Mittwoch, 20. Juni 2012

Mittwoch 20.06.2012

Heute sind wir früh aufgestanden und zurück nach Preveza aufgebrochen. Dort haben wir in der Marina Beiboot samt Außenborder abgegeben und sind auf dem Weg in die Schweinebucht. Dort haben wir kein Internet und jetzt auch kein Beiboot, um aus dem Funkloch heraus zu fahren.

Dienstag, 19. Juni 2012

Dienstag 19.06.2012


Gestern dachten wir, uns ganz schlau anzustellen. Vor Sonnenuntergang schmierten wir uns mit Autan ein und schützten uns zusätzlich durch kurze Hosen und T-Shirts. Wir hatten nicht mit den langen Rüsseln der heimischen Blutsauger gerechnet. Durch Hose und T-Shirt wurden wir gestochen. Bei klarer Luft gab es einen tollen Sternenhimmel samt Vorbeiflug der ISS.
Ein fauler Tag ohne große Aktivitäten, fast. Morgens wurde gebadet, dann gelesen. Im Laufe des Nachmittags wurde ein Reanimationsversuch des Außenborders unternommen. Der Sprit, welcher aus dem zuführenden Schlauchsystem kommt, wurde einer Probe unterzogen. Verschmutzung war keine erkennbar. Angesprungen ist er nicht. ein paar mal hat er Sekunden vor sich hin geröchelt, das war schon alles. Als sich dann das Starterseil nicht mehr einrollte war Schluss. Ein Begräbnis auf hoher See wird der standesgemäße Abschluss. Aber auch andere haben Probleme mit dem Außenborder. Italiener ankerten (natürlich viel zu nahe bei uns). Kaum war der Anker über Bord waren 6 Mann im zu kleinen Beiboot. Vor der Flussmündung gab ihr Motor den Geist auf. Zunächst schleppte sie ein gerade vorbei kommender Fischer ab, dann eilte ihr Mutterschiff zur Rettung. Das vertrieb sie aus der Bucht.
Bild des Tages: Phanari, die Ankerbucht.

Montag, 18. Juni 2012

Montag 18.06.2012


Die Nacht war ruhig und es wurde kühl, 18°, obwohl wir abends leise Musik gehört hatten. Trotz der vielen Motorstunden saugte unser Kühlschrank die Batterie zu schnell leer. Auf Stufe 4 hält die Batterie, aber er schafft keine ausreichende Kühlung. Auf Stufe 5 wird die Batterie leer. Unser alter Kühlschrank, den wir als Stauraum mit leichter Kühlung nutzten, wurde diese Nacht zur Warmhaltebox. Nach einem morgendlichen Bad wurde das Beiboot gewassert. Zur Probe wurde der Acharon befahren. Die Kanalmauer wird von italienischen Wohnmobilen beherrscht. Weiter oben am Ufer stehen einige Tavernen und es hängen sogar Touristenboote längsseits. Kaum sind wir bei der Ausfahrt vom Fluss in welligeres Wasser gekommen, fing der Außenborder wieder an zu stottern. Wir schafften es in die Nähe des Schiffes. Durch erfolglose Startversuche verschenkten wir kostbare Nähe und mussten einiges an Strecke zurückpaddeln. Weitere Reanimationsversuche, auch spätere im Verlauf des Nachmittags scheiterten. Dafür sind die Finger von offenen Blasen verziert. Für den ersten Aussetzer könnte ja ein geschlossenes Lüftungsventil im Tank angeschuldigt werden. Aber warum setzt er dann genau dann aus, wenn es schauklig wird. Und wieso lässt er sich nicht mehr Starten, wenn die Spritzufuhr wieder hergestellt ist? Motor, Du bist Deiner Ausmusterung wieder einem Schritt näher gekommen. Später kommen drei weitere Schiffe zum Ankern. Wie gestern frischt der Wind auf und die Wellen schaukeln uns kräftig durch.
Bild des Tages: Drecks Außenborder

Sonntag 17.06.2012


Unsere Gäste hatten natürlich Verspätung. Um 20.30 waren sie da. Bei einem kleinen Abendimbiss drehte plötzlich der Wind und frischte auf. Es blies direkt auf die Hafenmauer. Gut dass wir uns nicht längsseits verlegt hatten. So bauten wir die Gangway ab, machten die Festmacher lockerer und zogen uns mit dem Anker von der Mauer weg. Der Wind legte sich, nicht die laute Musik. So ruhig die letzten Nächte waren, so laut war diese. Die Griechen wollten wohl den Abschied vom Euro feiern.
Heute standen wir früh auf. Frühstücken, Gangway wieder raus, Ketten-Festmacher einpacken, nochmals Wassertanks füllen (Dank auch hier an die Bodega). Dann wurde endgültig abgelegt. Mit Motor raus durch das Fahrwasser. Da der Wind günstig stand wurde die Genua ausgerollt. Beide Motoren aus und wir fuhren mit 4 Knoten dahin. Bis der Wind auf einmal drehte und genau von vorne kam. Genua einrollen und Motor an. Zur Hitze kamen die Fliegen. Folgten die unseren Gästen??? Bislang waren wir von ihnen verschont geblieben. Der Wind frischte weiter auf und es wurde ein ungemütliches Gegenangebolze. Der Wetterbericht hatte Ostwind angekündigt, der uns gemütlich nach Norden getragen hätte. Wir bekommen natürlich den eigentlich typischen Winddreher auf Nordwest ab. An zwei Buchten kamen wir vorbei, in denen bereits Segler ankerten. Phanari selbst hatte einen langen Sandstrand mit Liegen und Sonnenschirmen zu den dahinter liegenden Hotels gehörend. Das Flussufer war von zahlreichen Wohnmobilen gesäumt. Der Anker hielt auf Anhieb. Die Wellen schaukelten uns bis im Laufe des Abends der Wind nachließ. Nach Sonnenuntergang wurden wir kurz von den Mücken aufgefressen.
Bild des Tages: Blaues Wasser unter dem Schiff.

Samstag, 16. Juni 2012

Samstag 16.06.2012

Heiß, heiß, heiß… 38° zeigt das Thermometer, und für die nächsten Tage sind höhere Temperaturen angesagt. Da wird die Wartezeit auf die Gäste im Stadthafen etwas lang. Hier kann man nicht einfach ins Wasser springen, um sich abzukühlen (Kloakenabfluss 1 Meter neben dem Heck). Die jetzige Wetterlage ist völlig neu für uns. Ostwind statt des üblichen NordNordWestWindes und dazu extreme Hitze, die nicht aus Süden kommt. Vormittags wurde letzte Hand angelegt, dass Schiff auf die Ankunft der Gäste vorzubereiten. Ich war nochmals bei Cosmote, um den Stick ausreichend aufzuladen. Als neue Nachbarn haben wir die uns bekannte Kanula, die zwar beim Anlegen durch die Strömung auf uns gedrückt wurde, aber ohne Schaden weiter nach hinten rutschte, bis die Position stimmte. Wir hoffen dass unser Kühlschrank durchhält. Durch unsere Position haben wir bis etwa 13.00 eine Abschattung der Paneele durch Mast, Baum und Wanten. Erst danach gibt es Überschussenergie. Morgen wollen wir nach Norden aufbrechen. Zunächst nach Phanari, von dort weiter nach Lakka auf Paxos und irgendwann wieder zurück. Zunächst müssen wir diesen Tag schwitzend überstehen und um 19.25 unsere Gäste vom Flughafen abholen.

Freitag, 15. Juni 2012

Freitag 15.06.2012


Gestern kam die Marine in den Hafen. Mit lautem Tuten vertrieb sie einige Segler von der Hafenmauer, um längsseits gehen zu können. Will der Staat etwa Stärke zeigen zur Wahl? Droht ein Militärputsch? Das wäre wahrscheinlich nicht das Schlechteste für das Land. Und dafür suchte der Frachter mit den Yachten das Weite. Illegales Geld in Sicherheit bringen. Die Küstenwache umkreiste den Frachter, griff nicht ein. Dafür erhielt sie als Belohnung einen ganzen Tanklaster voller Diesel. Am Abend wurde uns ein neues Unterhaltungsprogramm geboten, eine Wahlveranstaltung der PASOK. Die Zuhörer scheinen sie aus dem hiesigen Altenheim „Zur schattigen Pinie“ angekarrt zu haben. Zuerst wurden wir mit Propagandamusik beschallt. Bodega, Prevere, Portokali, BecInto, Flocafe oder wie die Bars und Cafes hier alle heißen. Im Vergleich zur Lautstärke der Partei ist alles andere ein Gesäusel. Das „Einpeitschen“ dauerte 2 Stunden, die Reden glücklicherweise lediglich zweimal 30 Minuten. Als erste wurde für die Optik ein Mädel in Minikleid und Stöckelschuhen mit Pfennigabsätzen auf das Podium gehoben. Danach kam der eher unansehnliche Parteifunktionär. Apropos Schuhe. Griechinnen haben es ja mit ihren Schuhen. Und sogar die Polizistinnen (2 waren zur Bewachung der Veranstaltung abgestellt) tragen hier Stöckelschuhe. In der Nacht war es angenehm ruhig. Der angekündigte Sturm aus West mit 5 Bft. hatte sich verflüchtigt. Wir verbrachten den Tag zunächst mit Auf- und Umräumen und Putzen. Es folgte ein Großeinkauf. Es dauerte seine Zeit, alles zu verstauen. Jetzt ist wieder kein Platz für Gäste… Neben uns wechseln sich die Nachbarn ab und auch die Marine ist wieder verschwunden. Unser neuer Kühlschrank bereitet uns Sorgen. Angeblich soll er tropentauglich sein und von 18° bis 45° funktionieren. Bei uns schwächelt er schon bei unter 30°.
Bild des Tages: Schwarzgeld in Yachtform auf dem Weg ins Ausland.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Donnerstag 14.06.2012


Die Anlegespielchen gingen gestern weiter. Ein 15 Meter Charterschiff voller Ungarn wollte wissen, an der Haufenmauer die Tiefe für ihr Ruderblatt ausreicht. Dazu fuhren sie mit der Spitze auf die Mauer zu. Als sie auf der Mauer festsaßen fragten sie uns, ob es hier tief genug sei. Eigentlich hätten wir Nein sagen sollen, denn sie drehten lediglich um und fuhren rückwärts fast querstehend in die Lücke. Wenigstens wurden sie von der Strömung auf die Bavaria gedrückt und nicht auf uns. Es folgte ein Amerikaner, der auf unserer anderen Seite den Platz der Franzosen einnehmen wollte. Zweimal brach er ab, nachdem sich sein Anker in unserem Festmacher verfangen hatte und ich ihn gerade noch wegdrücken konnte, bevor er uns die Seite aufschlitze. Dann wurde seine Bugleine festgemacht und die Strömung drehte ihn, so dass er mit dem Heck unseren Bug eindrücken wollte. Wieder wurde geschoben und irgendwie lag er dann glücklich längsseits.
Die Nacht war erstaunlich ruhig, obwohl wir direkt vor der Bodega lagen, aus der Musik kam. Allerdings in erträglicher Lautstärke und zudem kein Griechengejaule. Außerdem hatten kostenlosen und Passwortfreien Internetzugang. Kein Hunde, dafür mein alter Freund, der Fischer mit dem Motor ohne Auspuff und Schalldämpfer. Der musste natürlich extra nahe an den Schiffen vorbei tuckern. Ich fuhr mit dem Marinaboot zurück in die Marina, um das Auto zu holen. Nebenbei legten zwei Frachter an. Einer aus der Türkei mit Getreide, der andere aus Holland. Zumindest auf See können sie manövrieren, wenn schon nicht im Strafraum. Ohne Schlepperhilfe legte das riesen Teil längsseits an. Es hatte Yachten geladen. Eine 85 Fuß Motoryacht, die gestern hierher geschleppt worden war, sollte an Bord genommen werden, was ihnen den ganzen Tag nicht gelang. Wie man richtig anlegt demonstrierte ein Engländer, der mit seinem Schiffchen direkt neben uns einparkte, parallel und ganz nah an unserem Rumpf. Ich erkundigte mich in der Stadtmarina nach dem Preis für uns. 15 € für einen Tag inklusive Wasser und Strom, da kann man nichts sagen. Ein Blick hinaus aufs Meer zeigte einen schönen Segelwind. Der angekündigte Sturm mit 55 km/h ließ auf sich warten. Trotzdem wurden wir am Nachmittag von abgelenkten Wellen kräftig hin und her geschaukelt.
Bild des Tages: Bodega direkt hinter dem Bug. (Das Bild ist schief weil es so geschaukelt hat, nicht weil ich zu lange in der Bodega saß)