Donnerstag, 19. Mai 2022

Samstag, 14.05.2022

 Wasserspiele der letzte Teil. Die Vordere Unterseite wird von grünem Bewuchs befreit und dann das Auto vom Salz der Überfahrt. Alle nicht im täglichen Gebrauch befindlichen Wasserhähne und die Duschen werden durchgespült. Und dann werden die Wassertanks aufgefüllt.

Auf dem Landlieger ist weiter geschäftiges Treiben. Wasser wird rausgepumpt.

Ein kurzer Abstecher mit den Radln zum Strand. An dem haben zwei Fischer 20 Angeln aufgestellt. Der kalte Wind vertreibt uns rasch.

Am Abend kommt wieder in nicht angekündigtes Gewitter aus Nordosten, mit Nebel vorne dran, der wie eine Böenwalze aussieht. Aber Wind kommt keiner auf. Im lauf der Nacht folgen drei weitere Schauer. Da es immer noch kühl ist in der Nacht, können die Luken ruhig zu bleiben.



Freitag, 13.05.2022

 Die erste Mücke in der Nacht hat mich gestochen. Voller Blut kam sie nicht weit und wurde erlegt.

Die dritte Runde mit dem Hochdruckreiniger steht an. Die rechte Rumpfseite ist nicht ganz bis zur Hälfte fertig, als der Wind dreht. Viel früher als üblich. Das schmeißt meine ganze Planung um. Nach der Seite folgt die hintere Front (ein Widerspruch in sich, ich weiß) und gleich noch der hintere Bereich der Unterseite. Am hartnäckigsten sind die Spinnenweben. Die fliegen nicht gleich weg, sondern müssen zunächst bis an eine Kante gespült werden.

Es folgen Kleinarbeiten, Kontrolle der Bilgen. Im linken Motorraum sind ein paar Tropfen, die können auch von der Deckputzaktion stammen. Sonst ist alles trocken. Wobei ich die Bugkammern nicht bis zum Grund ausgeräumt habe. Der Druckausgleichstank für den Wasserkreislauf wird entlüftet.

Die Milch geht aus, also Einkaufsfahrt, diesmal ganz kurz nach Vonitsa zum dortigen A und B. Hier tröpfelt es bereits. Zurück am Schiff beginnt es auch bald zu regnen. Wetter-Online weiß nichts davon… Die Wolken kommen aus Osten, der Wind aus Westen.

Noch verdrecktes Hinterteil:



Donnerstag, 12.05.2022

 Die Nächte bleiben ruhig, die Disco läßt noch nichts von sich hören. So kann es bleiben.

Zweiter Tag der Deckreinigung. Diesmal von Beginn an mit dem richtigen Aufsatz. Die Unterseite des Daches bekommt eine erste Dusche und wird glänzend sauber. Es folgt der (nicht gerade kleine) Rest des Decks. Am umständlichsten ist der Bereich um den Tisch zu reinigen. Fußroste raus, erst hierhin, dann dahin. Hochdruckreiniger von einem Platz zum anderen und die Kabel dabei nicht verknoten. Der orange Schlauch aus Sibari scheint sein Haltbarkeitsdatum erreicht zu haben. Zumindest drei kleine Löcher fallen mir auf. Diesen Sommer wird er schon noch halten.

Eine kleine Wanderung zum Leuchtturm an der Landspitze folgt. Slalom durch Kuhfladen am Strand. Den Durchfluss am Landsitzer haben sie zugeschüttet. Vielleicht wollen sie die ganzen Lagunen trockenlegen. Das würde den niedrigen Wasserstand erklären. In der Lagune tummeln sich viele Krabben. Wie einer Choreographie folgend laufen sie am Rand entlang hin und her. Nach Möglichkeit weichen sie sich aus. Kommen sich zwei zu nahe, werden die Scheren gespreizt. Die großen können die Scheren gar nicht mehr einfahren. Um meinen Schatten im Wasser machen sie einen Bogen. Und mit dem Schatten der Hand lassen sie sich dirigieren.




Mittwoch, 11.05.2022

 Die Deckreinigung steht an. Zunächst natürlich das Dach. Viel Saharasand hat sich niedergeschlagen. Die Reinigung zieht sich. Am späten Nachmittag probiere ich einen anderen Aufsatz für den Hochdruckreiniger (den mit kreisendem Strahl) und siehe da, es geht mindestens doppelt so schnell. Fertig werde ich trotzdem nicht mehr.

Zwei große Frachter werden nach Preveza geschleppt. Anscheinend dürfen sie nicht mehr selber durch den Kanal fahren. Zwei Schlepper sind immer beteiligt, einer vorne, einer hinten.

22° hat´s tagsüber, weniger als in Deutschland.



Dienstag, 10.05.2022

 

Trotz leiser Musik aus Preveza haben wir gut geschlafen. 17° hatte es am Morgen in der Kabine. Auspacken und Einräumen ist angesagt. Und die üblichen Reaktivierungsaktionen am Schiff. Der freundliche Däne ist wieder da, seit einem Monat schon. Eigentlich wollte er bald ins Wasser, muss jedoch zunächst selbiges aus seinem Dieseltank entfernen. Aber er hat ja Zeit, sagt er.

Les hat nicht allzuviel geschafft, den Winter über. Zumindest die Löcher hat er verschlossen und die Türe abgedichtet. Wobei noch die Abklebung vom Gelcoatauftragen dran ist. Die Kiele hat er nicht in Angriff genommen. Somit steht das Schiff noch aufgebockt da.

Die Lagune hinter dem Schiff hat einen niedrigen Wasserstand, fast kann man zu den Möwennestern gehen. Die letzten Herbst umgeackerte Wiese wird von einer Kuhherde abgegrast. Im Laufe des Tages zieht sie selbständig weiter zu einer Wiese auf der anderen Seite der Marina. Eine Gruppe wählt den trockenen Weg hinter uns vorbei, die andere watet durch die Lagune.

Und eine Schildkröte besucht uns gleich am ersten Tag.

Einkaufen in Lefkas ist fällig. Die alte Straße ist immer noch gesperrt, die neue noch nicht fertig. 33 Minuten dauert es somit über die kaum befahrene Autobahn. Drei Autos überholen mich bis Vonitsa. Die Lagune bei Lefkas liegt ebenfalls trocken. Im Hafen haben sie zwei weitere Fingerstege gebaut, bereits voll belegt. Die Schiffe werden immer mehr. Dafür sind recht wenig Touristen unterwegs.

Zurück nehme ich die Straße am Kiterstrand vorbei. Die wurde wohl von anderen intensiv genutzt. Wenn man diese Schlussfolgerung aus der großen Zahl neuer Schlaglöcher folgern darf.

Nach dem Einräumen der Einkäufe geht´s zum Panos.



Montag, 09. Mai 2022

 Ausschlafen war angesagt. Kein Problem bei der ruhigen Nacht. Frühstück im Schnellrestaurant, mit dem bereits bekannten langsamen, dauergereiztem Barkeeper. Dieses Schiff hatte ganz oben Bänke stehen, von denen immer ein paar frei waren. Wind und Sonne ausgesetzt, aber mit freiem Blick. Mit Pulli und viel Sonnencreme war es zum Aushalten. Um nicht gleich am ersten Tag zu viel Sonne abzubekommen, ziehen wir bald in die Kabine um. Ein zweiter Ausflug nach oben währt nicht lange. Obwohl wir noch vor der Engstelle bei Korfu sind, erfolgt die Aufforderung zum Räumen der Kabinen. Erfreulich ist, dass die Fähre ihre Fahrt bis zum Schluss nicht verlangsamt. Ankunft ist somit tatsächlich um 19.00 Uhr Ortszeit.

Die Anweisung, zu den Autos zu gehen, ist irgendwie sinnlos, das die Türe zum Garagendeck nicht geöffnet wird. Vorsichtshalber sind wir an Deck geblieben, mit Blick auf die Autos. Die LKW fahren raus, die Rampe ist schon längst abgesenkt, aber die Türe bleibt zu. Als sie geöffnet wird, geht immer noch nichts. Der Porschefahrer hatte sich ja frech gleich zur Ausfahrt passend hingeparkt, obwohl er wie wir ganz nach hinten hätte fahren müssen. Jetzt hat seine ständig blinkend und hupende Alarmanlage seine Batterie entleert. Da muss erst ein Minoan Auto geholt werden, um ihm Starthilfe zu geben. Und dann geht das Gedrängel los. Ein ältere Franzose im nicht ganz so altem Benz fährt einfach los, schließt mit deiner Stoßstange die Fahrertüre eines anderen und setzt seine Fahrt ohne Unterbrechung fort. So gehtˋs auch, alle anderen weichen vorsichtshalber zurück. Draußen wird nicht mehr auf Corona getestet oder nach irgendeinem Papier gefragt. Mit der untergehenden Sonne im Rücken geht es die Küste entlang nach Süden. Da es schon dunkel ist, als wir in Preveza ankommen, wird erst beim Panos gegessen. Am Schiff das nötigste ausgepackt, Betten herrichten, duschen. Um Mitternacht wird geschlafen.

Volles Paarkdeck im Freien. Links unten der blinkende Porsche



Sonntag, 08.05.2022

 Aufstehen um 02.00 Uhr, Abfahrt um 03.15 Uhr.

Mal wieder richtig früh…

Schuld daran ist Minoan. Am Montag habe ich eine SMS bekommen, dass sich die Abfahrtszeit verzögern wird, und auch die Ankunftszeit, diese um einiges mehr, als die verspätete Abfahrtszeit erklärt hätte. Minoan bot an, einen Tag vorher oder nachher zu fahren oder den Ticketpreis zu erstatten oder mit einer anderen Gesellschaft am gleichen Tag, nur eher zu fahren. Das wäre eine schone Lösung gewesen. Aber auf eine Mail an die Adresse aus der SMS antwortete nie jemand. Auch Mails an alle von der Minoan-Homepage entnommenen Adressen blieben erfolglos. Es kam zunächst nur die Nachfrage, ob ich mit der anderen Fähre fahren wollte. Ja, das hatte ich doch geschrieben. Dann, zwei Tage for der Abfahrt, die Nachricht, dass es keine Außenkabinen auf der anderen Färe mehr gebe. Und Innenkabinen? Keine Antwort.

Deshalb sind wir auf gut Glück früh los, um vielleicht doch einen Platz auf der früheren Fähre zu bekommen.

Bei Dunkelheit und Nieselregen ging es los. Verkehr war sehr wenig. Von Kiefersfelden bis Innsbruck nur drei Autos in unserer Richtung. Bis zum Brenner drei weitere Autos. Hier wurde es langsam hell. Bei Bozen kamen ein paar Italiener dazu, bei Verona hörte es zu regen auf. Die Sonne blieb hinter Wolken, wodurch es nicht zu heiß wurde, 18°. Von Bologna bis Rimini war wie immer dichter Verkehr.

Im Conad in Falconara wurden letzte Vorräte eingekauft, bei Regen, wie letztes Jahr.

Auf dem Parkplatz vor dem Ticketbüro war viel los, vor dem Eingang eine Schlange. Kamen zwei raus, durften zwei rein. Aus taktischen Gründen fragten wir zuerst beim ANEK-Schalter, ob noch Kabinen frei wären. Der freundliche Mann am Schalter lachte laut. Alles ausgebucht, überbucht. Die Dame am Minoan-Schalter war eher unfreundlich. Sie redete ständig an unseren Fragen nach einer möglichen Umbuchung vorbei. Also blieb es bei der verspäteten Abfahrt. Dies bescherte uns viel Zeit für Ancona.

Bei der Einfahrt zum Hafengelände bekamen wir wieder einen gelben Streifen unter den Scheibenwischer geklemmt, das hieß Sicherheitskontrolle. Zwei freundliche Damen ließen uns einen Koffer und eine Tasche ausladen, zumindest wählten sie leicht zugängliche Teile aus. Die wurden dann durchleuchtet, ebenso ich, wie am Flughafen.

Eigentlich sollten wir uns laut der Dame vom Schalter an Dock 16 anstellen. 16 gibt es nicht, wir wurden zu Dock 15 beordert. Als zweite in der Reihe.

Fahrräder abladen und hoch zur Kirche. Die üblichen Photos und ein erneuter erfolgloser Versuch, einen Radweg weiter hinauf zum Leuchtturm zu finden. Überall verstellten Treppen den Weg. Ein Eis am Stadtpark und zurück zum Hafen. Die ANEK-Fähre war inzwischen da und wurde ausgeladen. Die Mole entlang geradelt und diesmal fanden wir den Durchstieg, um ganz nach vorne zu gelangen. Ein zwar sonniger, aber windiger Platz, Ohne Pulli war es zu kalt. Irgendwann wurden es mehr Einheimische, die wohl gewartet hatten, bis die Sonne raus kam. Oder sie haben sehr lange ausgeschlafen. Ein Kreuzfahrer wurde hinaus geschleppt, die MSC Fantasia, mit sehr wenig Passagieren. Die ANEK-Fähre lag immer noch da, sie hätte schon längst weg sein müssen.

Die Suche nach einer Gelegenheit zum Abendessen gestaltete sich überraschend schwierig. Es fanden sich nur Cafes und Bars. Eine dieser Lokalitäten bot auch Pizzen an. Die waren groß und gut.

Zurück am Hafen war die Fähre da und wurde entladen. Kaum waren die Räder aufgeladen, durften wir überraschenderweise schon hinein. Wieder auf das Freiluft-Deck. Da waren wir mal die ersten und wurden ganz nach vorne geleitet. Also die letzten beim Rausfahren. Zumindest waren wir weit vorne beim Anstehen zu den Kabinen-Tickets. Das war gut, denn der Mann am Schalter war nicht der schnellste. Und sein PC-Programm war zudem sehr umständlich.

Die Kabine war ganz vorne mit Blick über den Bug. Kurz ausräumen und auf Deck, das Ablegen abwarten. Das zog sich natürlich, weil die Fähre noch aufgetankt werden mußte. Wäre ja auch blöd, wenn mitten auf dem Meer der Diesel ausgehen würde. Zwei Luxusautos auf dem Deck blinkten und hupten, weil die Besitzer (oder Überführer) ihre Alarmanlagen nicht abstellen konnten. Die hinteren Kabinenbewohner neben dem Parkdeck hat´s sicher gefreut.

Abfahrt war um 20.30 Uhr.

Bilder:

Tankschiff und Kreuzfahrer