zu kennen. Diese seien von einer französischen Firma vor vielen Jahren aus Taiwan importiert worden. Eine ganze Beneteau-Flotte habe auf der Jungfernfahrt von Frankreich zum Stützpunkt in Italien den Mast verloren. Er verwende Terminals aus Dänemark. Morgen könnte ich alles repariert abholen. Nur den gebrochenen Terminal würde er gerne als Anschauungsobjekt behalten.
Zurück am Schiff wird unser ausgelagertes Holz und Metall umgeschichtet, dass es abgedeckt mit einer Plastikfolie hier bleiben kann, wenn wir ins Wasser gehen.

Ein kräftiger Wind kommt auf, allerdings so warm, als würde man einen Föhn ins Gesicht gehalten bekommen. Bis spät in die Nacht hinein kühlt es kaum ab. 

Dienstag, 1. Juli 2014

Dienstag 01.07.2014

Als erstes muten wir heute alle Luken verschließen, da nebenan weiter gesandstrahlt wurde. Und der Wind stand für uns ungünstig. Ich sprach im Büro vor und bat um einen erneuten Besuch von Marco. Blondie im anderen Büro hatte natürlich nicht wie versprochen die Kostenübersicht fertig. Bis morgen will sie es erledigen.
Bis zum Nachmittag saßen wir im Schiff und lauschten dem Sandstrahler. Danach spülten wir den Sand von Deck, wobei der geringe Wasserdruck wenig hilfreich war. Unsere Nachbarn waren schlauer, sie hatten die Deckreinigung mitgebucht.
Alte Griechenlandfahrer werden sich erinnern, früher gab es lediglich zwei Biersorten hier, Amstel und Henninger. Amstel hat sich durchgehend gehalten, auf Henninger waren einige andere Marken gefolgt und ebenso wieder verschwunden. Jetzt kommen sie zurück, letztes Jahr Hellas Fix, dieses Jahr Henninger.

Bild des Tages: Wieder auferstandenes Bier