Freitag, 6. Mai 2011

Freitag 06.05.2011


Heute ließen uns die kläffenden Hunde nicht ausschlafen. Als ich mich auf den Weg zum Marinabus machte, war kein Mensch da. Alle schon beim Boot. Nachdem wir losfuhren, liefen noch ein paar Gestalten herbei und durften auch noch mit. Da ich mein Buch vergessen hatte musste ich einen Einkaufsbummel unternehmen. Abdeckfolie und Pinsel waren geplante Käufe. In einem asiatisch geführten Ramschladen fand ich einen Satz Imbusschlüssel, mit dem sich der Hochdruckreiniger öffnen lassen könnte. Vom Hafen aus sah mein bei klarer Luft bis zu den immer noch schneebedeckten Bergen. Carola hatte inzwischen die Teakleisten der einen Sitzfläche im Cockpit gründlich gereinigt, um sie später einölen zu können. Danach hat sie die Schleifarbeit fortgesetzt. Da die Windrichtung passte, raspelte ich die rechten Kielunterkanten rund und von der Unterseite das letzte französische Schrottantifouling. Da Carola nicht genug vom Schleifen bekommen kann, baute ich ihr noch die Türchen von zwei Backskisten ab. Die gefielen ihr nicht besonders, da sie recht verschachtelt gebaut sind. Ich räumte heute die ganze linke Bugkammer leer. Von einer Wand reinragende Holzteile zum etwas drauflegen fallen der Stichsäge zum Opfer. Der Inspektionsdeckel im Schott zur Bugspitze ließ sich leicht abschrauben, er war dann aber natürlich mit irgendetwas Klebrigen fixiert. Mit dem Stemmeisen und viel Geduld flog er mir irgendwann entgegen. Der abgetrennte Raum war nicht wie befürchtet randvoll mit Wasser. Schwitzwasser hat sich wohl schon einiges gebildet. An den Wänden und der Decke sind zahlreiche Tropfen und am Boden hat sich doch etwas Wasser angesammelt. Einen Teil räume ich wieder ein, dass er über Nacht nicht nass wird. Die eigentlich Arbeit folgt morgen.
Bild des Tages: Der Inhalt unserer linken Bugkammer. Für die ganz neugierigen im Einzelnen: 9 x 20 L Dieselkanister, Chemietoilette, 4 x Fender, aufblasbares Gummiboot, 3 x Ersatzsegel, Persenning fürs Cockpit, 4 x Taue unterschiedlichster Länge, 2 x Paddel, Kiteboard, 4 x Kites in zwei Tragerl, Pelicase, Plastikbrotkorb

Donnerstag, 5. Mai 2011

Donnerstag 05.05.2011


Nachdem es gestern etwas später geworden sind, haben wir uns heute morgen zunächst von dem Piepen und Hupen der Kräne nicht stören lassen. Das haben wir allerdings nicht lange durchgehalten. Überall um uns herum haben sie mit dem Werkeln angefangen. Wir haben zunächst eine Bestandsaufnahme unserer Harzvorräte gemacht. Das Topcoat für den Innenanstrich scheint noch frisch zu sein. Die weiße Farbe ist etwas eingedickt. Die weiße Soße oberhalb des festen Klumpen könnten wir noch verwenden. Um das hinter uns zu bringen braucht es etwas Logistik. Erst alles Ausräumen aus Mittelkammer, Salon, Küche, Navieck. Alles abdecken. Die zulaminierten Fensteröffnungen anschleifen. Putzen. Topcoat aufstreichen. Fertig. Wir haben mal drei tage dafür veranschlagt. Heute wird am Cockpittisch weitergearbeitet. Die verbliebenen Teile werden komplett von den Füßen abgeschraubt. Mit Edelstahlschrauben kein größeres Problem. Unter dem Schiff stabil liegend lassen sich die Schrauben leichter aus den Scharnieren drehen als am hängenden Tischteil. Sogar zwei teilweise abgebrochene Schrauben kommen aus dem Holz. Und das alles ohne Schlagschrauber. Danach heult die Schleifmaschine wieder. Die Ränder der Tischteile halte ich hochkant, dass sie leichter zu schleifen sind. Den Rest darf Carola alleine schleifen. Ich verkrieche mich in die linke Bugkammer, in der wir zuvor die Abdeckfolie gefunden haben. Ich versuche, die Lampe zu erparieren. Auch hier blieb sich Franzmann treu. Die Kabelverbindungen sind dick verschmiert, mit was auch immer. Schritt für Schritt überprüfe ich den Stromfluss. Schlussfolgerung: die Lampenhalterung ist instabil. Mit ein bisschen probieren lässt sich alles so stabilisieren, dass die Lampe auch nach dem Zusammenbau wieder leuchtet. Ein paar Zentimeter weiter das nächste Erbstück. Irgendein Aluteil ist an die Deck geschraubt, das nur im Weg ist und gerne die Haut ritzt. Wer ganz schlaues hat in eine Relingsstütze eine längere Schraube eingedreht, auf diese zwei Aluteile gesteckt und alles verschraubt. Das war natürlich nicht dicht, das Wasser hat zu einer Reaktion zwischen Edelstahl und Alu geführt und das ganze war fest verbacken. Nach langem Naggeln waren die zwei Aluteile irgendwann herunten. Schraube kürzen, Loch ausfeilen und von nutzlosem Silikon befreien und Schluss für heute. Das Aufräumen bzw. Einräumen hat noch lange genug gedauert. Zufällig haben wir mitbekommen, dass ein kleinerer Kreuzfahrer in Preveza an der Hafenmole liegt. Sieht schon beeindruckend aus.
Der Pantera Mensch hat sich wegen dem nicht haftenden Primer übrigens noch nicht gemeldet.
Bild des Tages: Cockpit ohne Cockpittisch

Mittwoch 04.05.2011


In der Nacht fing es heftig an zu Regnen. Es klang, als würde jemand aus Eimern Wasser aufs Deck schütten. Dadurch war der Sand von Deck verschwunden. Kaum zu glauben, wir hatten kein Wasser im Schiff. Ob das so bleiben wird, daran entstanden im Laufe des Tages Zweifel. Im Laufe des Vormittags hörte der Regen auf und wir nahmen Verschönerungsarbeiten an unseren Scheiben in Angriff. Bei der Salonscheibe wurde das nach innen über den Rand gequollene Pantera mit dem Teppichmesser eingeschnitten. Zu meinem Entsetzen ließ es sich wie ein Klebeband samt Primer von der Scheibe abziehen. Es seiht aus, als hätte sich der Primer nicht mit der Scheibe verbunden. Eine Anfrage an den Hersteller läuft. Den inneren Rand „verschönerten“ wir danach, indem etwas Pante in die Kante zwischen Scheibe und Deck gepresst und dann mit der Telefonkarte abgezogen wurde. Zuvor war natürlich Abkleben an der Reihe gewesen. Auch bei einer Scheibe über dem Navitisch wurde der Rand aufgefüllt, ein Wegschneiden von raus gequollenem Kleber war hier nicht nötig. Die Zugänglichkeit des Fensters zum Verkleben und Abziehen war natürlich wieder mal hervorragend. Das Ergebnis ging so grade durch. Wir ließen es gut sein und gingen zum Duschen, da wir uns mit der Rush in Nidri verabredet hatten. In Lefkas wollten wir Einkaufen, aber der ganze Ort war ausgestorben. Unser Werkzeugladen war zu, der zweite auch. Lediglich der Lidl hatte auf. Dort trafen wir zufällig Les und er empfahl uns einen Laden im nächsten Ort. Der hatte tatsächlich auf und war auch recht gut sortiert. Beim Einsteigen fiel auf, das der linke Hinterreifen etwas platt aussah. An der Tankstelle war der gemessene Druck tatsächlich recht niedrig. Also erst einmal Luft rein und schauen. Auf der ganzen Lauffläche fand sich kein Teil, das wir uns eingefahren hätten. Wir fuhren auf gut Glück weiter. In Nidri gingen wir dann direkt gegenüber vom Steg der Rush zum Griechen. Der hieß Mamma Mia, war aber nichts italienisches. Noch ein deutsches Paar kam dazu und wir erst um 01.00 ins Bett. Die Luft im Reifen hatte gehalten. Wenigstens etwas…
Bild des Tages:
Zumindest eines ist positiv: Carolas Dortmund ist Deutscher Meister. Daher Gruß an Herrn Schmidt nach Haus 19.

Dienstag, 3. Mai 2011

Dienstag 03.05.2011


Der von Yahoo und Poseidon und Carolas Knien angekündigte Regen blieb aus. In der Nacht gab es wenige kurze Schauer, die einzig dazu gut waren, wieder Sand auf dem Deck zu hinterlassen. Da wir immer noch an den für heute angekündigten Dauerregen glaubten, fuhr ich nach Lefkas zum Einkaufen. Davor musste ich mal im Büro vorbei schauen und mich beschweren, da wir jetzt regelmäßig keinen Strom hatten. Das liege an den bösen Leuten, die eine Heizung betreiben würden hieß es. Man werde sich drum kümmern. Und wegen dem Elektriker und dem Angebot? Für den Elektriker sei den ganzen Monat das Wetter zu schlecht gewesen, um in de Mast zu steigen. Und das Angebot, sei das noch nicht per Mail an mich geschickt worden? Nein, sonst würd ich ja nicht fragen… Da es auch nach meiner Rückkehr nicht regnet und vielmehr die Sonne aufs Deck knallt und es sehr schwül ist, verschieben wir die geplanten Nacharbeiten an den Scheiben. Bislang war alles dicht, wobei die geringe Regenmenge nicht unbedingt aussagekräftig ist. Stattdessen widmete sich Carola wieder dem Cockpittisch. Diesmal mit dem Exzenterschleifer. Es ist zwar eine staubige Sache, aber effektiver als das Beizen. Bleibt das Problem der Löcher. Es sind 5 x 27 = 135, viereckig, folglich *4 = 540 Seiten von denen irgendwie der Lack ab muss. Ich komm nicht umhin, die Kielunterseite in Angriff zu nehmen. Die Kanten runde ich mit der Raspel. Unser letztes Jahr aufgetragener Spachtel + Epoxy + Primer + Copper Coat ist einfach so bis nach unten gelaufen und der Übergang zur Kielunterseite ist dadurch etwas unsauber geworden. Natürlich muss noch die Unterseite selbst von Franzmanns unsäglichem weichen Antifouling befreit werden. Während ich so mit der Raspel daran kratze kommt die Eingebung. Die Exzenterschleifer sind zu groß, aber mein neues Wunderwerkzeug?? Tatsächlich, mit Dreiecksschleifaufsatz passt es immer noch unter den Kiel. Das erleichtert die Sache erheblich. Natürlich verschmiert das Antifouling rasch die Schleifscheiben, aber immerhin. Und den ganzen Tag Sonnenschein und kein Regen. Obwohl die Wetterberichte weiterhin das Gegenteil behaupten.
Bild des Tages: Schleifen des Cockpittisches

Montag, 2. Mai 2011

Montag 02.05.2011


Kein Regen in der Nacht, nur der Wind hat gelegentlich die Holzböcke angehoben, die ich zum Beschweren auf die Plane gelegt habe. Das hörte sich jedes Mal an, als würde jemand über Deck laufen. Sonnenschein und blauen Himmel am Morgen hatten wir schon lange nicht mehr. Daher nahmen wir gleich die Scheibe in Angriff. Zunächst legten wir nochmals die Scheibe probeweise ein und sahen unsere Befürchtung bestätigt, dass die Auflagefläche für die Scheibe krumm und schief ist. Dadurch benötigten wir Abstandshalter von 0,6 bis 1,2 mm Stärke. Und natürlich dürfen wir die später beim Einsetzen nicht verwechseln. Reinigung der Auflagefläche, erst mit Spülmittel, dann mit Aceton. Abkleben der Auflagefläche, Reinigung der Scheibe nur mit Spülmittel. Abkleben der Innenfläche der Scheibe und Primern, Abkleben der Außenfläche Fläche der Scheibe. Alle Arbeitswerkzeuge bereit legen und es wird ernst. Pantera auf den Rahmen. Diesmal drei Würste in Pyramidenform, um den so unterschiedlichen Abstand auszugleichen. Das kostet natürlich Zeit und die nebenher mitlaufende Eieruhr zeigt nach 10 Minuten an, dass sich die erste Haut auf dem Pantera bildet. Schnell die Scheibe drauf gepresst und es zeigt sich, dass die drei Würste sein mussten. So gerade eben ist die Scheibe rundum verklebt. Von innen wird gleich das übergequollene Pantera abgestreift, dass es uns nicht wieder das Klebeband dauerhaft fixiert. Von außen kommt in den verbliebenen Spalt zwischen Scheibe und Rahmen das dünnflüssigere Pantera. Mit der Telefonkarte eine gerade Kante ziehen und die Klebebänder abziehen. Und wieder tappe ich dabei in den schönen glatten Rand. Der Tag ist noch jung und deshalb widmet sich Carola dem Abbeizen des Tisches. Das ist nicht wirklich effektiv. Es braucht mindestens zwei Aufstriche, um den ganzen Lack nach dem Einwirken abkratzen zu können. Da dürfte es sich lohnen, Schleifscheiben für Holz anzuschaffen und die Beize nur für die Ränder der Löcher zu verwenden. Ich kaufe derweil ein. Zunächst nur Klebeband und einen Augbolzen. Bei einem zweiten Besuch schaue ich mir einen angebotenen Fortress-Anker an. Das sind eigentlich phantastische Teile, aber unbezahlbar. Leicht, aus Aluminium, aber mit lebenslanger Bruchgarantie. Der Anker ist natürlich kein Fortress, sondern ein stinknormaler Plattenanker. Ich tröste mich mit Primer und Antifouling für den Saildrive. Les treffe ich auchund er nimmt uns zwei weitere Sorgen. Für die Unterkante des Kiels brauchen wir keinen Primer vor dem Coppercoat auftrage. Die Harrrisse an der Kielhinterkante sollen wir ignorieren. Und wir sollen einfach das Boot mit einem Wagenheber lupfen, um auch die Stellen streichen zu können, die jetzt auf den Holzklötzen stehen. Das werden wir wahrscheinlich bleiben lassen und warten bis zum Herbst, um beim erneuten Landgang die Klötze anders platzieren zu lassen. Der Augbolzen wird gleich montiert. Jetzt können wir uns theoretisch (wenn wir alle Laufleinen gespannt haben) schon beim Verlassen des Salons einhaken und sind überall auf Deck gesichert.
Bild des Tages: Abbeizen des Cockpittisches

Sonntag, 1. Mai 2011

Sonntag 01.05.2011


Tag der Arbeit. Von wegen. Der Regen hat Sand mitgebracht. Die Sahara lässt grüßen. Er ist so fein, dass er mehr schmiert als bröselt. Die Hochdruckreinigung vor ein paar Tagen hätte ich mir sparen können. Heute muss der Wasserschlauch genügen. Anstatt dass sich eine schöne Seebrise einstellt springt der Wind auf Süd und bringt extrem diesige Luft. Die Wolken oben lassen sich nur erahnen. Wir trauen uns deshalb nicht, die Scheibe einzukleben. Kleinkram wird erledigt. Der neue Kram für den Flohmarkt erhält Preisetiketten und wandert in die Dusche. Messer werden erst mit der Drahtbürste auf der Bohrmaschine gereinigt und dann mit dem Schleifstein geschärft. Müll und Gerümpel wandert in die Tonne. Und einfach mal Aufräumen ist fällig.
Bild des Tages: Versandetes Deck.

Samstag 30.04.2011


Da haben wir unser großes Loch im Schiff so schön abgedeckt und dann war das Deck heute morgen so trocken wie nie zuvor. Trotzdem muss die Abdeckung weg. Die Marina bremst uns aus, es ist wieder mal kein Strom da. Bis ich an eine andere, weiter entfernte Steckdose gehe. Wir zeichnen die Scheibenmaße an und sägen sie dann aus. Die runde Ecken werden nachgezeichnet und ebenfalls ausgesägt. Dann heißt es wieder raspeln. Und Carola kratzt das restliche Sika aus den Löchern und Rissen. Danach kann die innere Folie weg und der Rahmen wird grob geputzt. Diesmal denken wir dran, die Scheibe einzulegen und den Rand anzuzeichnen. Die Löcher werden ausgefeilt und die Riss vertieft. Zwischenzeitlich kranen sie zwei neue große Schiffe raus. Wir hoffen, dass sie uns nicht die Verbindung zum Internet verdecken. Die Löcher werden von innen abklebt. Harz anrühren und Löcher füllen. Und zwei weitere Löcher im Deck und den Riss über der Werkstatt. Gerade im rechten Moment löst sich mein Birki auf und bekommt auch eine Harzfüllung. Das Loch wird mit Plastikfolie verklebt und alles mit Sonnenschutzsegel abgedeckt. Diesmal nicht umsonst, denn noch bevor wir zum Duschen gehen, beginnt es zu regnen. Die ganze Nacht weht es kräftig und die aufs Deck schlagende Folie gibt eine schöne Geräuschkulisse ab. Und immer wieder fallen ein paar Tropfen.
Bild des Tages: Löcher füllen. Mit dem Schaschlikspieß zuerst das Herz an den Rand des Loches streichen, dann das Loch blasenfrei füllen, dann das Loch mit Telefonkarte glätten.