Mittwoch, 22. Mai 2024

Dienstag, 21.05.2024

 Die Luft ist unverändert voll Saharastaub. Nach kleinen Aufräumarbeiten zur gestrigen Großaktion starten wir nach Lefkas. Noch vor dem Kiterstrand dürfen wir eine Schildkröte über die Straße helfen und eine rote Schlange passieren lassen. Bei Kthisma und im Bazaar wird Hausbedarf nachgekauft. Wasserschlauch, Duschschlauch, Körberl, usw. Die Griechen scheinen das Radfahren entdeckt zu haben. Auf den engen Straßen, ohne Radwege (die wenig vorhandenen sind immer zugeparkt), verlangsamt das den Verkehrsfluss nochmal mehr.

Von Nidri starten wir bei über 30°. Der Wind aus Süd hat keine kühlende Wirkung. Wieder ist erfreulich wenig Verkehr. Am Dorfplatz von Platistoma stillt der Brunnen mit kühlen frische Wasser den Durst und gegen den kleinen Hunger helfen die überreifen Maulbeeren von den Bäumen. Über Vafkeri, jetzt mit Gegenwind rollen wir zurück nach Nidri. Im Ikarus ist nichts los, auch nicht auf den Straßen. Pünktlich wie immer setzt das Beiboot aus Skorpios die Angestellten ab, 24 Männer und Frauen.

Mit einem Schlag dreht der Wind von Süd auf West und legt kräftig zu. Ob das die Wetteränderung ist? Im Haus hat es unverändert 26°.


Montag, 20.05.2024

 Die Holzteile erhalten einen zweiten Anstrich und zwei Lampen sollen heute aufgehängt werden. Da es eher schwere Exemplare sind, ist die Rigipsdecke eher nicht stabil genug. Die Haken müssen in Querbalken treffen, nur sind die, wie ich letztes Jahr erfahren durfte, einige viele Zentimeter über der Rigipsdecke. Lange Haken sind nötig (190 mm), die sind dann auch entsprechend dick (12 mm). Um genau einen Balken zu treffen, darf ich immer wieder auf den Dachboden klettern. Da ist es dunkel und sehr heiß. Die Verkabelung der Lampen offenbart, dass die Griechen auch nicht besser sind, als die Franzosen. Da wird ein Drahtende um das gerade andere Ende gewickelt und mit Klebeband stabilisiert. Der Klebstoff klebt sehr gut an den Fingern…. Bei der zweiten Lampe erfolgte die Stabilisierung durch Silikon… Klebt wenigstens nicht an den Fingern.

Irgendwann waren die Lampen fertig und wir sind noch nach Aghios geradelt. Oben rum, wegen der bösen Hunde. Diesmal haben uns auf dem ganzen Weg nur zwei Autos überholt. In Aghios erwische ich endlich den Storch in seinem Nest. Und der Chef der Aktio Marina beehrt das Cafe.

Beim Rückweg werden wir ausgebremst durch eine Schafherde. Die von der Weide zum Stall getrieben wird. Wobei der Schäfer bequem im Pickup sitzt. Die Schafe lassen sich Zeit für den Weg, das frische, grüne Gras an den Straßenrändern schmeckt wohl besser als das trocken Zeug auf den Weiden. Die Sicht in alle Richtungen ist unverändert durch Saharastaub getrübt. Zumindest die Umrisse von Lefkas kann man wieder erkennen.







Sonntag, 19.05.2024

 Wieder wird Kleinkram erledigt, Wäsche waschen und Holzteile aus dem Bad anstreichen.

Es folgt eine Premiere. Der Laser wird zu Wasser gelassen. Das Gefährt des Mechanischen Werkstatt erfüllt voll seinen Zweck. Über Stock, Stein und durch Sand läßt er sich samt Laser mit mehr oder weniger Kraftaufwand ziehen. Bei geschätzten 4 Beaufort segeln wir mehrmals hin und her, laut Tracking-Uhr insgesamt 20 km. Lefkas hin und zurück wäre damit erreichbar. Böse sind die Bremsen, die uns auch weit draußen auf dem Wasser heimsuchen.  Dann läßt auf einmal der Wind nach, natürlich genau am weitest entfernten Punkt vom heimatlichen Anlegeplatz. Wohl dem, der zur Sicherheit in Funkgerät dabei hat. Das wird aber nicht gebraucht, da es langsam zurück geht. Dann legt der Wind wieder zu, kommt aber aus der falschen Richtung. Ein paarmal kreuzen und wir sind wieder zurück.

Preveza steht auf dem Programm. Heute sind sogar noch 2 Plätze frei an der Hafenmauer. Thalia hat wieder viel zu erzählen. Interessant ist, dass sie so bei jedem dritten Arztbesuch 50 € über den Tisch schieben darf, um eine gute Behandlung zu bekommen. Das sei hier so üblich. Ihr Geschäft läuft heute gut, die neue Aushilfe Alexia kann schon einiges mehr. Nach einem Eis vom Spitiko geht´s zurück zum Haus.



Samstag, 18.05.2024

 Das griechische Gesundheitsministerium hat eine Verlautbarung zum Schutz vor dem gefährlichen afrikanischem Staub herausgegeben. Der Staub soll dieses Wochenende kommen. Von wegen, der liegt seit Tagen in der Luft. Die Wetterlage an sich sei sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit.

Der Staub ist so dicht, dass man keine Wolken sieht. Dies erschwert die Einschätzung der kurzfristigen Wetterentwicklung. Die Prognosen von Meteo und WetterOnline sind widersprüchlich. Und ihre Trefferquote war die letzten Tage auch nicht sehr hoch. Segeln fällt wegen der falschen Windrichtung aus, eine größere Radtour ohne jede Sicht und unklarem Wetter ebenfalls. Also wieder kleine Hausarbeiten. Wäsche waschen, eine neue Wäscheleine spannen, nicht in der Einflugschneise der Schwalben. Die Berieselungsanlage bekommt einen neuen Stopfen/Sprenkler. Der alte war abgebrochen und es kam ein ungebremster kräftige Wasserstrahl aus dem Loch. Bei einem Marinarad wird der vordere Schlauch geflickt, bzw. nicht geflickt. Der alte Schlauch hatte ein undichtes Ventil und wurde bereits ersetzt. Nach einem Tag war der neue Schlauch platt. Eine bekannte Geschichte, der Dorn im Mantel wurde übersehen. Aber es war kein Loch im neuen Schlauch. Und auch kein Dorn im Mantel zu ertasten. Wahrscheinlich war das Ventil nicht richtig zugedreht. Alles wieder zusammenbauen und abwarten. Die Stange zur Verstärkung der Duschwand wird eingepasst. Der Wein wird schon wieder zugeschnitten. Die Löschdecke wird aufgehängt.

Und dann radeln wir doch in die Marina. Bei Ankunft ist es auf einmal ganz dunkel. Und erste Regentropfen fallen. Also schnell wieder zurück, 26 Minuten brauchen wir. Kaum sind die Radl im Schuppen, fallen dicke Tropfen. Aber nicht lange. Der von WetterOnline angekündigte heftige Regen bleibt aus.











Freitag, 17.05.2024

 Es bleibt warm, diesig und Wind aus der falschen Richtung. Segeln fällt also aus, zumindest eine mögliche Duschfahrt durch den Riffgürtel nach Lefkas kundschafte ich bei einem Strandspaziergang aus. Der 1000 L Wassertank wird gefüllt, als Notfallreserve, wenn mal nichts mehr kommt.

Es folgt eine Fahrt nach Palairos mit anschließender Fahrradtour. Auch hier wurde und wird viel gebaut und der Hafen um zwei Schwimmstege erweitert. Gleich nach dem Hafen ein trauriger Anblick. Eine schwedische Feeling liegt auf den Felsen. Ein paar Griechen sind aktiv und haben schon eine Ölsperre gelegt. Ein Taucher zeigt gestisch an, dass das Schiff wohl einen 1 Meter langen Riss im Rumpf hat. Da hat wohl der Anker in der Nacht nicht gehalten. Es hatte wohl niemand die Windrichtung und die Windstärke bedacht, die hohen Wellen haben den Anker ausgebrochen und dann ging es Richtung Ufer. Es war wohl niemand an Bord und auch jetzt scheint keiner von den Zuschauern der Eigner zu sein.

In Panogia suchen und finden wir das Haus vom Solar-Michi. Schöne Lage, direkt am Meer. Die Straße zur One-Tree-Bay wurde auf weite Strecken neu asphaltiert, leider nicht weiter. Die Umrundung der Halbinsel auf nicht grob geschotterten Wegen muss weiter warten. Drei Schiffe liegen in der One-Tree-Bay, 6 im Ormos Varkos. Sie trotzen der ungünstigen Windrichtung.

Zurück in Palairos hängt die gestrandete Yacht bereits in den Gurten eines Autokrans. Dessen Abstützung ist schon recht abenteuerlich. Trotzdem kann er die Yacht ohne umzukippen heben und wartet mit der weiteren Bergung, bis das Wasser rausgelaufen ist.

Unser Stammcafe am Strand ist geschlossen, und das bei der perfekten Lage. Das einzige andere Cafe im Ort ist durchaus eine Alternative. Es liegt ebenfalls direkt am Ufer. Hier ist touristisch schon etwas los. Zwei Sporthotels sind gut besucht und dementsprechend einige Leute mit dem Rad unterwegs oder auf dem Wasser. Es ist allerdings ein anderes Publikum als zum Beispiel in Nidri. Ruhigere Leute, aus dem Norden Europas.

Nach einem kurzen Einkauf und einem Tankstopp (1 Liter Diesel 1,56 €) geht´s zum Haus. Der Bagger und Kostas hinterher kommen uns entgegen, die Arbeiten bei Jannis sind vorerst beendet. Und die Sicht wird immer schlechter. Nicht mal Lefkas ist mehr zu sehen.






Donnerstag, 16.05.2024

 Eigentlich wollte ich heute ein erstes Mal segeln. Aber der Himmel ist bedeckt, der Wind weht aus der falschen Richtung (aufˋs Meer hinaus) und soll auf Sturmstärke zulegen. Bei einem gleichzeitigen Temperaturanstieg auf 30° um 18.00 Uhr. Also wieder Hausarbeit. Außen einen tropfenden Wasserhahn wechseln, drinnen viele Löcher in den Wänden (vor allem im Bad) zu spachteln, großes Bild aufhängen und Wäsche waschen.

Es folgt eine Fahrt in die Marina, mit viel Rückenwind. Das Schiff ist mit rotem Staub aus der Sahara bedeckt, man könnte es gleich wieder reinigen. Die Kanadier (aus Vancouver) vom Kat nebenan gehen morgen ins Wasser. Sie sind immer für 6 Monate im Mittelmeer. Einen Monat arbeiten, 4 Monate segeln, einen Monat arbeiten. Sie wollen heuer die Ostküste Italiens hoch und dann an Kroatien entlang runter. Trotz viel Wind kann man im Marina-Cafe draußen sitzen, die Temperaturen steigen. Bei der Rückfahrt ist der Gegenwind sehr bremsend. Kurz vor Kostas´ Haus liegt wieder eine Schlange auf der Straße. Ie bewegt sich nicht bei einer ersten Vorbeifahrt. Bei einer näheren Nachschau mit gezücktem Photo verschwindet sie im Gebüsch.



Mittwoch, 15.05.2024

 Einkaufen und Radfahren auf Lefkas steht an. Zunächst besuchen wir unsere Maklerin. Wieder einmal zeigt sich, dass sie mehr Durchblick und Lösungsinitiativen hat als unser Anwalt. Dann ruft sie noch bei unserem Steuerberater an, ob der irgendetwas braucht. Braucht er natürlich, hat sich aber seit September nicht gemeldet. Eine Kopie des Kaufvertrages bringen wir ihm vorbei. Und dann wollen sie noch mehr. Wir bräuchten jetzt auf einmal ein griechisches Konto. Im September haben wir die Grundsteuer noch bar auf den Tisch gelegt. Jetzt seien die Gesetze anders. Da war wohl der Bargeldfluss nicht immer nachvollziehbar… Im September ist der Versuch einer  Kontoeröffnung bei der Griechischen Nationalbank gescheitert, verbunden mit einem sehr unerfreulichem Kontakt zu den dortigen Mitarbeitern. Also versuchen wir es heute bei der Piräus Bank. Nach einer wohl üblichen längeren Wartezeit und einem Geschicktwerden von einem Schalter zum anderen erhalten wir eine sehr freundliche und geduldige Beratung. Der Pferdefuß bleibt, die Dokumente (Einkommensnachweis und Steuernummern, griechische und deutsche, sind nachvollziehbar, aber für was brauchen sie eine deutsche Stromabrechnung???) müssen ins Griechische übersetzt und von einem Notar (!) beglaubigt sei. „Apostily“, was immer das bedeutet. Und eine griechische Telefonnummer brauchen wir. Das System würde keine deutsche Vorwahl akzeptieren. Bis September haben wir das alles vielleicht beisammen. Dann werden die Dokumente hier gescannt, nach Athen geschickt, überprüft, und wenn alles stimmt, beginnt die eigentliche Prozedur der Kontoeröffnung. Die mindestens 2 Stunden dauert.

Die nächste Aktion, Einkaufen im Werkzeugladen, verläuft ebenfalls sonderbar. Zwei Verkäufer dienen sich an, beide deutlich neben sich stehend. Das meiste Zeug finden wir, für nur 20 €.

Mit deutlicher Verspätung starten wir in Nidri zur Fahrradtour. Die übliche Route, Platistoma, Vafkeri. Noch ist wenig Verkehr. Ginster und Königskerzen sind am Blühen. Eine Schlange kreuzt langsam den Weg, so langsam, dass ein Photo gelingt. Aus sicherer Entfernung, es könnte diesmal eine giftige sein. Viel Bautätigkeit sehen wir. Mema hat ebenfalls bestätigt, dass die Maklergeschäfte gut laufen und die Preise weiter steigen.

In Nidri ist zunächst wenig los, bis zwei Ausflugsschiffe anlegen und viele Engländer ausspucken. Die fallen umgehend in die Cafes und Bars am Hafen und in der Fußgängerzone ein. An einem Ende der Hafenpromenade haben sie zwei Schwimmstege angelegt, Bauzeit 4 Jahre, Kosten 3,6 Mio., von der EU bezahlt, 3.1 Mio.