Dienstag, 21. September 2010
21.09.2010 Dienstag
Heute wussten wir ja so etwa, was uns erwartet. Trotzdem war es wieder ein anstrengender Tag. Vor allem, weil die rechte Außenseite dran war, die ab Mittag prächtig von der Sonne angestrahlt wird. Vor der Arbeit gab es eine ungute Überraschung. Wir hatten ja gestern einen Teil unseres Tauwasserschutzes abgebaut, um die neu zu streichend Bereiche abzudecken. Und da haben doch tatsächlich einige Tautropfen ihre Spuren im neuen Copper Coat hinterlassen!! Wir hoffen, dass dies eine Ausnahme war. Sonst kommen wir mit unseren Pläne in Bedrängnis. Wenn wir morgen nochmals streichen und es Samstag wie angekündigt regnet, wäscht es uns das ganze Antifouling ab. Um uns rum war wieder der übliche Marinabetrieb. Eine Moody 54 wurde raus gehoben. Die war fast so breit wie wir. Unser Schweizer Nachbar kam ins Wasser. Morgen geht er auf Fahrt. Wir waren dann auch irgendwann fertig mit Streichen.
20.09.2010 Montag
Frisch ans Werk, die Rollen gezückt. Es ist Streichtag. Und wieder einer der längeren. Aus dem Verlauf des Samstag haben wir gelernt und verwenden nur einen halben Topf für die erste Schicht. Die linke Rumpfaußenseite kriegen wir damit fertig und einen großen Teil, wenn auch nicht die Hälfte, der rechten Rumpfaußenseite. Ohne Pause wird Schicht auf Schicht gestrichen, bis es fünfe sind. Und wir sind kaputt. Der Tag ist leider noch nicht zu Ende. Der rechte Rumpf muss gegen Tauwasser gesichert werden. Das Klebeband, mit dem wir gestern die Plastikstreifen zur Wasserumleitung angeklebt haben, ist undicht. Heute kann es uns egal sein, da wir diese Bereiche erst streichen. Aber in der kommenden Nacht sollte da nichts mehr runter laufen. Also altes Band gegen neues tauschen und weitere Plastikstreifen ankleben.
Nebenbei kommt Nikolausi ins Wasser.
Nebenbei kommt Nikolausi ins Wasser.
Sonntag, 19. September 2010
19.09.2010 Sonntag
Nach der Action gestern war heute Erholung angesagt. Unter anderem von einer lauten Nacht wegen Beschallung von gegenüber. 80er Jahre waren angesagt. Auf Griechisch. Erholung bedeutet natürlich nicht Nichtstun. Das Werkzeug von gestern wurde gereinigt und geordnet. Der Golf, unsere ausgelagerte Werkstatt, wurde ausgemistet. Es war ganz praktisch, das Werkzeug nicht jedes Mal aus dem Schiffsinneren holen zu müssen. Der rechte Rumpf wird abgeklebt und gegen herunterfliesendes Tauwasser geschützt, bis uns das Klebeband ausgeht.
Und so nebenbei, auf der anderen Seite hat unser Wasserschutz gehalten. Das Coppercoat wurde trotz viel Tau an Deck nicht weggespült. Aber noch klebt es bei Berührung.
Bild des Tages: Weiß wäre schon schöner gewesen, oder?
18.09.2010 Samstag
Erster Tag Coppercoat. Wir rühren vorsichtshalber nur einen halben Topf an. Das Kupferpulver gleichmäßig (gewogen) in zwei Töpfe verteilt. Das Harz in den Mischtopf geschüttet, bis dessen Gewicht gleich dem Gewicht des Behälters ist. Das Harz hat eine Konsistenz wie Tapetenkleister, ganz anders als das normale Epoxy. Der Härter wird in den Mischtopf geschüttet, bis der Flüssigkeitsspiegel bis zum Wort Content auf dem Etikett gesunken ist. Das ist laut Les die Hälfte. Umrühren, Kupferpulver dazu schütten. Der Mischtopf wird so schwer, als wären Steine drinnen. Die Mischung in die große Farbwanne und dann wird mit den speziell für diesen Zweck gekauften Neoprenrollen drauflos gestrichen. Es bleibt fast nichts an der Bordwand, aber das soll laut Beipackzettel so sein. Aber irgendwie kommen wir mit den großen Rollen nicht zurecht und steigen auf unsere gewohnten kleinen um. Mit einem Topf streichen wir eineinhalb Rümpfe. Bevor wir gleich vorne wieder anfangen kaufe ich im Preveza Marina Shop einen Vorrat an kleinen Rollen. Wie schon beim Epoxy und beim Primer ärgert uns, dass sich die Rollen sehr schnell nicht mehr richtig drehen. Die Farbe wird mehr aufgestrichen als aufgerollt. Carola hat die Idee, dass sich vielleicht griechische Rollen und deutsche Rollenhalter nicht vertragen. Nach dem nächsten Topf neuer Abstecher in den Shop, um zwei Rollenhalter zu kaufen. Und tatsächlich. Auf einmal drehen sich die Rollen länger als nur bei der ersten Bahn. Im Gegensatz zu andrem Eopxy lässt sich dieses ganz einfach mit dem Wasser von den Arbeitsgeräten abspritzen. Nur die Rollen entsorgen wir nach jedem Topf. Irgendwie nimmt die Sache kein Ende. Da wir mit dem ersten Topf so weit gekommen sind, bringt das unsere ganze Planung durcheinander. Die Zeit läuft uns davon und als wir die vierte Schicht auftragen geht die Sonne unter. Bei Dunkelheit verstreichen wir die letzten Reste, während uns die Mücken auffressen. Am Schluss haben wir sieben Töpfe aufgebraucht und das Schiff praktisch zweimal komplett gestrichen.
Nebenan kam Nikolaus wieder ins Wasser. Nikolausi war heute nicht der richtige Nachbar für uns. Die drei griechischen Chefs standen rum und hatten den größten Spaß, während ihre beiden arabischen Knechte schufteten. Irgendwie verstößt das das doch sicher gegen irgendeine EU-Regel. Warum müssen wir alles selber machen?? Und am Abend, während wir noch werkeln, bestellen sie Pizza. Wir sind froh, als wir uns im 22.00 zum Essen schleppen.
Bild des Tages: Eine Portion Coppercoat. Der kleine Beutel mit dem Kupfer wiegt 3 kg!!
Freitag, 17. September 2010
17.09.2010 Freitag
Wir erholen uns vom Schleifen und bereiten uns seelisch sowie praktisch auf den nächsten Schritt vor. Da das Coppercoat durch Wasser abgespült werden kann, bis es vollständig ausgehärtet ist, also 48 Stunden, müssen wir die Unterwasserschiffe gründlich vor herunter laufendem Tauwasser schützen. Dazu schneiden wir Plastikfolie in Streifen und kleben sie oberhalb der Scheuerleiste an. Ich auf einem wackligen Gerüst stehend, Carola auf dem Bauch auf Deck liegend und das Plastik haltend. Der Saildrive wird abgeklebt und in einem Müllsack verpackt. Der braucht ja ein anderes Antifouling, da sich Coppercoat nicht mit Alu verträgt. An einem Rumpf wird die Linie abgeklebt, bis zur der wir das Antifouling hoch ziehen wollen.
In den unzugänglichen Raum im Ankerkasten wird ein Loch gebohrt, eine Probebohrung, um zu sehen, ob Wasser drinnen ist. Wasser ist keines drinnen, aber ein Plastik- oder Gummiteil. Wieder ein Rätsel mehr. Der dritte Anker (25 kg) wird im Ankerkasten verstaut. Ein Radel wird zerlegt und verstaut.
Les kam vorbei und meinte, wir sollten uns beeilen. Er hätte viel Arbeit für uns. Unter anderem drei Osmosesanierungen. Wir sollten unsere Rückreise stornieren. Für unsere für morgen geplante neue Etappe, das Auftragen des Coppercoat gab er uns noch viele Tips. Nicht zu früh die zweite Schicht aufstreichen, da man sonst die erste wieder abzieht. Dafür hat man fast beliebig Zeit, die nächsten Schichten aufzutragen. Nicht so eine Hektik also wie beim Epoxy. Allerdings ist die Topfzeit nur 40 Minuten. Deshalb wollen wir nur die Hälfte der abgepackten Mengen anrühren. Das Kupfer sollen wir abwiegen, von Härter und Harz jeweils nach Augenmaß die Hälfte nehmen.
Bild des Tages: So viele Kanister Epoxy hat unser Unterwasserschiff geschluckt. Dabei wurden zwei große Kanister wieder von Les mitgenommen, da wir sie nicht ganz geleert hatten.
Donnerstag, 16. September 2010
16.09.2010 Donnerstag
Und wieder wird geschliffen. Die letzten Reste an der rechten Außenseite. Bei der Wahl zwischen Sonne von oben oder Staub ins Gesicht geblasen entscheide ich mich inzwischen immer gegen den Staub. So ist der Ort des Schleifens von der Windrichtung abhängig. Da er tagsüber immer dreht, kommen alle Seiten mal dran. Während des Wartens auf die Winddrehung verstaue ich wieder unsere beiden Ankerketten und die Anker im Ankerkasten. Dabei fällt mir auf, dass die Mittelklampe verschoben ist. Sie lässt sich auch hin und her naggln. Da wir eh alle Klampen mit einer stärkeren und größeren Unterlegscheibe ausrüsten wollten, wäre dies eigentlich kein Problem. Nur hat irgendeine Leuchte, eine französische, in den Ankerkasten eine Trennwand einlaminiert. Die verläuft genau unter der Klampe. Die vordere Befestigungsschraube der Klampe liegt somit unerreichbar hinter der Trennwand.
Ein täglicher Höhepunkt wird sabotiert. Das abendliche Dreckabduschen. Eine der zwei Duschen war immer schon zu meiden, da das warme Wasser, wenn überhaupt, eher spärlich floss. Jetzt haben sie in der anderen Dusche den Duschkopf demontiert. Man darf jetzt quasi unter einem Wasserschlauch duschen.
Und wieder bekommen wir neue Nachbarn. Ein weiteres Fischerboot. Kaum Land werden die Schleifmaschinen angeworfen. Zwei Araber schuften, drei Griechen setzen sich in den Schatten unseres Rumpfes und beobachten ihre Knechte.
Bild des Tages: Nikolaus und Nikolausi. Ohne Bild würde uns das wohl kaum einer glauben.
Mittwoch, 15. September 2010
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