Freitag, 30. Oktober 2009

28.10.2009 Mittwoch


Heute sieht das Wetter endlich so aus, wie es der Wetterbericht seit einer Woche verspricht. Sonnig und warm. Waschtag. Später werden der nächste Teil des Daches neu und ein anderer Teil zum zweiten Male gestrichen. Ich stau unseren Drittanker neben dem Zweitanker im Ankerkasten. Die letzten Tage hing er an der Befestigung für den nicht funktionierenden zweiten Außenborder. Durch Wind und Wetter hat sich sein Rost über das Deck in seiner Umgebung verteilt. Als nächstes wird der Wasserhahn in der Küche nochmals abgedichtet. Tatsächlich bringt eine neue Dichtung Abhilfe für das ständige Auslaufen. Im Salon und dem Separee werden die Abklebungen abgezogen und ein Lichtkabel erneut verlegt und befestigt. Abends um 20.00 haben wir immer noch über 20°. Wegen der Mücken verzichten wir auf das Draußensitzen.

Bild des Tages (Eigentlich des morgigen Tages): Das Dach wird zersägt

Dienstag, 27. Oktober 2009

27.10.2009 Dienstag


Und wieder werden wir durch das Geräusch von Regentropfen auf dem Dach geweckt. Heute ist es uns egal. Wir wollen nach Lefkas. Leider hat der Sekond Hand Laden für Schiffsbedarf vor einer Woche seinen Laden für den Winter dicht gemacht. Ob wir unser altes Zeug jemals los bekommen? Erfolgreicher sind wir mit den Kabeln für den Batterielader. Wir bekommen sogar die Hülsen auf die Kabel gepresst. Für anstehendes Scheiben mit Sika Einkleben kaufen wir einen Sika-Primer. 10 € für 30 ml ist nicht ohne. Und das bleibt nicht der letzte Einkauf. Wir halten außerdem vor einer Bäckerei, beim Lidl und Dia, einem griechischen Supermarkt. Zurück an Bord zwicke ich erst einmal einen Kabelschuh ab, weil der Ring für die Ladestation zu groß ist. Für die Kabeldicke gibt es leider keinen passenden Kabelschuh mit kleinem Ring. Also radle ich zum Marinaladen und kaufe einen passenden Kabelschuh. Für dieses Kaliber habe ich natürlich nicht das richtige Presswerkzeug. In der Marinawerkstatt wird mir geholfen. Auf die grobe Art. Kabel abisoliert und in den Kabelschuh gesteckt. Einen Meißel drauf gehalten (ich darf Kabel und Kabelschuh festhalten) und mit dem großen Hammer auf den Meißel geschlagen. Das Kabel ist damit festgeklemmt. Und meine Finger sind noch ganz. Meine Verkabelung sieht etwas improvisiert aus. Aber ohne die Ladestation gehen unsere Batterien den Bach runter. Die letzten Tage mussten wir abends den Motor laufen lassen, um nicht unter 12 V zu sinken. Die Kabel zur Batteriebank laufen durch das Kabinenfenster und unter der Backskistenklappe, natürlich keine Dauerlösung. Das Anstecken der Ladestation war wieder ein spannender Moment. Kein Funkenschlag, keine Stichflamme aus den Batterien. 13,8 V auf der Batterieanzeige. Die Ladestation macht zwar seltsame Geräusche, aber die Leuchtdiodenanzeige passt.

Bild des Tages: Die improvisiert verkabelte Ladestation

26.10.2009 Montag


Eigentlich stand für heute wieder Wäsche waschen auf dem Programm. Obwohl der griechische Wetterbericht seit drei Tagen wolkenlosen Himmel verspricht, werden wir durch das Prasseln von Regentropfen auf dem Dach geweckt. Sobald der Schauer vorbei ist, wird Plan B ausgeführt. Fortsetzung der Streichaktion. Dazu werden zusätzlich zwei Stützbalken in der Mitte entfernt und die darunter befindliche Fläche erhält einen ersten Anstrich. Ich versuche mich erneut am Rodkicker. Wie soll ich ihn kürzen, sprich absägen, wenn ich die Plastikkappe, die in dem einen Ende Steck, nicht raus bekomme. Selbst schwedische Hilfe bringt mich weiter, weder seine große Rohrzange, noch seine Haltekräfte in den dicken Armen, noch das Teflonspray. Und wieder schick ich eine böse Mail an SVB, was ich mit dem Teil anfangen soll. Zur Entspannung schraube ich die Holzbretter für die Abdeckung der Klimaanlagenöffnungen an die Wand, deren Farbe endlich getrocknet ist. Die Aktion hat zur Folge, dass wieder alles zurückgeräumt werden kann. Später montiere ich einen Feuerlöscher in unserem Schlafzimmer. Fünf Stück sind jetzt an Bord. Einmal hoffen wir, dass wir sie nie brauchen, dann aber auch, dass es für den Notfall genug sind.

Bild des Tages: Festsitzendes Plastikteil des Rodkicker

Sonntag, 25. Oktober 2009

25.10.2009 Sonntag


Der heutige Tag begann mit einem Massaker. Unzählige Fliegen hatten die Nacht in unserem Kat verbracht. Zu zweit erlegten wir eine nach der anderen. Es dürften wieder an die 50 Stück gewesen sein. Der Himmel ist zwar recht bewölkt, aber genau über uns kommt die Sonne durch. Die Temperatur steigt auf 26°. Wir müssen den vermutlichtrockenen Tag nutzen, um endlich die Unterseite unseres Daches zu streichen. Dazu werden die beiden äußersten Längsbalken abgeschraubt und das Sika entfernt, mit welchem wir die Löcher abdichteten. Das Streichen ist wie üblich nicht frei von Komplikationen. Der erste Pinsel gibt bei Überkopfarbeit keine Farbe ab. Dann ist es offensichtlich schon wieder zu warm, die Farbe wird im Topf sehr schnell zäh.

Bild des Tages: Dach Streichen

24.10.2009 Samstag


Wir stehen Früh auf, da ich mit dem Minibus zum Einkaufen nach Preveza will. Eine Viertelstunde vor Abfahrt sind noch Plätze frei. Die zu spät Gekommen müssen auf die zweite Fahrt warten. Wie gewohnt beginnt es zu regnen, als wir in Preveza ankommen. Ein völlig überraschender und ungewohnter Anblick bietet sich mir. Nicht ein Schiff liegt im Stadthafen. Ob die der gestrige Sturm vertrieben hat oder ob allgemein die Saison zu Ende ist?? Zum Ausgleich hat ein griechisches Kriegsschiff festgemacht. Sie warten wohl auf hohen Besuch, Die Schiffsführung steht in Galauniform an der Gangway und alle Wimpel sind gesetzt. Beim Obsthändler leg ich eine Pause ein, da es wie aus Kübeln gießt. Ich sollte mir vielleicht doch mal neue Schuhe zulegen, die jetzigen werden alleine vom Gehen auf feuchter Straße innen nass. Und ich habe einiges zu Laufen. Zum Bäcker und zum Supermarkt. Und zum zweiten Supermarkt, weil der erste nicht den richtigen Butter hatte. Bei der Rückfahrt komme ich mit zwei Österreichern, die auch einen Kat segeln. Sie haben ihn seit fünf Jahren und ähnlich viele Probleme wie wir. Die Fenster sind nicht dicht, der Anker hält nicht, usw. und in Regio di Calabria habe sie ihnen das ganze Schiff ausgeraubt, bis hin zum teuren Fortress-Anker. Und gestern ist der Bus ohne sie in die Marina zurückgefahren, obwohl es fünf vor 12 war und alle anderen sagten, dass jemand fehle. Sie haben dann ein Taxi nehmen müssen. Kaum bin ich zurück hört es auf zu Regnen. Ich spiele mich wieder einmal mit dem Ladegerät. Ich komme nicht weiter, da ich keine geeigneten Kabel habe, um das Gerät an die Batterie anzuschließen. Das Gerät kann drei Batteriebänke versorgen. Hat man keine drei, muss man dennoch alle drei Anschlüsse belegen, man brauch also drei Kabel. Die werden wir nächste Woche in Lefkas versuchen zu organisieren. Da ich von SVB eine verständliche Anleitung zum Anschluss des Stoppschalters für den Windgenerator bekommen habe, wird dieser angeschlossen. Wir müssen auf Wind warten (jetzt, wenn man ihn bräuchte, weht er nicht!!). dann die freudige Überraschung. Alles funktioniert. Unsere erstes System, das so läuft, wie es soll. Der fehlende Wind hat eine weitere negative Folge. Wir werden durch die Gezeitenströmungen in einer Tour hin und her geworfen. Es ruckt mehr als bei Sturm, warum auch immer. Ich bringe eine Vorspring an, die kaum Linderung bewirkt. Spät in der Nacht versuchen wir, uns eine Mooring von der seitlichen Mauer zu schnappen. War nichts, als ich an der dünnen Leine ziehe, kommt statt einer Mooring ein Tontopf hoch. So angelt man hier Kraken. Um das hin und her Treiben des Buges zu unterbinden, lege ich einen Strick vom Bug zur Mauer. Jetzt rucken wir vorne statt hinten heftig ein. Irgendwann wird es ruhig, die Strömung hat sich wohl beruhigt. Um 05.00 ist es dann so weit. Wind kommt auf und wir rucken wieder. Es reicht. Ich steh auf und entferne die vordere Querleine. Dafür wird die Vorspring an ihren alten Platz installiert. Jetzt ist erst einmal Ruhe. Abgesehen von den Bässen, die von Prevezas Stadthafen bis zu uns herüber hämmern.

Bild des Tages: Dieser Sonnenuntergang sollte Wetterbesserung bedeuten

Freitag, 23. Oktober 2009

23.10.2009 Freitag


Heute wollten wir gar nicht aufstehen. Eigentlich stand Wäschewaschen, sowie die Montage von Rodkicker und Stoppschalter auf dem Programm. Seit Mitternacht hat der Himmel seine Schleusen geöffnet. Da müssen wir uns eine Beschäftigung innen suchen. Dabei kommen Erinnerungen an einen weiteren Kinofilm hoch. Es ist heute ein reger Schiffsverkehr mit großen Pötten. Unter Deck verursacht jedes vorbeifahrende Großschiff eine Geräuschkulisse wie im Film „Das Boot“. Es klingt, als würden uns die Pötte überfahren. Ich spiele mit unseren Laptops. Nach Monaten werden wieder einmal alle Daten auf externen Festplatten gesichert und die beiden Rechner auf einen gemeinsamen Stand gebracht. Die Hölzer bekommen einen weiteren Anstrich. Das Wetter wird immer schlechter und gegen Abend ziehen heftige Gewitter über uns hinweg. Teilweise wird das Wasser waagrecht von den Wellen weggeblasen. Zum Glück passt die Windrichtung, es bauen sich kaum Wellen auf.

Bild des Tages: Französische Verkabelung

22.10.2009 Donnerstag


Schon zum Frühstück bekommen wir unerwarteten Besuch. Eine Gottesanbeterin fliegt zur Tür herein. Wir treiben sie auf ein Blatt Papier und setzen sie im Grünen aus. Leider wirft wieder einmal das Wetter all unsere Pläne über den Haufen. Es regnet. Da hilft auch der Regenbogen im Westen nichts. Heute kein Wäschewaschen. So wird die Innenraumverschönerung mittels Streichen fortgesetzt. Ich versuche, den Stoppschalter des Windgenerators zu durchblicken. Keine Chance. Bleiben nur Mails an den Lieferanten und den Hersteller. Oder ist unter Euch ein elektrotechnisches Genie, das mir bei der Lösung des Rätsels behilflich sein kann? Aber zumindest der Laderegler für den Windgenerator wird angeschlossen. Und man glaubt es kaum, er funktioniert. Wenn auch nur für ganz kurze Zeit, da der Wind jetzt natürlich zu schwach ist. Als nächstes will ich nur mal schnell an ein paar Verlängerungskabeln die fremdländischen Stecker durch deutsche ersetzen. Am ersten Kabel bastle ich dann über zwei Stunden rum. Um Strom von einem Landanschluss ins Schiff zu bekommen, muss man das Kabel am Heck in eine besondere Steckdose stecken. Das ist kein Schuko- und kein CEE-Stecker, sondern einer mit drei flachen, kreisförmig gerundeten Steckern. Diese Stecker haben üblicherweise am anderen Ende einen CEE-Anschluss. Und überall steht, man darf ja nicht an einen Schukostecker gehen. Wenn aber kein anderer verfügbar ist? Franzose hat es geschickt gemacht, und einen dieser speziellen Heckstecker mit einem anderen kombiniert. Nein, keinen Schukostecker, sondern einen für irgendein ganz fremdes Land, wahrscheinlich in Südamerika. Als ich den auseinander schraubte, die Überraschung. Erst einmal keine drei Kabel in den bei uns üblichen Farben. Die hier waren schwarz, braun und blau. Und das schwarze Kabel war nicht angeschlossen. Wenn man davon ausgeht, dass mal Strom durch dieses Kabel geflossen ist, müssen die zwei angeschlossenen Kabel die leitenden gewesen sein und das lose Kabel bliebe als Erdung übrig. So schließe ich die Kabel in dem neuen Stecker an. Vorsichtshalber will ich mir die Verkabelung im Stecker am anderen Ende des Kabels ansehen. Die nächste Überraschung. Es sind alle drei Kabel angeschlossen, aber die Gummiumhüllung der Kabel ist bei allen teilweise großflächig beschädigt. Kurzschluss sei mir Willkommen, und das ohne Erdung!! Franzmann, Dich soll der Blitz beim S… treffen. Der Stecker fürs Heck ist so konstruiert, dass findigen Elektrobastlern das rumschrauben schwer gemacht wird. Ineinander verdrehte Plastikplatten verhindern, dass man das dicke Kabel in den Stecker hinein schieben kann. Die Plastikplatten sind so angeordnet, dass man ein Kabel nur von innen nach außen schieben kann. Also die drei Kabel hier lösen und auch den anderen Stecker wieder abmontieren. Die Öffnung, welche die Plastikplatten lassen, ist so eng, dass ich das Kabel nicht durch bekomme. Da hilft kein Aufdehnen mit dem Schraubenzieher und ähnliche Maßnahmen. Bleibt der Griff zum Jagdmesser. Die Plastikplatten werden raus geschnitten. Jetzt werden alle Kabel wieder angeschraubt und alles ist gut. Nicht ganz. Einen Stecker muss ich noch mal abschrauben, da ich vergessen habe, die Steckerhülle vorher auf das Kabel zu schieben. Zum Glück bereiten die anderen drei auszutauschenden Stecker keine Probleme. Die warme Luft hat wieder einmal unzählige Fliegen dazu verleitet, sich auf uns zu stürzen. Sicher fünfzig Stück werden erlegt, aber es kommen immer mehr. Da es mit 25° den ganzen Tag über recht angenehm warm war, wollen wir heute Abend mal wieder Essen gehen. In der griechischen Taverne ums Eck ist deutlich mehr los als im Marinarestaurant. Einige Deutsche und ganz viele Engländer sitzen um uns herum. Mit einem netten holländischen Paar vom Nebentisch entwickelt sich ein längerer Ratsch.

Bild des Tages: Gottesanbeterin am Frühstückstisch