Samstag, 30. April 2011

Freitag 29.04.2011


Der Wetterbericht für die nächsten Tage verspricht immer wieder Regen. Keine drei trockenen Tage am Stück, um die Scheibe zu wechseln. Wir wollen allerdings nicht bis Ende nächster Woche damit warten. Und wer weiß, ob dann das Wetter länger hält. Am Anfang steht wieder der Ausbau der alten Scheibe. Innerer Holzrahmen weg. Das Eck mit Hartmuts dauerklebrigem Silikon von selbigem gereinigt. Schrauben raus, Löcher ausgebohrt. Scheibe von innen mit viel Luft dazwischen abgeklebt. Löcher in die Scheibe gebohrt, Scheibe mit Stichsäge knapp innerhalb des Rahmens ausgeschnitten. Mit der Tauchsäge zuerst zwischen Scheibe und Kleber geschnitten, dann den verbliebenen Scheibenrahmen in kleine Teile portionieren. Beim Auseinanderbrechen der einzelnen Teile entsteht die Vermutung, dass diese Scheibe schon mal mit Aceton behandelt wurde. Das Plexiglas ist extrem weich, verbiegt sich eher, als es bricht. Mit Brechstange und Jagdmesser wird dann Teil für Teil losgelöst. Am oberen Rand ist im Kleber eine tiefe Lücke, in der sich natürlich Wasser angesammelt hat. Carola widmet sich in der Zwischenzeit unserem Edelstahl. Stahlfix bringt sich nicht weiter, die Sauerei durch den ablaufenden Dreck ist zu groß. Bleibt nur Never Dull, und das ist recht mühsam. Die Sika-Klebeschicht der Scheibe wird in einem Stück vom Deck gelöst. Das verbleibende Sika fällt der Nylon-Fächerbürste, angetrieben von der Bohrmaschine zum Opfer. Ohne das Klebe-Silikon ist der Dreck an Deck überschaubar und lässt sich wegkehren. Das Fenster wird provisorisch abgeklebt und das Deck abgespritzt. Da der Schlauch schon mal da ist, werden gleich beide Tanks gefüllt. Nebenbei wurde unser Nachbarschiff gewässert. Ein von Franzosen bewohnter Kat der gleichen Marke wie unserer. Die auch den französischen Elektriker hatten. Die hatten einen hiesigen Engländer engagiert, den Kat herzurichten. Selbst als der Kat in den Gurten hing, waren die noch zu Gange, weil sie noch nicht fertig waren. Wie unser Kat wurde dieser zunächst mit einem Hubwagen angehoben und aus der Boxengass gefahren, bevor er in den großen Travellerlift kam.
Bild des Tages: Abgedecktes Loch im Schiff

Donnerstag, 28. April 2011

Donnerstag 28.04.2011

Wie vorhergesagt ist es auch heute kühl und regnerisch. Welche Arbeit könnte passender sein, als Deck und Rumpf zu reinigen. Ich schnapp mir den Hochdruckreiniger, alle sichtbaren und bekannten Schiffsöffnungen werden geschlossen und los geht es. Der Sand lässt sich gut entfernen, aber die schwarzen Streifen und die gelbliche Verfärbung bleiben. Und immer wieder spült es schwarzen Sand von unserer letztjährigen Sandstrahlaktion über Deck. Der Dreck wird uns sicher noch Jahre verfolgen. Eine nasse Angelegenheit heute. Entweder bläst der Wind den Wasserstaub umher, oder es regnet oder es tropft vom Schiff. Der im Cockpit verbliebene Rest unseres Tisches wird bearbeitet, der abblätternde Lack fliegt tatsächlich weg. Allerdings überall hin. Und er bleibt überall kleben und ist andererseits so leicht, dass er sich schlecht wegspülen lässt. Danach ist die nicht funktionierende Lampe in hinteren Werkstattraum dran. Es findet sich versteckt hinter an der Wand hängenden Expandern ein Schalter, der zumindest auf die zuführenden Kabel Strom bringt. Die Lampe geht dennoch nicht. Also Röhren austauschen. Die Ersatzröhren sind natürlich gut versteckt im hintesten Eck eines Schrankes. Und natürlich liegt es nicht an der Röhre. Irgendetwas an der Lampe ist hinüber. Der Schalter ist es nicht, wie es sich nach einer Überbrückung zeigt. Weg mit der Lampe, sie wird durch eine LED-Lampe ersetzt werden. Erstaunlicherweise ist das Wasser der Dusche heiß. Obwohl kaum die Sonne schien.

Mittwoch 27.04.2011

Da sich das Wetter nicht gebessert hat starten wir heute einen richtigen Großeinkauf in Preveza und leisten und dafür auch die Tunneldurchfahrt für 3 € den einfachen Weg. Und in Preveza ist die Hölle los. Statt in den Kaffeehäusern zu sitzen verstopfen die Griechen mit ihren Autos die kleine Stadt. Und sonderlich erfolgreich sind wir beim Einkaufen auch nicht. So banale Dinge wie eine Kokosmilch zum Kochen oder Azeton können wir nirgends auftreiben. Inzwischen hat es sich so richtig eingeregnet. Die gute Sache daran. Unsere Scheiben erweisen sich als bislang dicht. Die schlechte Sache. Da ich die Deckenverkleidung im hinteren Teil der Werkstatt abgebaut habe, entdecke ich dort ein Leck im Deck. Die beiden Löcher, welche der Augbolzen hinterlassen hat und die ich mit Tape abgeklebt habe, die sind dicht. Aber daneben sickert das Wasser durch. Franzmann hat die Steuerkonsole verkürzt um für seinen hinrissigen Einstieg das Deck aufschneiden zu können. Und das hat er oder seine Brasilianer stümperhaft zulaminiert. Da dürfen wir nachbessern. Lothar von nebenan wird unverhofft zu Wasser gelassen. Der Kran war halt gerade frei. Die schwimmen jetzt an unserem alten Platz am Wasser. Der Regen hat eine Menge Sand aus der Wüste mitgebracht. Alles ist rot und sandig.

Dienstag, 26. April 2011

Dienstag 26.04.2011


Wie angekündigt begann es in der Nacht kräftig zu blasen. Der Regen war allerdings nicht überzeugend. Drei- viermal ein Schauer, das wars. Ich nutzte das schlechte Wetter zu einer Einkaufstour nach Preveza. Es waren so viele Segler, dass Bus und Boot gefüllt waren. Der Erbschleicher fuhr das Boot. Er bekam diesen Namen, weil er sich die Tochter vom Chef an Land gezogen hat und dadurch automatisch gemäß den Statuten der griechischen Familienvetternwirtschaft in der Marina mitmischen darf. Dabei hat er wohl nicht so den richtigen Durchblick, weder als Bus- noch als Bootsfahrer. Aber er darf alles, auch die Travellifte bedienen. Und er hat schon ein eigenes Büro, für was auch immer. Bei der Bootsüberfahrt heute wollte er auf jeden Fall bei auflandigem Wind und mittleren Wellen an der Hafenmauer längsseits anlegen. Als das Schiff an der Mauer lag, fiel ihm auf, dass das alles eher ungünstig war. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis diese Einsicht sich einstellte. Dann griff er dankbar den Vorschlag eines Seglers auf, doch ein paar hundert Meter weiter an der Mauer anzulegen, die durch den Frachthafen vor Wind und Wellen geschützt wäre. Beim Ablegen durfte das Heck mit der Mauer Bekanntschaft schließen. Als er uns abholte hielt er vor dem Festmachen länger an und polsterte das Schiff ringsum ab. So recht wussten wir mit dem unklaren Wetter nichts anzufangen und erledigten Kleinzeug. Um die Verankerung eines Augbolzens überprüfen zu können, demontierte ich die Holzverkleidung des hinteren Werkstattraumes. Davor musste ein Lampe weg. Eine wunderschöne, aber nicht funktionierende. Kein Strom auf der Leitung. Die Deckenverkleidung war mit unterschiedlichsten Schrauben befestigt, eine halbiert sich beim Herausdrehen und ich durfte den Stummel danach mit der Zange herausdrehen. Es zeigte sich, dass der Augbolzen gut verankert war. Ein anderer, eigentlich überflüssiger, dafür umso weniger. Also raus damit und wir haben wieder zwei kleine Löcher im Deck. Die Schrauben des Bolzen waren wieder französisch gut mit irgendwas verschmiert. Eine Arbeitslampe erhielt einen deutschen statt des bisherigen fremdländischen Steckers. Und sie funktionierte danach noch. Carola versuchte sich an den Kleberresten unserer Küchenfenster Plastikfolienabdeckung. Danach wurden die Fugen zwischen den Küchenfließen aufgeweißt. Geregnet hat es den ganzen Tag nicht, aber gegen Abend frischte der Wind nochmals kräftig auf nicht weit weg blitzet es heftig.
Bild des Tages: Auch ich darf mal lesen.

Montag, 25. April 2011

Montag 25.04.2011


Es herrscht Ruhe in der Marina, weshalb wir länger schlafen können. Danach wird das Umräumen der Werkstatt fortgesetzt. Bei einer Heißluftpistole wird der argentinische Stecker durch einen deutschen ersetzt. Das hätte ich mir sparen können, das Teil funktioniert nicht. Weitere Geräte kommen auf den Stapel für den Flohmarkt am 05. Mai, anderes landet auf dem Müll. Im Gegensatz zu Italien interessiert hier unser Müll niemanden. Alles bleibt liegen. Da unsere Fenster zumindest den Tau draußen halten, wagen wir was Neues. Die Fenster über der Küche werden bearbeitet. Da heißt es erst einmal abdeckende Plastikfolie entfernen. Die Folie ist nicht das Problem, aber das Klebeband. Ein Teil des Klebers bröselt, der andere verschmiert klebrig. Nächster Schritt, Schrauben raus. Nächster Schritt, Löcher ausbohren. Nächster Schritt, Löcher von innen mit Epoxy zuspachteln. Nächster Schritt, von außen Pantera in die Löcher und auf die Risse in den Scheiben. Innen haben wir jetzt eine glatte Fläche ohne Schrauben (außer der einen Scheibe über dem Navi, die noch gewechselt werdenwird). Jetzt können wir diese Flächen und die von Theo zulaminierten Öffnungen anschleifen und mit Topcoat versiegeln. Dann wäre innen diese Episode endgültig abgeschlossen. Und wenn wir Glück haben und die Scheiben über der Küche durch unser Provisorium dicht sind, haben wir einen Sommer mit unverklebten Scheiben vor uns. Wenn sie nicht dicht sind, wird halt wieder mit Plastikfolie abgeklebt. Das Wetter ändert sich tatsächlich, es ist schwül und diesig. Carolas Knie melden Regen und Wind.
Bild des Tages: Spachteln, ich liebe es…

Sonntag 24.04.2011


Sonntag, Feiertag, aber nicht für uns. Es ist wieder mal an der zeit, die Werkstatt aufzuräumen und auszusortieren. Um einen praktischen Plastikbehälter anders nutzen zu können, muss ich das Angelzeug umsortieren. Der Kat nebenan wird bezogen, Lothar ist mit dem Wohnmobil aus Deutschland angekommen. Angeblich bringt er besseres Wetter mit. Am frühen Nachmittag brechen wir auf und fahren nach Nidri zur Rush zum Grillen. Andere Segler erzählen hier, dass an den italienischen Mautstationen kräftig betrogen wird. Bis zu 5 € zu wenig Wechselgeld wird zurückgegeben. Und die ganz raffinierte Masche. Der Mensch im Häuschen schiebt ein Ticket mit einer ganz kurzen Fahrstrecke in den Apparat, sagt er will das Geld für die lange Strecke, die deutsche Autos üblicherweise zurücklegen und schiebt den Differenzbetrag ein. Und die Griechen sind ein weiteres Thema. Die wollen ja ihre Häfen verkaufen, die sie erst mit EU-Geldern gebaut haben. Und auch dabei haben sie getrickst. Beim Bau durch die EU zahlt Griechenland erst bei Fertigstellung, deshalb wird nichts fertig gebaut. Griechenland zahlt mit EU-Geldern die eigenen Arbeiter, ohne selbst was dazuzuzahlen. Richard empfiehlt uns für unseren Cockpittisch die Beize. Einstreichen, abwarten, abspachteln und mit Stahlwolle nacharbeiten. Und auch für andere Themen ist er eine unerschöpfliche Quelle an Ratschlägen.
Bild des Tages: Die Ankerbucht bei Nidri füllt sich, wieder mal ohne uns…

Samstag, 23. April 2011

Samstag 23.04.2011


Kein Mensch arbeitet heute, also können wir mal bis 09.00 ausschlafen. Und dann ist es auch gar nicht mehr so kalt zum Frühstücken. Während Carola die Waschmaschine bewacht, widme ich mich der kleinen Lampe über dem Navitisch. Es ist ja ein praktisches Ding, man kann es durch einen Rotfilter dimmen und so nachts die Augen schonen. Und es hat ein Spiralkabel, so dass man es zum Ausleuchten in der näheren Umgebung verwenden kann. Nur ist das Spiralkabel bröselig geworden. Ständig findet sich irgendwo ein kleiner schwarzer Krümel. Als ich mich ans Lösen der Kabelverbindung mache, treffe ich auf die übliche französische Elektroarbeit. Die Lüsterklemme ist dick mit Isolierband umwickelt, dessen Kleber nur mehr an den Fingern klebt, da aber gut. Unter der ersten Schicht Isolierband finde ich zwei getrennte Lüsterklemmen, eine für jedes Kabel. Und jede nochmals mit Isolierband umwickelt. Der Katamaran neben uns wird seit längerem auf das Eintreffen der Eigner vorbereitet. Der Elektriker kommt mit einem Auto, dass selbst für griechische Verhältnisse ein Schrotthaufen ist. Und er ist Franzose. Gute Fahrt Kollegen von nebenan… Fenster weiter einkleben ist der nächste Programmpunkt. Der Spalt innen zwischen Scheibe und Deck ist etwas unzugänglich, so dass wieder mal liegende Überkopfarbeit angesagt ist. Außen kleben wir zunächst die Scheibe ab und dann wird auf dem rutschigen Deck Pante ausgepresst und mit der Telefonkarte abgezogen. Zwischendurch hat jemand an den Rumpf geklopft, aber wir konnten unsere Arbeit nicht unterbrechen. Willi, der Holländer ist wieder da. In Holland sei das Wetter viel besser als hier. Das haben wir uns schonlange gedacht. Da wir unseren Cockpittisch vom alten Lack befreien wollen, versuche ich, den einen Klappteil abzuschrauben. Ohne Schlagschrauber lässt sich keine einzige Schraube lösen, einige zerbröseln. Sind natürlich Messingschrauben, inzwischen alle recht brüchig. Den Lack zu entfernen stellt uns vor gewisse Schwierigkeiten. Er ist schön schiffig gebaut, mit Grätings. Dadurch haben wir viele rechtwinklige Löcher, von deren Rändern wir den Lack abkratzen müssten. Da versuchen wir doch den Publikumsjoker. Kann oder darf man Teakholz abbeizen???
Bild des Tages: Scheibe verfugen