Freitag, 8. April 2011

Mittwoch 06.04.2011


Schon in der Nacht hätte laut Poseidon Regen fallen sollen. Geweckt hat uns der in den Wanten pfeifende Wind. Feucht wurde es erst, als ich zum Interneten aufbrach. Da es weiter nach Regen aussah, fuhren wir zum Einkaufen. Mit Abstechern bei diversen Werkzeugläden. Sägeblätter für die Stichsäge habe ich bekommen, und eine stabil wirkende, handliche Kartuschenpresse. Und dann großer Lebensmitteleinkauf bei Lidl und Carefour. Als zurück am Schiff die Schätze verstaut waren, baute ich eine Klampe aus. Die Muttern waren leicht zu lösen, die Unterlegplatte auch. Die Klampe selber ließ sich mit den in ihr festsitzenden Schrauben nach ein bisschen Nackeln herausziehen. Und die Schrauben blieben in der Klampe. Das oxidierte Alu hält sie fest. Mal sehen, ob WD 40 über Nacht weiterhilft. So wie auf diesem Schiff üblich sind zwar die Schrauben fest, Wasser wird aber seinen Weg an den Schrauben entlang ins Schiffsinnere finden. Danach wird die Werkstatt wieder mal um- und aussortiert, da draußen wegen erneutem Regen nichts mehr zu machen ist.
Bild des Tages: Festsitzende Schrauben

Mittwoch, 6. April 2011

Dienstag 05.04.2011


Am Morgen war das Schiff so nass wie noch nie. Selbst von unten hing das Wasser an unserem Sonnendach. Es war auch bewölkt, so dass wir zunächst zögerten, einen Waschtag einzulegen. Die Wolkenzugrichtung ließ dann darauf schließen, dass die große blaue Lücke zu uns kommen würde und nicht die dunklen dicken Wolken. Und die dunklen Wolken stammten nicht von den Feuern, die ganz in der Nähe angezündet worden waren. Als das Deck nach einiger Zeit trocken war, starteten wir das letzte Kapitel Scheibeneinbau. Eigentlich eine Kleinigkeit. Haben wir uns gedacht… Scheibe auflegen, Umriss auf Deck anzeichnen, Deck abkleben, alles kein Problem. Abstandshalter auf die Scheibe geklebt. Eine dicke Panterawurst mit der Maschine um die Öffnung gepresst. Scheibe drauf, Scheibe mit Klebeband fixiert und gegen den Mastfuß abgestützt, dass sie nicht verrutscht. Alles kein Problem. Aber durch die Biegung des Decks war an den Ecken der Scheiben und über längere Strecken an den Rändern ein mehr oder weniger großer Anstand zwischen Pantera und Scheibe. Wir konnten schön durchschauen. Eigentlich kein Problem. Maschine her und von innen Pantera in den Spalt gepresst. Beim Wechseln einer leeren Kartusche dann die böse Überraschung. Die Kartsuche hat nicht gehalten und die Maschine war von Pantera verschmiert. Und nach dem Reinigen der Maschine auch unsre Finger, T-Shirt, Hose und Polster. Ich hatte den Verdacht, dass ich bei fast leerer Kartusche noch mal versucht habe, den letzten Rest Pantera rauszuquetschen und das ein Fehler war. Falsche Überlegung. Bei der nächsten Kartusche das gleiche Problem, schon bei teilweiser Leerung. Also Maschine weggelegt, auf Putzen verzichtet (aus Frust) und mit der Handpresse weitergemacht. Bei dem zähen Zeug und der kleinen Düsenöffnung einmühsames Geschäft. Inklusive Verteilung von Pantera auf Stellen, an die es nicht hingehört. Nach dieser Aktion war uns der Tag verdorben. Erst am späten Nachmittag konnte ich mich aufraffen, den Ankerkasten zu leeren, um dort Platz für weitere Arbeiten zu haben. Heute war der erste Tag, an dem wir beim Duschen nicht gefroren haben. Und auch die Nacht war nicht mehr zu kalt.
Bild des Tages: Panterapressen per Hand

Montag 04.04.2011


Die Nacht war mit 10° wieder eine der frischeren. Während das Deck trocknet erledige ich Internetzeugs. Das Büro der Wassermarina ist offen und ich muss nicht mehr auf dem Steinboden davor sitzen. Noch bevor wir mit der Arbeit beginnen können schaut Les vorbei. Er berichtet, dass der Winter hier sehr angenehm gewesen sei, entgegen den Wetterberichten auf Yahoo, die ich verfolgte. Es hätte kaum geregnet und sei immer angenehm warm gewesen. Er habe zwei Schiffe repariert und viele Gangways fabriziert. Wenn er Glück hat, bekommt er einen Megaauftrag. TUI hat Sunsail und Moorings geschluckt. Zunächst für ihre Kanalboote in Frankreich überlegen sie, bei Les die Gangways zu bestellen. Das wären 3500 Stück. Er kann zwar 15 pro Woche bauen, aber so ein Großauftrag würde ihn an seine Grenzen bringen. Und natürlich lässt er uns Coppercaot da. Dass uns die Arbeit nicht ausgeht. Das ist für und der Anlass, wieder zum Harztopf zu greifen. Die alten Bohrlöcher sind schnell gefüllt. Allerdings scheint sich das Harz in den Löchern zusammenzuziehen. Immer wieder darf ich was nachfüllen. Das übrige Harz wird wieder zur Reparatur der alten Birkis verwendet. Und dann das alte Spiel. Wenn man drauf wartet, wird das Harz nicht hart. Ich vertreib mir die Zwischenzeit mit dem Reinigen der ausgebauten Luke. Die Scheibe wird abgeklebt und zum UV-Schutz geprimert. Und das Harz ist immer noch nicht hart. Wir verschieben das Kleben auf morgen. Also noch eine Nacht mit Loch im Schiff und nur einer Plane drüber. Gestern ist es zum Glück bei ein paar Tropfen geblieben. Der Wetterbericht sagt für morgen Sonne, am Mittwoch soll es regnen. Da widersprechen sich allerdings Poseidon und Yahoo.
Bild des Tages:
Mit Eisstäbchen unterlegte Luke. Mit Sika, Silikon, Epoxy, Farbe und was noch alles verziert

Sonntag, 3. April 2011

Sonntag 03.04.2011


Trotz Sonntag war es nichts mit Ausschlafen. Gearbeitet hat zwar niemand aber alle mussten mit ihren Autos durch die Marina brettern. Da das Deck noch nass war, wurde wieder mal Kleinkram erledigt. Scheibenmäßig wurde als nächstes das Sika vom Gelcoat gekratzt. Sika hochheben, mit Spachtel zwischen Sika und Deck stechen. Millimeter für Millimeter. Als die Sika-Lappen weg waren, sah der Rahmen immer noch nicht besonders gut aus. Schwarz verschmiertes Sika überall. Ein Versuch mit Azeton ergab, dass das Schwarz damit entfernt werden konnte, aber sehr mühsam. Die Löcher der Schrauben habe ich mit einem Raspelbohrer vom Dreck befreit. Ausgerechnet einige kleinere Löcher hat Franzmann wieder mit abgelaufenem Sika verstopft. Alles voller schwarzem, schmierendem, zähen Batz. Ein Versuch mit dem Exzenterschleifer vollbrachte ein wahres Wunder. Das Sika verschwand vom Gelcoat. Da hat Carola umsonst ein Tuch in viele Fetzen geschnitten, um eine Azetonorgie zu starten. Um den Dreck zu entfernen wurde wieder mal das Deck abgespritzt. Davor mussten wir natürlich die Fensteröffnung abkleben. Als alles trocken war, Folie abziehen, nachputzen, restliches Sika mit Azeton entfernen. Innere Schmutzfangplastikfolie entfernen und wir hatten freien Ausblick nach draußen. Und ein erstes Mal durfte die Scheibe probeliegen. Es zeigte sich, dass die Abstandshalter an den Ecken wohl nicht reichen dürften. Auf die Schnelle bastle ich vier weitere Abstandshalter mit 6 mm, indem ich Harzrührstäbchen zusammen klebe. Bis morgen wird der Kleber wohl trocken sein. Und zu guter Letzt, nichts ist’s mit Sonnenschein. Dicke Wolken kommen daher, viel Wind dazu und auch noch Regen. Gerade heute, weil wir das größte Loch im Schiff haben. Die Scheibe wird angeklebt, Plastikplane über alles und hoffen.
Bild des Tages: Sika abziehen

Samstag 02.04.2011


Da das Deck erst trocknen musste, verpflanzte ich mich vors Büro der Wassermarina und habe geinternetet. Auf einmal kamen ungewohnte Töne von oben. Erst dachte ich an einen Schwarm Enten oder Gänse, aber die Gestalt der Körper passte so gar nicht. Mit Sonne von hinten war dann die rose Farbe erkennbar. Da hat sich tatsächlich ein Schwarm Flamingos in den Ambrakischen Golf verirrt.
Als es warm genug war, ging die Werkelei weiter. Als erstes wurde die alte Luke aus der Scheibe entfernt. Das dauerte gerade mal 10 Minuten. Lukenmüssen ja immer auf ganz ebenem Grund montiert werden. Um dies zu erreichen hat Franzmann die Biegung der Scheibe ausgeglichen, indem er hölzerne Eisstäbchen mit Silikon auf die Scheibe klebte. Und da drauf die Luke. Wenigstens ließ sie sich leicht lösen. Danach einmal rundum gesägt, um den Scheibenrand möglichst klein zu bekommen. Die Idee war nämlich, die Scheibe Stückchenweise zu lösen. Der verbleibende Rand wurde mit der Rundsäge in 3 cm breite Stücke geschnitten. Es war natürlich wichtig, nicht zu tief zu schneiden. Bei 15 mm dicken Scheiben war es eh mühselig genug. Das Sägeblatt schmolz sich mehr durch das Plexiglas, als dass es einen schönen Schnitt hinterlassen hätte. Mit dem Stemmeisen wurde das Teil endgültig abgebrochen. 80 Teilchen waren es am Schluss. Der Rest war einfach. Mit der Tauchsäge das Sika und den einzelnen Stückchen zerschneiden, Stückchen raushebeln, fertig. Nur der letzte Rand. Wegen dem Mast und dem dazugehörigen Zeug eh schwer zugänglich bereitete neue Probleme. Die Sikaschicht war dünner als an den anderen Rändern, dafür hielt das Sika hier umso besser. Alle Marinaknechte hatten schonlange den Heimweg angetreten, als das letzte Stück Scheibe rausgebrochen war. So großflächig verklebt scheint Sika wirklich gut zu halten. Hätte dumm Franzmann nicht Schrauben durch die Scheiben gedreht, an denen entlang das Wasser seinen Weg nach innen fand, und hätte er nicht ein Loch für eine Luke in die Scheibe geschnitten, die wie die Schrauben für Sprünge in den Scheiben gesorgt hätte. Die Scheiben wären wahrscheinlich absolut dicht. Wir waren natürlich immer noch nicht fertig. Deck reinigen war fällig. Freundlicherweise hatte der Wind tagsüber gedreht und den Dreck überall verteilt. Danach provisorisches Abkleben unseres bislang größten, von uns fabrizierten Loches im Schiff.
Bild des Tages: In Stücke geschnittener Scheibenrand

Freitag, 1. April 2011

Freitag 01.04.2011


Der Tag fing schon nicht gut an. Die angekündigte leichte Bewölkung weckte uns morgens mit aufs Deck prasselnden Regentropfen. Um Zeit zu gewinnen entschlossen wir, eine fahrt nach Preveza zu unternehmen und unsere Brotvorräte aufzustocken. Richard von der Rush meldete sich auch noch, dass wir ihn im Stadthafen treffen könnten. Ich habe natürlich das Handy auf dem Schiff gelassen und so haben wir uns nicht getroffen. Dabei wäre Preveza gar nicht so groß. Erst als Richard Richtung See fuhr, habe ich ihn entdeckt.
Zurück in der Marina war die Scheibe dran, nachdem sich der Regen zurückgezogen hatte. Die Schrauben ließen sich problemlos entfernen. Aber wie löst man eine 10 cm breite Sika-Klebefläche. Mit dem Spachtel, der sich bei den Luken bewährte, kam ich nicht weit. Das neue Wunderwerkzeug war etwas besser. Immerhin 3 cm tief drang es von innen und von außen ein. Und dabei wurden die Sikabrösel drinnen und draußen verteilt. Franzmann hat wohl mal ein abgelaufenes Sika verwurschtelt. Es ist nicht richtig ausgehärtet und war entsprechend klebrig. Die Hände danach auch, und schwarz dazu. Die Scheibe bewegte sich trotz der Bearbeitung keinen Millimeter. Mir fiel nur eines ein, stückweises rausarbeiten. Zunächst Löcher in die Scheibe gebohrt, dann mit der Stichsäge innen durchgeschnitten, dann mit der „Knochensäge“ vom Rand her eingeschnitten. Mit dem Schraubenzieher drunter (einen Spachtel habe ich so schon aufgearbeitet). Und tatsächlich, Stück für Stück brach das ausgesägte Stück heraus. Und dann war es schon 17.00. Das bedeutete Deck säubern, löchrige Luke abdecken und Wassertanks füllen. Die haben sich dank der ausgiebigen Putzerei schnell geleert.
Bild des Tages: Sika übers Deck verteilt

Donnerstag 31.03.2011


Heute war endlich die Deckreinigung dran. Die Windrichtung passte, so dass unsere holländischen Nachbarn nicht unseren Dreck abbekamen. Und unser Deck ist eine große Fläche. 4 Stunden brauchte ich. Und dann erst kam der Regen. Das Duschen war wieder eine kühle Sache, Haarewaschen fiel aus.
Bild des Tages: Lässiges Hochdruckreinigen. Wer erkennt das T-Shirt?