Mittwoch, 7. Oktober 2015

Viele werden es gar nicht mehr geglaubt haben. Es geht tatsächlich dieses Jahr nochmals auf´s Schiff.
Die Fähre läuft morgen um 14.00 Uhr in Ancona aus, das bedeutet Aufstehen um 03.00 Uhr. 720 km sind es angeblich...
Ins Wasser kommt das Schiff nicht mehr, es wird lediglich auf den Winter vorbereitet.

Samstag, 1. August 2015

Freitag 31.07.2015

Trotz leichtem Geklappere war es eine ruhige Nacht. Keine lästigen Durchsagen, keine laut feiernden Mitreisenden. Aber die Matratzen waren sehr hart und durchgelegen. Dafür war die Sauberkeit wieder deutlich besser als auf der Hinfahrt. Das Deck ist nass, der Himmel bewölkt, vielleicht hat es nachts sogar geregnet. Im Osten fahren wir wieder an kleinen Inseln und einer Felszacke vorbei. Mit einer halben Stunde Verspätung kommen wir in Ancona an. Relativ schnell sind wir draußen und schummeln uns an einigen Staus vorbei. Den an der Mautstation vor der Autobahn können wir nicht umgehen. Wieder hat es 30°, die bleiben uns bis Bozen. Vor Bologna trifft uns ein fast vergessenes Ereignis, wie heißt das gleich wieder, Wasser, das von oben kommt? Die Menge ist gerade ausreichend, um den Dreck auf dem Auto zu sammeln. In Deutschland stehen auf der Gegenspur kilometerlang die neuen Urlauber. Und das um 21.00 Uhr abends.

Reine Fahrtzeit diesmal 8,30 Stunden, 762 km, 90 km/h Schnitt, 5,3 L Verbrauch. 

Donnerstag 30.07.2015

Morgens wird erst einmal vorgepackt. Danach genießen wir ein letztes Mal den Blick über das Meer nach Lefkas. Bis der Wirt kommt, uns die Quittung überreicht und dezent auf einer Räumung des Zimmers besteht. Nichts war’s, mit einem kurzen Duschen vor Thalia. Aber wir dürfen nach der Räumung weiter unter den Bäumen sitzen bleiben. Um 15.30 Uhr brechen wir zu Thalia auf. Duschen wäre verschwendete Zeit gewesen, wir sind sofort wieder durchgeschwitzt. Die Griechen sind schlauer, sie bleiben daheim und die Fußgängerzone ist wie üblich um diese Zeit leer. Dafür ist bei Thalia einiges los. An der Hafenmauer legt ein Schiff nach dem anderen einer neuen holländischen Flottille an, TipTopSailing. Um 17.00 Uhr verlassen wir Thalia und haben auf der Fahrt in den Norden die Sonne genau von vorne. Je weiter wir nach Norden kommen, desto wärmer wird es. Und der Wind schläft ein. Viele Deutsche sind jetzt unterwegs. Schon bei der Einfahrt zum Hafen werden wir genau kontrolliert, ebenso beim Betreten und Verlassen des Hafengebäudes und beim Check-In. Wir parken zunächst im Schatten eines LKW und stellen uns erst später in die Schlange. Diesmal stehen wir in der Reihe an zweiter Stelle. Rundum lässt jeder zweite seinen Motor laufen und sitzt drinnen bei laufender Klimaanlage. Die Deutschen und die Österreicher sind da härter im nehmen, oder dümmer, sie trotzen der Hitze und stehen im Schatten ihrer offenen Heckklappen. Als die Fähre da ist, sind wir blitzschnell eingeparkt und in unserer Kabine. Diese ist schön vorgekühlt. Kaum zu glauben, mit gerade mal einer Minute Verspätung legen wir ab. Viele Touristen sind an Bord, die verteilen sich auf Deck und in den Gängen. Wegen des kräftigen Fahrtwindes verziehen sich die an Deck liegenden bald nach dem Ablegen ebenfalls in das Schiffsinnere. Um ein Freihalten von Rettungswegen kümmert sich dabei niemand. Mit dem Seenetz TIM hätten wir die ganze Zeit eine Handyverbindung. Gegen entsprechenden Aufschlag.

Bild des Tages: Fast Vollmond über Igoumenitsa 

Mittwoch 29.07.2015

Es hilft alles nichts, wir müssen arbeiten. Das Schiff und alles darunter Befindliche wird eingepackt, eine letzte Wäsche, Wassertanks leeren und füllen und desinfizieren, und einiges mehr. Auch ohne sich zu bewegen ist man sofort nass geschwitzt. Der einzig angenehme Platz ist unter dem Schiff.
Bei Thalia unterhalten uns Amerikaner mit einem Anlegemanöver. Sie haben eine mindestens 30 m lange Gullet, mit Stockanker. Und dem geben sie kaum Kette. Kein Wunder, dass sie den Anker kreuz und quer durch das Hafenbecken ziehen. Als sie nach einer Stunde und unzähligen Anläufen die Hafenmauer getroffen haben, hält der Anker natürlich immer noch nicht und es drückt sie kräftig auf  ihren Nachbarn. Der ist natürlich sehr verärgert.

Bild des Tages: Schiff mal ohne Auto darunter

Donnerstag, 30. Juli 2015

Dienstag 28.07.2015

Ich mach eine kurze Einkaufsfahrt, um ausreichend Plastikfolie zum Abkleben der Motorsteuerung zu haben. Mit Fahrtwind spürt man die Hitze etwas weniger.
Eine Nachbarin hier verwickelt uns in ein Gespräch, sie hat mal in Deutschland gearbeitet und ist seit 2 Jahren berentet, mit jetzt 58 Jahren. 650 € bekommt sie, bald 200 € mehr, wegen der Aufstockung. Auch ihre deutsche Rente will sie jetzt beantragen, weil sie ja insgesamt 40 Jahre gearbeitet hat.
Irgendwie haben die Griechen eine seltsame Sicht der Dinge. Thalia erzählt von einem Mädchen, die als Rollerfahrerin von einer Frau mit dem Auto überfahren worden ist. Die Frau sei 100% schuld. Das Mädchen ist tot, wegen einer Kopfverletzung, sie hat keinen Helm getragen. Die Helmpflicht interessiert hier niemanden. Dass sie damit zumindest eine Teilschuld an ihrem Schicksal hat, ist Thalia nicht zu vermitteln.

Ein Imbiss zwei Häuser weiter wurde kontrolliert und es wurde festgestellt, dass Leute ohne gültige Papiere beschäftigt sind. Kostet 10.500 € Strafe. Der arme Mann, sagt Thalia. Dass er halt seine Leute hätte anmelden müssen, ist egal. Und dass er eh ein Bankrotteur ist auch. Seit über einem Jahr hat er keine Miete für seinen Laden bezahlt, seine Angestellten bezahlt er nicht und leiht sich bei Thalia immer wieder Lebensmittel. Eigentlich müsste man sagen, gut dass er jetzt endlich aus dem Verkehr gezogen wurde. 
Bild des Tages: 1,9 Mio € für die Straßeninstandsetzung

Montag 27.07.2015

Und wieder ein heißer Tag, den wir mit Schwitzen verbrachten.
Abends auf dem Weg zu Thalia fällt uns ein neues EU-Sponsorschild auf. Die „Altstadt“ von Preveza hat einen neuen Straßenbelag bekommen. Alles ist gepflastert mit Mustern aus Marmor in regelmäßigen Abständen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Bild des Tages: Marmorstraßenbelag

Montag, 27. Juli 2015

Sonntag 26.07.2015

Die für heute angekündigten 5 Beaufort trafen nicht ein. Trotzdem war es bei Westwind zum Aushalten. Erst am Abend bei Thalia in der Stadt war es unangenehm schwül. Beim Zurückgehen kam plötzlich ein Nordwind auf, der den Duft nasser Erde brachte. Gleichzeitig war er angenehm kühl. Leider hielt er nicht lange an.
Die italienischen Schiffe mit Kinderbesatzung sind wieder da und sorgen für große Unruhe.

Bild des Tages: Kiwifrucht?? am Baum vor unserem Balkon