Freitag, 25. Februar 2011

Freitag 25.02.2011


Es geht wieder los. Nach langer Sendepause konnte ich mich aufraffen, wieder für dem Blog zu arbeiten. Anlass war, dass Carola unsere Tickets kaufte. Ein Höhepunkt für sie. Fragt die Dame von ADAC: „Und wann kommen Sie zurück?“ „Ende Oktober.“ Somit ist klar, unsere Reisedaten stehen fest. Am 22. März gehen wir in Ancona auf die Fähre. Wir haben dann theoretisch sieben Wochen Zeit, auf dem Land am Schiff zu arbeiten. Am 11. Mai sollte eigentlich die Wasserung stattfinden. Ähnliche Pläne hatten wir ja auch letztes Jahr. Und blieben den Sommer an Land. Die Fähre zurück von Igoumenitsa ist für den 29. September gebucht. Spätestens ein Woche vorher werden wir wieder an Land gegangen sein.
Bild des Tages: Unsere Tickets. Ob der ADAC die Umschläge jeweils nach dem Reiseziel auswählt?

Dienstag, 28. September 2010

27.09.2010 Montag


Unser Griechenlandaufenthalt ist jetzt definitiv vorbei. Wie letztes konnten wir kaum von Segelei berichten, tatsächlich noch weniger. Nicht eine gefahrene, geschweige denn gesegelte Meile mit dem eigenen Schiff. Ich hoffe mal, dass unsere Berichte von der Restauration des Unterwasserschiffs zumindest einen kleinen Unterhaltungswert hatten. Nächstes Frühjahr werden wir einen neuen Anlauf starten. Der Landplatz ist bis 11. Mai gebucht. Bis dahin müssen wir die letzten 10 Meter Unterwasserschiff mit Copper Coat streichen, den Saildrives ein Antifouling verpassen, neue Propeller montieren, beide Motoren warten, Mastlicht und Windex reparieren, alle Klampen verstärken und noch etwas Kleinkram. Mal sehen, wann wir ins Wasser kommen.
Bild des Tages: Abschiedsbild vom Schiff.

26.09.2010 Sonntag


Unser letzter Tag in Griechenland. Am Vormittag werden wir von einem heftigen Regenschauer verabschiedet. Der ganze Hartplatz steht unter Wasser. Wie schon Tage zuvor sind unzählige Ameisenköniginnen unterwegs. Sie glauben wohl, bei Regen vor Fressfeinden geschützter zu sein. Aber auch zu heftiger Regen lässt den meisten keine Überlebenschance. Für uns wird es tatsächlich nochmals hektisch. Packen und das Schiff endgültig winterfest zu bekommen dauert etwas länger. Weniger das Packen, denn so viel passt einfach nicht in den Golf. Die Arbeiten am Schiff kosten Zeit, wobei sie halt erst am letzten tag erledigt werden können. Landstromkabel rein. Alle Sicherungen rausdrehen. Megapuls auf alle Batterien legen. Bootsschlüssel im Marinabüro abgeben. Leiter rein. Luken zu, innen Sonnenschutz anbringen. Luken und Backskisten mit Schlössern sichern. Wasserfänger unter undichte Fenster stellen. Abfalleimer leeren. Kühlschrank leeren. Borddurchlässe aller Art zukleben. Wassertanks füllen und Reinigungsmittel reinschütten. Und einiges mehr, was uns so noch einfällt. Zum Abschied fallen ein paar Tropfen, aber gleich scheint wieder die Sonne. Wir besuchen Willy im Hafen von Preveza und gönnen uns ein letztes Gyros bei Thallia. Sie erzählt uns von einem Paar aus Österreich, das gestern bei ihr gewesen wäre. Die hätten richtig gut deutsch gesprochen… Die Fahrt nach Igoumenitsa verläuft ohne Probleme. Der dortige Hafen ist offensichtlich sehr unsicher geworden. Unzählige Einwanderer aus dem nördlichen und mittleren Afrika schleichen durch die Straßen. Polizeiwagen mit Blaulicht patrouillieren durch die Straßen. Entdecken sie eine kleine Menschenmenge lassen sie kurz die Sirene an, worauf sich die Menge zerstreut, um sich an anderer Stelle wieder zu sammeln. Einige spielen Katz und Maus und verstecken sich hinter Büschen und Autos. Auch auf der Fähre hat sich einiges verändert. In meiner Jugend, vor 20 und mehr Jahren, war jetzt die Jahreszeit, zu der Massen an Rucksacktouristen die Heimreise antraten. Nicht einen einzigen haben wir gesehen. Dafür Massen an Verbrechergesichtern. Die Borddurchsagen in Deutsch, Englisch, italienisch und französisch versteht nur mehr ein kleiner Teil der Passagiere. Die Nacht war dann sehr unangenehm. Sparsam wie ich bin, habe ich Deck statt Kabine gebucht. Ein freundlicher Mann des griechischen Bordpersonals schickte uns gleich zu den Pullmannsitzen, da es draußen recht ungemütlich werden würde. Wir konnten uns dann in einem Eck ausbreiten. An Schlafen war leider nicht zu denken. Geschnarcht wurde in Stereo und mit großer Lautstärke. Ein Mann röchelte, dass wir ihn am liebsten alle paar Minuten abgesaugt hätten (Er hat offensichtlich überlebt und ist nicht erstickt). Das Handy unseres Nachbars piepte mehrmals in der Stunde. Andere bereiteten mit ständig raschelnden Tüten eine Mahlzeit zu. Irgendwann kapitulierten wir und verzogen uns an Deck zum Lesen. Um 05.00 zog es uns die Füße weg und wir versuchten es nochmals drinnen in unseren Schlafsäcken. Zumindest etwas Dösen war möglich. Bei Sonnenschein verbrachten wir den Vormittag an Deck mit Lesen. Lange waren kroatische Inseln in Sicht, dann bereits Italienische Küste. Nach einem kleinen Stau im Hafen von Ancona ging es auf die nächste Etappe. Es wurde nochmals heiß und sonnig. Vor Bologna tröpfelte es zweimal für kurze Zeit. Richtig zu regnen begann es nach Verona. Wir hatten zwar die Scheiben vor der Abfahrt innen und außen geputzt, aber fester auf der Scheibe klebender Dreck war verblieben. Ich hatte gehofft, der würde sich bei stärkerem Regen nach etwas Einweichzeit lösen. Tat er nicht, vielmehr löcherte der Dreck nach und nach unsere Wischblätter. Wahrscheinlich sind es Epoxytropfen, die beim Streichen durch den starken Wind bis auf die Scheibe gespritzt worden waren. Da es bis Innsbruck regnete, war es eine sehr unangenehme Fahrerei. Um 22.30 sind wir schließlich bei meiner Tante angekommen.
Bild des Tages: Gepackter Golf

Samstag, 25. September 2010

25.09.2010 Samstag

Wie vom Wetterbericht angekündigt werden wir von Regen geweckt. Und es regnet den ganzen Tag mehr oder weniger heftig. So arbeiten wir ein bisschen im Schiffsinneren. Die Dusche bekommt endlich ihre Deckenverkleidung. Leider ist ein Holzteil 32x25 cm verschwunden und so bleibt auch dieses Werk unvollendet. Wie schon beim letzten Regentag sind auch heute wieder unzählige Ameisenköniginnenunterwegs. Durch den Regen kommen sie halt nicht weit und landen zuhauf auf dem Deck. Erst machen wir sie platt, dann spülen wir die Leichen mit dem Wasserschlauch ab. Bei strömenden Regen.

Freitag, 24. September 2010

24.09.2010 Freitag


Auch heute wurden Abreisevorbereitungen erledigt. Planken verstauen (waren als Sonnenschutz über einer Luke zweckentfremdet worden). Radel zerlegen und verstauen. Und dann haben wir die Motoren ausprobiert. Dazu bekam der Saildrive „Ohrenschützer“ über die Kühlwasseröffnungen verpasst, an die der Wasserschlauch angeschlossen wurde. Wasser Marsch und Motor Start. Beim Anspringen zierte er sich etwas und gab dann gleich Alarm. Motor Aus und Nachdenken, wobei nichts raus kam. Zweiter Startversuch, diesmal kein Alarm. Aus dem Auspuff kam etwas Kühlwasser, aber bald nichts mehr. Obwohl kein Alarm mehr losging, erst mal ausschalten. Und wieder Nachdenken. Und diesmal kam die Erleuchtung. Den Kühlwasserzulauf vom Saildrive zum Motor sollte man schon öffnen. Und siehe da, Motor läuft ohne Alarm und es spritzt reichlich Kühlwasser aus dem Auspuff. Auch beim rechten Motor lief es nicht rund, im wahrsten Sinne des Wortes. Er vibrierte ganz heftig und fabrizierte einen rechten Lärm. Bei erhöhter Drehzahl waren Vibration und Lärm weg. Zumindest brachten wir beide Maschinen zum Laufen. Danach wurde Kleinkram erledigt.
Bild des Tages: Ein letztes Mal Straßewässern.

23.09.2010 Donnerstag

Diese Nacht heulte zwar der Wind, aber es blieb trocken. Tagsüber erledigten wir wieder Kleinkram und widmeten uns der Vorbereitung des Schiffes auf den Winter. Und zum wievielten Male kleben wir unsere Fenster mit Plastikfolie ab???

Mittwoch, 22. September 2010

22.09.2010 Mittwoch


Schon gestern Abend war uns unwohl, da von überall her Wolken aufzogen. Gegen 05.00 kam Wind auf und bald danach fielen erste Tropfen auf das Deck. Raus aus den Federn, Fenster zu und bangen um das Antifouling. Zum Glück bleibt es bei einem Tröpfeln, welches auch nicht lange dauert. Leider wiederholt sich das ein paar Mal. Es kam wohl nie soviel Wasser zusammen, dass es den Rumpf runter gelaufen wäre. Am Morgen sind auf jeden Fall keine Spuren im Antifouling zu erkennen. Bei uns sitzt der Schreck und die Sorge natürlich tief. Ringsum ziehen dunkle Wolken und der Wetterbericht bleibt bei Regen für Samstag. Wobei die nächsten Tage die vielen vorhergesagten Regengebiete alle ganz knapp uns vorbei ziehen. Da und die letzte Nacht reicht beschließen wir, den letzten Rest Unterwasserschiff erst nächstes Jahr zu streichen. So bleibt unser Schiff wie so oft unvollendet. Statt Streichen wird heute aufgeräumt und Kleinzeug erledigt. Beispielsweise wird ein Brett unter der Küchenspüle mit Stichsäge und Raspel bearbeitet, dass es auf seinem Rahmen aufliegt und nicht wie bislang auf Stromkabeln und Gasleitung. Bretter, Schläuche und Fenster werden vermessen, um die passenden Ersatzteile beschaffen zu können.
Bild des Tages: Das Unterwasserschiff sieht aus, als wären wir durch einen frischen Kuhfladen gefahren.