Dienstag, 14. September 2010

14.09.2010 Dienstag


Nichts neues, nur wieder Schleifen. Les kommt vorbei und bringt besseres Schleifpapier. Dafür bekommt er auch den Rest des ihm geschuldeten Geldes für alles Material. Dem Deutschen von gestern hat er den Rat gegeben, einfach nichts zu machen. Wegen Osmose gehe das Schiff nicht unter. Das Schiff ist übrigens eine Hallberg Rassy. Angeblich, laut Werft, bekämen die nie Osmose. Les hat schon drei davon repariert. Seine ersten Werke von vor 16 Jahren schwimmen immer noch in hiesigen Gewässern ohne einen Osmoserückfall.
Wir bekommen einen weiteren neuen Nachbarn. Wieder mal ein Fischerboot. Diesmal ohne Hund. Mit zwei Griechen und einem Asylanten. Im Gegensatz zum letzten Schiff lassen die es ruhig angehen. Ganz zaghaft fangen sie nach langen Vorbereitungen mit dem Schleifen an. Einfach die laufende Flex an die Bordwand halten und ein bisschen hin und her fahren. Ich will ein Stahlschif!!!
Bild des Tages: Arbeit am Fischerboot.

13.09.2010 Montag


Und wieder wird geschliffen. Allerdings mit 120er Papier nach Rücksprache mit Les. So geht es etwas leichter, aber von nur Streicheln keine Spur. Ein Deutscher kommt vorbei, weil bei ihm vom Marinachef Feuchtigkeit im Rumpf gemessen worden sei. Da der Deutsche mit der Messung und dem Angebot des Sandstrahlens nicht so einverstanden war wurde er zu mir Osmosebeispiel geschickt. Ich habe ihm natürlich Les empfohlen.
Ein alter Stahlzweimaster wird raus gehoben und in unserer Nähe abgestellt. Holländische Flagge aber von einem italienischen Pärchen bewohnt. Die rücken dem vom Hochdruckreiniger am Unterwasserschiff verbliebenem Bewuchs mit Spachtel und Besen zu Leibe. Auf meine Nachfrage, warum sie nicht mit der Flex drangehen, meinte der Italiener, so gehe es schneller und es genüge auch. Das darüber gestrichene Antifouling halte zwei Jahre und das genüge.
Bild des Tages: Zweimaster.

Sonntag, 12. September 2010

12.09.2010 Sonntag


Nach kalter Nacht begrüßte uns heute Morgen ein strahlend blauer Himmel. Nachdem es etwas wärmer geworden war wurde die Schleifmaschine angeworfen. So einfach mit der Hand drüber streicheln, wie es uns empfohlen worden war, das haut wohl nicht hin. Selbst mit Maschine war es ausgesprochen mühsam, die Oberfläche aufzurauen. Ursache ist die vom Primer gebildete Oberfläche. Die ähnelt mehr einer Raufasertapete als einem spiegelglatten Untergrund. Zusätzlich sollen wir mit 240er Papier schleifen, welches natürlich kaum was wegnimmt. Also wieder ein Tag, eine Rumpfhälfte. Hauptsache andere Leute hatten ihren Spaß. Ein Surfer düste vor den Marinas hin und her.
Bild des Tages: Surfer.

Samstag, 11. September 2010

11.09.2010 Samstag


Wie von den Wetterberichten angekündigt hat es heute geregnet. Nicht nur einzelne Gewitterschauer, sondern Dauerregen. Geblitzt hat es nur am Anfang. Am späten Nachmittag sind wir trotzdem zum Einkaufen nach Preveza. Die Stadt war wie ausgestorben. Kurz danach hat es aufgehört zu regnen. Die Sicht auf die Berge war absolut klar. Richtig sauber gewaschen. Im Gegensatz zu unserem Schiff, das nach dem regen immer dreckiger zu sein scheint als vorher. Unser Schweizer Nachbar hat mit einem defekten Kabel einen kurzen Stromausfall verursacht.
Bild des Tages: Regenwetter.

10.09.2010 Freitag


Erholungstag. Wenn auch kein Ruhetag. Die Arbeitsutensilien der letzten Tage wurden gereinigt (Farbwannen, Rollenhalter, usw.). Wäsche gewaschen und so weiter. Als Zwischenprojekt wurde unser Biminidach abgestützt und gehoben. Der zu schwache hintere Stahlträger hat sich immer weiter durchgebogen. Nachdem er sich die letzten drei Tage mit einem Winken aus dem Auto begnügt hat, schaute Les heute auf ein Bier vorbei. Tips für unseren nächsten geplanten Arbeitsschritt, das Auftragen des Coppercoat, gab es reichlich. Mit Blick auf das alte Stahlschiff neben uns, dessen Renovierung einfach eingestellt wurde, meite er, dass dieses sicher für illegale Geschäfte verwendet werden würde. Das sei in Griechenland gang und gebe. Drogen, Waffen, Zigaretten und Menschen, alles komme über das Meer. Erst kürzlich hätte die griechische Polizei mit dem FBI auf Lefkas 3 Tonnen Kokain sichergestellt. Ein Schiff sei seit seinem Auslaufen aus Kolumbien verfolgt worden. Er selbst würde immer wieder an Schiffen arbeiten, die höchst auffällig seien. Hohle Schiffe mit unzähligen Haltegriffen für den Menschentransport. Speedboote, ausgerüstet mit allem, z.B. Schrauben für 20.000 € aus Titan, eine für jeden Motor. Offiziell würden solche Schiffe als Touristenschiffe laufen.
Da für das Wochenende Regen angesagt ist, verlegten wir unseren wöchentlichen Prevezabesuch auf heute.
Bild des Tages: Abgestütztes Dach.

Donnerstag, 9. September 2010

09.09.2010 Donnerstag


Der letzte Primer-Tag. Bei der ersten Rumpfhälfte tauchten über dem Meer dunkle Wolken auf. Zusätzlich verschwamm der Horizont im Dunst. Wir fürchteten bereits, dass die für morgen angekündigten Gewitter heute durchziehen. Wasser auf frischen Primer, das ist nicht gut. Der Seewind kam und vertrieb diese Wolken. Allerdings brachte er sehr tiefe dunkle Wolken, als wir die vierte, die letzte Hälfte begannen. Auch diese Wolken verzogen sich und alles blieb trocken. Nicht zu glauben, aber mit dem letzten Rest Primer wurde das komplette Unterwasserschiff inklusive Ruderblätter gestrichen. Jetzt ist das Schiff unten weißer und sauberer als oben…
Bild des Tages: Fertig geprimertes Unterwasserschiff.

08.09.2010 Mittwoch


Der Tag war praktisch eine Wiederholung des gestrigen, außer dass wir heute wussten, was uns erwartet. Es hat alles genauso lange gedauert, wir haben genauso viel Primer verbraucht wie gestern.
Bild des Tages: Verprimerte Utensilien.