Samstag, 31. August 2013

Freitag 30.08.2013

Die drei Engländer verließen uns im Laufe des Vormittags. Dafür legte sich später ein kleiner Engländer natürlich wieder direkt ein paar Meter neben uns.
Heute wehte der Wind kräftiger als gestern, dafür nicht so lange in die Nacht hinein. Der Himmel war blau wie schon lange nicht mehr. Kein einziges Wölkchen weit und breit. Mit einem Schlag ist es angenehm kühl geworden, selbst wenn das Thermometer mittags die 30° überschreitet.
Sehr erfreulich ist unsere Energiesituation dieses Jahr. Nicht einmal mussten wir den Motor starten, um die Batterien zu laden. Nicht einmal bei der größten Hitze. Und trotzdem waren alle unsere Gäste angetan von der Kälte der Getränke aus unserem Kühlschrank. Es ist sicher eindrucksvoll, wenn am Blech der Dosen erst einmal das Kondenswasser gefriert, sobald man sie auf den Tisch stellt. Das erste Pfeifen des Ladereglers ertönte frühestens nach Mitternacht, letztes Jahr schon um 21.00. Das zweite Pfeifen ist gegen 05.00 zu hören. Die Batteriespannung lag morgens nicht unter 12,50. Seitdem es kühler geworden ist, fällt das zweite Pfeifenganz aus, obwohl die Sonnenscheindauer merklich kürzer wurde.
Die letzten Tage hatte ich Probleme mit dem Internet. Google Chrom wollte upgedatet werden, bevor wieder alles lief.

Bild des Tages: Hängebrücke über den Acharon

Freitag, 30. August 2013

Donnerstag 29.08.2013

Auf dem Frachter wurde erneut lange und laut gearbeitet. Die übrige Nacht war ruhig, bis auf das obligatorische Fischerboot ohne Auspuff in den frühen Morgenstunden. Wie der gestrige Tag war leider auch die Nacht heiß und schwül.
Wassertanks auffüllen, Müll entsorgen und frisches Brot kaufen, danach legten wir ab. Ohne Wind und Wellen fuhren wir Richtung Vonitsa. Die üblichen Turtels waren somit leicht zu entdecken. Gerade mal zwei Schiffe begegneten uns. Dafür hing ein englischer Kat auf einem Felsen. Auf diesem Felsen sitzen meist ein paar Möwen und kennzeichnen ihn als Hindernis. Manchmal steht er aus dem Wasser und sieht aus wie ein schwimmender Baumstamm. Der Engländer glaubte wohl, mit seinem Kat habe er so einen geringen Tiefgang, dass er nicht wie alle dummen andren einen weiten Bogen um das Kap fahren müsse. Über den Felsen kann er selbst mit seinem Kat nicht hinweg schweben. Jetzt wartet er wohl auf die Springflut, dass er wieder frei kommt. Ob ihm der Tidenhub im Golf ausreicht?
In der Bucht lag ein einziges Schiff, ein Italiener. Dem müssen wir wohl einflüstern, dass die Ferien in Italien inzwischen vorüber sind. Die Ruhe in der Bucht war überwältigend, Wellen, Wind und gelegentlich ein Vogelkrächzen. Lang blieb es nicht so, dann kamen drei Engländer. Laute Musik bei der Einfahrt und beim Ankermanöver ist ungewöhnlich. Gut, die Beatles-LP war sehr angenehm zu hören. Einer ankerte so in der leeren Bucht so idiotisch, dass er mit seinem Beiboot und später, weil sein Anker nicht hielt, immer wieder mit seinem Heck unsere Ankerboje streifte. Und dann schimpfte er über unsere Boje, das sei ein freier Platz, da gehe so was nicht. Dann soll er halt an einem anderen freien Platz ankern. Kaum waren die Anker fallen gelassen, wurden die Beiboote gewassert und man besuchte sich. Obwohl eher ältere Semester gab es ein unglaubliches Gegröhle und Geschrei. Erst kurz vor Mitternacht kehrte Ruhe ein.

Der Westwind sorgte für angenehme Kühle bei 32° auf dem Thermometer. Ungewöhnlich blies er lange in die Nacht hinein. 

Mittwoch 28.08.2013

Der Waschtag wurde heute nachgeholt. Da wir einiges für die Maschinen hatten, leisteten wir uns den Luxus und fuhren mit dem Auto in die Marina. Eine der drei Waschmaschinen war außer Betrieb, aber wir waren die ersten. Die Bettwäsche war trocken, bis die letzte Maschine fertig war. Es sind große Lücken in der Landmarina, obwohl Ari den Kran ständig in Betrieb hatte. Und die drei Kläffer sind quicklebendig, wobei Rantanplan keinen Ton von sich hören ließ. Zurück am Schiff werden die Dieseltanks mit sauberem Diesel von der Autotankstelle befüllt. Mit den Zahlen können wir zufrieden sein. Der Verbrauch pro Stunde liegt bei 1,1 L Diesel. Damit schaffen wir 5 Knoten (5 Seemeilen in der Stunde) bei 1900 U/min mit einer Maschine. Obwohl das Thermometer lediglich 32° anzeigt ist Schwitzen angesagt. Es ist drückend schwül. Über den Bergen bilden sich dicke Gewitterwolken und tagsüber ziehen hohe Wolken durch. Nicht gut für das Wäschetrocknen. Beim Einkaufen genießen wir die kühle Luft in den Geschäften. Unser Stegnachbar auf Kanada hat tagsüber eine Klimaanlage laufen. Heute steigt zweimal die Sicherung am Steg aus. 

Mittwoch, 28. August 2013

Dienstag 27.08.2013


Heute wollten wir eigentlich in die Marina zum Wäschewaschen. Thalia hatte was dagegen und entführte uns in ihr Dorf. Mit ihrem kleinen Peugeot, samt kleiner Tochter. Hinzu nahm sie die kürzere Strecke, die alte Straße nach Igoumenitsa. Ich habe so meine Zweifel, ob sie kürzer ist. In Serpentinen führte sie in die Berge und wieder herunter. Dafür kaum Verkehr. Und wir hörten Griechische Musik in einer neuen Qualität. Das gleiche Gedudel, mit doppelter Geschwindigkeit. Geschwindigkeit war für Thalia kein Thema. Ihr kleines Auto schaffte lediglich bergab mit Rückenwind über 100 km/h. Sie machte es durch eine konstante Geschwindigkeit von 90 km/h wett, egal ob über Land oder durch die Ortschaft. Thalia hat es gefallen. Ihr Dorf Agora erscheint nicht als solches. Die Häuser stehen weit verstreut an einem flachen Berghang. Ihre Mutter war völlig überrascht, so viele Leute zu sehen. Nach dem obligaten Begrüßungskaffee (mit Verzögerung wegen eines Stromausfalles) führte uns Thalia zunächst auf den Friedhof und dann zu ihrer Olivenplantage. 20 Minuten steil den Berg hinauf. Auf der übersichtlichen Plantage stehen die Mauern ihres alten Wohnhauses. Ohne Türen, Fenster und Dach, zugewachsen von Efeu. Jeden Winter entfernt sie das Gestrüpp zwischen den Olivenbäumen, jeden Sommer wächst alles wieder zu. Auf dem Rückweg entdeckten wir 10 Meter neben unserem Weg im Unterholz eine riesen Wildsau, gut 2 Meter lang. Die Sau verzog sich und Thalia rief umgehend ihren Onkel an, dass er sich auf die Jagd begeben könne. Wildschweine seien hier sehr begehrt, und die befinde sich praktisch vor der Haustüre. Zurück bei Thalias Mutter wurde Auto gewaschen und ich durfte Wein schneiden. Auf selbst zusammengeschweißter Leiter und mit verrosteter Schere, umschwirrt von Wespen und Hornissen. Auf dem Rückweg bog Thalia zum Acharon ab, einem der griechischen Totenflüsse. Heute kann man ihn mit dem Schlauchboot befahren und sich auf Pferden durch das Wasser tragen lassen. Er ist richtig kalt und entsprechend angenehm war dort die Luft.
Zurück in der Marina versorgten wir als erstes unseren Steg mit den Unmengen an Weintrauben, die uns aufgedrängt worden waren. Da wir von Thalia bereits gefüttert worden waren, fiel heute das Abendessen aus.
Bild des Tages: Weinlese auf Griechisch 

Dienstag, 27. August 2013

Montag 26.08.2013


Die Überlegung, schon am Vortag etwas Strecke zu machen, war ja ganz vernünftig. Aaaaber… Von fünf Kläffern war keiner bereit, dem anderen den letzten Heuler zu gönnen. Die Uferstraße animierte das junge Griechenland, die Motoren hochdrehen zu lassen. Die Tavernen spielten fröhliche griechische Musik. Die vorbeifahrenden Boote schaukelten uns in unregelmäßigen Abständen durch. Die Mücken waren schnell und hinterhältig. Das nächste Mal versuchen wir besser eine Bucht am Ufer gegenüber.
Positiv, der Anker war schnell gehoben. Die Fahrt durch den Kanal war schneller bewältigt als gedacht, so drehten wir eine Besichtigungsrunde in der Marina. 10 Schiffe passierten um 09.00 die Brücke, zwei begleiteten uns nach Preveza. Leichter Gegenwind bremste, dafür hatten wir in der Fahrrinne keine Strömung.
Kaum zu glauben, in Preveza lag ein moderner Frachter an der Mole. Üblicherweise verirren einzig sich Seelenverkäufer aus Panama oder Moldawien hierher. Dieser kommt aus Monrovia (Hauptstadt von Liberia). Er bot uns bis Mitternacht Unterhaltung. Üblicherweise wird das Löschen der Fracht um 17.00 beendet. Die Besatzung des Frachters arbeitete deutlich länger. Alle in Schutzoveralls, mit Leuchtweste, Helm und Mundschutz.
Nach dem Einparken in der Marina wird als erstes das Deck gründlich gereinigt. Viel Salz und der Dreck aus dem Teak haben Fußspuren hinterlassen. Die Putzaktion nahm einige Zeit in Anspruch.
Bild des Tages: Hansa-Frachter

Montag, 26. August 2013

Sonntag 25.08.2013


Kaum hatte ich unseren Entschluss in den Blog gestellt, die überfüllte Bucht zu verlassen, suchte ein Ankerchaot nach dem anderen das Weite. Kurze Zeit lagen wir ganz alleine in der Bucht. Zu unserer Freude frischte der Wind kräftig aus und stand zuletzt mit guten 5 Bft. genau in die Bucht. Unser Anker kam getarnt hoch. Unter der Seegrassode war er nicht zu erkennen. Mit einem mächtigen Platscher verabschiedeten wir das Teil in die Tiefe. Kaum waren wir ums Eck, flaute der Wind ab. Später drehte er um 180° auf West. Kurz nach 17.00 erreichten wir unser Ziel, Ligia an der südlichen Einfahrt des Lefkas-Kanal. Ein völlig neues Ankergefühl. Auf 5 Meter Wassertiefe kann man den Anker auf dem Grund erkennen und er gräbt sich mit 30 Meter Kette sofort ein. Der Schiffsverkehr durch den Kanal reißt erst mit Einbruch der Dunkelheit ab. Bei Nacht will anscheinend keiner durch den teilweise unbeleuchteten Stangenwald des Kanals.
Bild des Tages: Ligia

Sonntag, 25. August 2013

Samstag 24.08.2013


Langsam nervt das Gedränge in der Bucht. Das einzig Positive an der Sache ist der schwache Wind. Somit ist es ausreichend, den Anker einfach fallen zu lassen und mit etwas Kette zu bedecken. Ein Franzose neben uns hat beispielsweise gerade mal 5 Meter Kette auf dem Grund liegend, dann steigt sie 15 Meter an zum Schiff. Die deutsche Amir (Trans-Ocean) kam uns gestern mit ihrem Heck so nahe, dass sie nur ihre Gangway hätte absenken müssen und wir hätten hinüber spazieren können. An Bord war zu diesem Zeitpunkt natürlich niemand.
Wir werden bald nach Preveza aufbrechen und uns in den Golf verziehen. Das Wetter ist inzwischen etwas kühler geworden, zumindest nachts. Kommenden Dienstag soll es sogar regnen.