Dienstag, 26. Juli 2011

Mittwoch 27.07.2011

Nach erneut lauter Nacht wollen wir heute unsere Wassertanks füllen, kurz das Deck abspritzen und dann vor der Marina ankern. Das Dingi soll seinen ersten Wasserkontakt seit Jahren haben und wir hoffen, dass der Außenborder läuft. In diesem Fall wollen wir zur Marina fahren und groß Wäsche waschen. Nach dem Wäschetrocknen wollen wir, so es nicht schon dunkel wird, in die Schweinebucht zum Ankern. Bis nächste Woche etwa. Wenn wir kein größeres Strom- und Kühlproblem bekommen.

Dienstag 26.07.2011


Preveza ist nicht Vonitsa. Hier wird jede Nacht gefeiert. Um 03.00 verklang der letzte Ton. Danach wurden die Fischer aktiv. Einer ist dabei, der hat seinen Kahn auffrisiert, sprich er fährt ohne Auspuff und Dämpfer. Extra langsam knattert er immer an den festgemachten Seglern vorbei. Um 04.00 kommt dann die Müllabfuhr. Um 05.00 werden die ersten Getränke geliefert. Heute hat uns also nicht die Sonne geweckt. Die lag hinter Wolken. Wir haben unsere Einkaufstour unternommen, danach erhielt das arme Auto eine Dusche. Um es vor der Sonne zu schützen haben wir es im Schatten geparkt. Der findet sich nur unter Bäumen und dementsprechend verdeckt war der Wagen. Das AWAC absolviert wieder übungshalber Landungsanflüge über unsere Köpfe hinweg. Was mag OTAN wohl für eine Landeskennung sein? Das Schiff wird innen wieder geputzt und ich gehe Schrauben und Dichtungen suchen. Schrauben bekomme ich keine. 50 Dichtungsringe darf ich mir im Sanitärladen aus einer großen Box mit unterschiedlichsten Dichtungen herausklauben. Dafür kosten sie nur 50 Cent. Rings um uns ziehen Gewittertürme vorbei. Wir bleiben bislang verschont, allerdings nicht von der schwülen Luft. Dienstag scheint der ruhigste Tag im Hafen zu sein. Viele laufen aus, wenige kommen rein.
Bild des Tages: AWAK überfliegt uns und die Stadt

Montag, 25. Juli 2011

Montag 25.07.2011


Die Landjugend hat es offensichtlich nicht so drauf wie die Kollegen in Preveza. Nach einer lauten Nacht blieben sie gestern daheim. Hier muss man wohl Montags wieder auf das Feld und schuften. Uns hat die Ruhe nicht gestört. Nach gemütlichem Frühstück legen wir ab. Natürlich hat bei uns der Wind schon vorzeitig gedreht, so dass wir ihn von der Seite haben. Wenigstens ist er noch nicht zu stark. Abgesehen davon, dass wir fast vergessen, die Mooring am linken Spitz zu lösen, kommen wir gut aus der Lücke. Ein paar Wolken ziehen durch und spenden kurzzeitig Schatten auf der Fahrt nach Preveza. Andere Schiffe sind kaum unterwegs. Vor dem Rathaus in Preveza ist eine große Lücke und wir kommen gut rein. Da keiner da steht, der Bescheid weiß, rufe ich einen unschuldigen Touristen herbei, um den Festmacher zu fangen. Das Kommen und Gehen der Schiffe hier ist im Gegensatz zu Vonitsa unspektakulär. Wind von hinten bereitet halt weniger Probleme. Laut griechischem Wetterbericht soll es heute Nacht Regen geben. Die ersten Wolken ziehen schon von Westen heran.
Bild des Tages: Vonitsa vom Wasser aus.

Sonntag 24.07.2011


Ein weiterer Tag, an dem wir beobachten, wie sich das Dach biegt. Oder nicht biegt. Nach der lauten Nacht unternehmen wir nicht viel. Ein kurzer Spaziergang in den Ort zum Einkaufen. Bis auf die großen Supermärkte haben fast alles Geschäfte auf. Bei den Seglern gibt es heute nicht viele Bewegungen.
Bild des Tages: Vonitsa von oben

Sonntag, 24. Juli 2011

Samstag 23.07.2011


Wir wollen sicher gehen, dass sich das Dach auch richtig biegt. Deshalb wird es mit zwei Reihen Schrauben positioniert. Das Dach genau mittig auf dem Rahmen auszurichten ist das erste Problem. Passt es an dem einen Eck, ist es am anderen schon wieder verschoben. Schon das Bohren des ersten Schraubenloches ist ein Problem. Das Loch ist genau über der Mittelstütze. Unser Schweißer hat zwar ein Eck ausgeschnitten, dennoch kommen wir mit keinem Stift zum Markieren ran. Bleibt nur mit einem verbogenen Draht ankratzen. Zum Bohren dieses Loches muss das Dach verschoben werden, worauf eine erneute Ausrichtung nötig wird. Da das Loch so schwer zugänglich ist, wird auch das Aufdrehen der Mutter eine langwierigere Angelegenheit. Die nächsten Löcher und Schrauben sind relativ einfach. Abgesehen davon, dass wieder einmal Glasfiberstaub auf mich regnet und ich an das Loch in der Mitte von oben nicht heranreiche. Da brauchen wir jemanden mit 20 cm längeren Armen. Nach dem Bohren und Schrauben wird das Dach wieder mit Spanngurten gebogen. Unser Timing war natürlich wieder perfekt. Anders als gestern war es heute vom frühen Morgen an heiß. Und kein Wind kam auf, um Kühlung zu bringen. Ich geh kurz Interneten und Einkaufen. Die hinteren Gassen erinnern tatsächlich an das Griechenland vor 20 Jahren. Ein Geschäft für Ikonenrahmen habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Carola freut sich besonders über die Donuts. Seit Paros hatte sie nur mehr weniger schmackhafte Exemplare bekommen. Es finden wieder einige An- und Ablegemanöver statt, ohne größere Probleme, da ja auch der Seitenwind fehlt. Am späten Nachmittag umrunde ich die Burg von Vonitsa. Betreten kann man sie nicht. Ein großes Holztor ist immer geschlossen. So kann man sicher sein, dass das gute Teil nach der Restauration mit 2,5 Mio € der EU nicht wieder abnutzt. So was geschieht nicht nur mit Burgen. Unzählige Marinas und Hafenanlagen wurden mit EU-Geld finanziert. Nach der Fertigstellung werden sie von niemandem unterhalten und verfallen. Erstaunlich, dass noch niemand auf die Idee kommen ist, wie die Burg auch die Häfen zu schließen, um sie vor dem Verfall zu bewahren. Die Weltlage scheint sich wieder beruhigt zu haben, das AWAC hat Zeit, Landeanflüge zu üben. Auf meiner Wanderung komme ich an den Sportanlagen von Vonitsa vorbei. Volleyball- und Basketballplätze mit Teerboden, Fußballplatz mit feinem Kies. Kaum verwunderlich, dass die Anlagen nur von Ziegen und Schafen genutzt werden, welche wie die motorisierten Einheimischen charakteristische Spuren im Kies und auf dem Teer hinterlassen. Stichwort Einheimische. Das Fernsehprogramm am Samstagabend ist in Griechenland wohl nicht besonders. Alle treiben sich auf unserem Steg herum. Und die schon erwähnte Landjugend präsentiert ihre eigenen Sportdisziplinen. Röhren für die männlichen Teilnehmer, Kreischen und Kichern für die weiblichen. Da man tagsüber nichts von ihnen hört und sieht, üben sie wohl auf den Feldern in der Umgebung. Deshalb drängten sich die Schafe auch auf dem Sportplatz unter einer Tribüne. Zusätzlich werden wir in der Nacht wieder mit Technomusik beschallt. Nicht aus dem Ort selbst, sondern von einem Gebäude auf einer Landzunge gegenüber.
Bild des Tages: Griechische Soprtanlagen.

Samstag, 23. Juli 2011

Freitag 22.07.2011


Wir haben nichts anderes vor, als zu warten, dass sich unser Dach in die andere Richtung biegt. Es hatte über zwei Jahre Zeit, sich mit dem zu schwachen Rahmen durchzuwölben. Wir hoffen, dass wir nicht weitere zwei Jahre warten müssen, bis es sich an den neuen Rahmen angepasst hat. Diese Biegesache kommt uns natürlich sehr ungelegen. Wir wollten möglichst schnell das Dach befestigen und danach die Solarpaneele montieren, um unsere Energieprobleme zu lindern. Das können wir wohl vorerst abschreiben. In diesem Zusammenhang verwirren uns weiter die verschiedenen Anzeigen über den Ladezustand der Batterien. Und eine weitere Unklarheit: die Lichtmaschine des linken Motors liefert laut Anzeige nur 10 A, im Gegensatz zu den 20 A der rechten. Entweder schwächelt die Lichtmaschine, oder der um einiges längere Kabelweg ist daran schuld, oder die Kabel sind mürbe oder die Anschlüsse wacklig, oder was ganz anderes. Somit liegen wir tagsüber unter dem Dach und beobachten die Biegung. Wenigsten ist es etwas kühler. Nicht dass dies unserem Dany helfen würde, seinen Bestimmungszweck zu erfüllen. Nebenbei laufen wieder einige Anlegemanöver. Wir werden sogar bei einem involviert, das drei Plätze weiter stattfindet. Der Skipper kommt zu langsam rein, der Wind bläst ihn auf die Ankerleine unseres übernächsten Nachbarn und um diese dreht er sich und legt sich an unseren Bug. Da er recht schwer ist, lockert er den Anker des Nachbarn und drückt diesen zusätzlich auf uns. So nebenbei lassen sie einen Fender ins Wasser fallen, statt ihn zum Abfedern zu verwenden. Als sie sich von uns weg bewegen verhängt sich ihr Beiboot, das sie einer allgemeinen Unsitte folgend am Bug befestigt und nicht an Bord geholt haben, zuerst in unserer Ankerkette, dann in unserer Mooring. Wenigsten ist der Junge an der Ankerwinsch folgsam und löst auf meinen Rat einfach die Dingileine. Ich hüpf rein und hangele mich zu ihnen zurück. Nachdem alles fest ist verteilt der Skipper kaltes Bier an die Nachbarschiffe. Auch die Flottillensegler von Sailing Holiday kommen zurück und zwängen sich in alle Lücken. Die Schiffe sind so klein, dass wir sie von unserem Deck aus gar nicht erreichen können zum Abdrücken.
Ich hatte schon an mir gezweifelt, nachdem sie in zwei Lokalen weder mein Englisch, noch mein Griechisch bei einer Bestellung verstanden haben. Es liegt wohl doch an der Abgeschiedenheit der Einheimischen, denn heute fanden wir ein Lokal, in welchem gleich zwei Leute uns sofort verstanden haben. Abends taucht die Landjugend auf und veranstaltet lautstarke Balzrituale. Dazu gehört das übliche Krachmachen mit dem Mofa, der Kavaliersstart mit dem Auto auf der Schotterstraße, das laut aufgedrehte Autoradio, aber auch ein Röhren von einem Hafenende zum anderen. Klar, dass mich hier keiner versteht.
Bild des Tages: Stadthafen von Vonitsa

Donnerstag, 21. Juli 2011

Donnerstag 21.07.2011


Heute sollte der große Tag sein. Nach 2 Jahren soll unser Rahmen für das feste Bimini montiert werden. Tatsächlich kommt um 09.00 Herr Hainzl samt Gehilfen. Die letzten zwei Schrauben aus dem Dach werden entfernt und selbiges nach vorne getragen. Viel großes Werkzeug wird an Bord geschafft und dazu der mitgebrachte Generator angeworfen. Planen werden verteilt und angefeuchtet, wegen des Funkenfluges. Der alte Rahmen ist mit der großen Flex ruckzuck weg. Der neue Rahmen wird aufgelegt und vorläufig fixiert. Der Generator wird näher herangeholt, da das lange Kabel die Stromstärke zu sehr vermindert. Und dann gibt das Schweißgerät den Geist auf, bzw. nur noch ungute Gerüche von sich. Mit provisorisch fixiertem Rahmen werden wir zurückgelassen. Herr Hainzl meint zum Abschied, das sei ja bei dem Schiff klar gewesen, dass so was passiert. Wir beseitigen mit dem Wasserschlauch den Dreck, den die beiden Helden hinterlassen haben. Gerade sind wir fertig, da tauchen sie wieder auf. Mit einem neuen Schweißgerät. Und wieder mit Dreck an den Füßen. Der Rahmen wird endgültig fixiert, unser Dach drauf gehoben. Es sieht aus wie eine Pagode. Da es die letzten Jahre immer mehr durchhing, stehen jetzt die Seiten nach oben. Es wird wohl einige Zeit dauern, bis sich die Biegung in die andere Richtung gelegt hat. Bis dahin wird das Dach mit Spanngurten am Platz gehalten. Ein abgebrochener Ring erhält noch eine neue Schweißung, dann ist dieses Kapitel abgeschlossen. Außer dass wir noch einen neuen Ankerbeschlag brauchen. Aber dazu müssten wir mit der Spitze zur Mauer liegen, was nicht ganz einfach ist, ohne Heckanker. Wir setzen unsere Putzerei fort, bzw. fangen wirder von vorne an. danach werden noch die Wassertanks gefüllt. Da der Wasserdruck genau zu diesem Zeitpunkt abfällt, dauert das seine Zeit.
Und nebenher passiert auch noch einiges. Der blöde Italiener (den wir zunächst für einen Engländer hielten, wegen der riesigen britischen Flagge am Schiff), kam erneut vorbei um über die Schweden zu schimpfen, die sein Schiff beschädigt hätten. Er hätte sie überall gesucht und nicht gefunden. Und plötzlich kommt er und meint, er hätte sie entdeckt. Den Schweden selbst holt er zu sich aufs Schiff, um diesem den Schaden zu zeigen. Und dann naht das Unglück in Form eines deutschen Stahlschiffes. Es will in die Lücke zwischen uns und dem Italiener. Die Lücke ist anscheinend verflucht. Er nimmt mehrere Anläufe, nicht ganz einfach mit langem Kiel und Pinnensteuerung. Beim finalen Versuch hält er zu sehr auf uns zu, hat zu viel Fahrt und trifft uns. Stahl gegen GFK, der Verlierer steht fest. Drei Schrammen haben wir, die der fremde Skipper ohne Versicherung regelt. Ich schau mal bei den Schweden vorbei, um sie über den Italiener aufzuklären. Zu spät, der hat ihnen bereits 100 € abgeknöpft. Er hätte Zeugen, die einen Zusammenstoß gesehen hätten. Genau das Gegenteil haben wir, die Zeugen gesehen und ihm auch gesagt. Ein Lügner und Betrüger. Andere Dauerlieger kennen ihn besser und bestätigen uns, dass er ein Angeber, ein Blödmann und was sonst noch alles ist. Wenn er anlegt gebe es regelmäßig größte Probleme und bei einem Auslaufen sei er hintereinander auf drei Moorings gelandet.
Und nebenbei zeigt sich den ganzen Tag über wieder die Schildkröte.
Und der Wind frischt am Nachmittag wieder kräftig auf. Da der Engländer neben uns abgefahren ist, wurde eine Mooringleine frei, die ich mir natürlich gleich schnappe, um uns auf der Seite, von der der Wind her kommt, zusätzlich abzusichern.
Bild des Tages: Unsere neue Dachkonstruktion.